Ist Facebooks "Graph Search" Googles Sargnagel?

16.01.2013 | 10:22 |   (DiePresse.com)

Facebook startet eine eigene Suchmaschine. Ob dem Social Network eine "Revolution" gelingt wie einst Google, wird sich erst weisen müssen.

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Facebook wagt sich mit der Ankündigung einer eigenen Suchmaschine tief in das Hoheitsgebiet von Google vor. Dass Facebook Daten durchsucht, die für Internetnutzer heute von hoher Relevanz sind und auf die Google keinen Zugriff hat, lässt aufhorchen. Wie Facebooks "Graph Search" den Suchmaschinen-Markt tatsächlich beeinflussen wird, muss sich erst weisen. Die Reaktionen zahlreicher von CNET befragter Analysten und Werbe-Experten reichen von "unbedeutend" bis hin zu "Suchmaschinen-Revolution".

Social Web statt Weblogs

Bei "Suchmaschinen-Revolution" denkt man unweigerlich zurück an die Zeit als das junge innovative Google 1999 den damaligen Primus "AltaVista" als größte Suchmaschine ablöste. Gelungen ist das, weil Webseiten bei Google nach der Häufigkeit der Verlinkung auf anderen Webseiten bewertet wurden - eine Methode, die dem Weblog-Boom gerecht wurde. Facebook macht etwas ganz Ähnliches und gestaltet eine Suche, die das heute populäre Social Web durchsuchbar macht. Bei aller Euphorie sollte man jedoch nicht vergessen, dass Facebook nur einen kleinen Teil der Such-Bedürfnisse abdeckt. Die Suche nach einem Restaurant, das Freunde mögen und das in der näheren Umgebung des Nutzers ist, wird hier bestens beantwortet. Ein Umstand, der wohl eher anderen Spezial-Diensten wie Foursquare schaden wird und der Facebook einen weiteren Teil der heiß umkämpften Werbebudgets einbringen könnte.

Ein Teil vom (neuen) Werbekuchen

Inhalte, die auf Facebook geteilt werden, sind bei eher informations- oder wissensorientierten Recherchen weniger hilfreich. Kurt Abrahamson, Chef von "ShareThis" und ehemaliger Sales Director von Google, denkt ebenfalls nicht, dass Facebook Google so schnell schaden wird. Vor allem für kleinere Firmen könnte das Werbeangebot aber interessant sein, meint er laut Forbes. Facebook werde also eher eine neue Zielgruppe ansprechen. Wenn das gut funktioniert, werde Graph Search sicher auch bei den Werbebudgets der Großen mitnaschen. 

Microsoft liegt auf der Lauer

"Graph Search" könnte aber auch für Microsoft einen Wachstumsschub am Suchmaschinen-Markt bedeuten. Kann die Anfrage nicht mit Daten aus Facebook beantwortet werden, füllt Microsofts "Bing" diese Lücke mit Ergebnissen aus dem Internet und wird so in dem größten Social Network noch präsenter sein als bisher. Sollte dieser Deal irgendwann in gleichem Maße die Suchmaschine von Bing mit Facebook-Daten füttern, könnte das ein gewichtiger Vorteil gegenüber Google sein. Microsoft hat vor Jahren mit 1,5 Prozent bei Facebook eingekauft.

 

(sg)

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21 Kommentare

Zucki ist grössenwahnsinnig geworden

Dem Zucki ist wohl sein Facebook in den Kopf gestiegen ...

Mir soll es egal sein, habe kein Facebook (lebt sich super ohne diesen FB-Mitteilungszwang ...).

Soziale Netzwerke ...

... sind die Befreiung aufgeblasener Egos mit Logorrhoe vom Desinteresse ihrer unmittelbaren Umgebung.

wohl eher umgekehrt

facebook wird scheitern und nicht google. wenn in einem algorithmus 15 jahre arbeit stecken macht das nicht irgendein mark zuckerberg einfach wett. hinter google steckt wesentlich mehr know-how als hinter facebook, einfach ein recht verzweifelter versuch die wahrlich miese performance der aktie aufzubessern. microsoft hatte den gleichen einfall und ein höheres budget und es hat trotzdem nicht funktioniert...

8 0

wer braucht das gesichtsbuch?

Neue massenverbloedung und ueberwachung.

google benutzen viele

aber bei Facebook ist man nur angemeldet!

facebook out !

ıch benutze facebook gar nıcht mehr ehrlıch gesagt ıch habe es auch nıe wırklıch benutzt schon gar nıcht so wıe dıe meısten dıe ıhre ganze lebensgeschıchte dort ausbreıten und alles von ıhrem leben tagesablauf 24 h kommentıeren !

aber ıch weıss es von meınem umfeld und ıch habe eın sehr grosses umfeld vıele benutzen face nıcht mehr face wırd ın wenıgen jahren unınteressant werden da kann zuckerberg auch noch eınen kopfstand dazu machen wırd das nıchts brıngen !

es war eıne zeıt lang mode ın und lustıg er hat damıt eın vermögen gemacht und es wırd bıs ans ende seıner zeıt reıchen aber wıe erwaehnt das wars dann auch schon ! ın 5 jahren wırd den keıner mehr kennen !


Re: facebook out !

Interpunktion kann hilfreich sein.... oder etwa in der Schule nix gelernt?

Bing…

Ich glaube, Google braucht sich nicht zu fürchten. Bing ist nur sehr bedingt brauchbar, und auch dieser Versuch von Microsoft, über die Hintertüre bzw. als Trittbrettfahrer von Facebook mehr Nutzer für seine Suchmaschine zu bekommen, wird nicht funktionieren.

4 0

facebook wir einfach unbrauchbar

schlimmer als die geheimdienste

Zockerberg

lässt nichts unversucht,um an möglichst viele Daten seiner Schafe zu kommen

Google hat die besseren Ingenieure

und die besseren Mathematiker. Vor allem die besseren Mathematiker.

Ich bezweifle, dass FB hier schnell aufholen können wird.

Mag sein,

aber IMHO wird "social" als Signal sowieso überschätzt.

Im Prinzip hat Google das mit "search plus your world" auch schon, aber die tatsächlichen Ergebnisse sind nicht so berauschend - ich denke, das wird bei facebook nicht viel anders sein.

Wenn man als Antwort auf die Suche nach "Pizza" dann die Pizzeria sieht, die irgendein "Freund" für ein Freigetränk "geliked" hat ist der Gewinn für den Nutzer endenwollend.


Re: Mag sein,

Das ist bereits alles in der normalen Google Suche integriert.

Es geht allerdings auch nicht um Likes, sondern um Äußerungen in Statusmeldungen, Kommentaren, etc. und Surf-Verhalten. Durch die Like-Buttons die überall integriert wird, tracked FB einen sowieso immer - egal ob eingelogged oder nicht.

Google macht es über die angeklickten Links im Suchergebnis und allen Daten die über sonstige Google-Services laufen ähnlich.

Ist schon klar, daß das Ganze komplizierter ist,

aber ich halte schon die Grundannahme, daß die Interessen von mir und meinem Freunden ähnlich sind für falsch.

Gerade Facebook, das ja eher ein Kumpel- als ein Interessensnetzwerk ist, hat da keine allzu aussagekräftigen Signale.

Re: Ist schon klar, daß das Ganze komplizierter ist,

Es geht auch nicht darum was ihre Freunde liken sondern in welchem Kontext Sie was schreiben.

Da ist schon weit mehr dahinter.

12 7

man kann ...

es sich dann zwischen Pest und Krebs entscheiden.
Beide Unternehmen verdienen ihr Geld nur durch Datenverkauf ihrer User.

Und?

Wie sollen sie sonst Geld verdienen?

Pro Suchanfrage?
Staatliche Förderung?

Ist doch ideal, so wie es ist - beide Seiten profitieren.

Sie sind verblendet!

Den Datenschutz vor den Grundrechten zu stellen, ist den Menschen von Google und Co wohl gelungen.

Natürlich wollen auch die Google Jünger ihr Geld.
Wie wärs mit normalen Werbeeinschaltungen, so wie unzählige andere Unternehmen auch, die nicht gegen nationale Datenschutzrichtlinien verstoßen!

OMG, welche Daten denn?

Welche ach so geheimen Daten werden denn da "missbraucht"?

Nichts, was die Nutzer nicht freiwillig hergeben. So, what?

Mit Grundrechten hat das rein gar nichts zu tun, diese binden überdies nur Staaten, nicht Unternehmen, zu denen die Geschäftsbeziehung eines Bürgers freiwilliger Natur ist.

Was glaubst Du denn, was Facebook und Google mit Deinen Daten machen?
Ausdrucken und im Rahmen schwarzer Messen auswendig lernen?

Im Endeffekt zeigen sie Dir einfach Werbung, zum Teil darauf beruhend, was Du ihnen zuvor an Information übermittelt hast. Was sollte daran schlecht sein?

Als Inhaber 2ter Zähne interessiert mich zB keine Werbung von Kukident - was spricht dagegen, mir diese nicht zu zeigen?

Re: OMG, welche Daten denn?

Zb koennte man die daten an versicherer verkaufen

Wer zb haeufig nach Best. Begriffen sucht zahlt mehr praemie

Ohne dass er je erfaehrt warum genau und auch ohne dass es einen direkten causalen zusammenhang geben muss....

Nur so ein beispiel

Re: OMG, welche Daten denn?

Die Vernetzung ist das Problem. Die Vernetzung und die automatische Verarbeitung dieser Daten.

Eine Fülle noch gar nicht abzusehender Profile (Bewegungsprofile, Konsumprofile, Beziehungsprofile, Profile bzgl. der sexuellen Ausrichtung, etc.) können daraus erstellt werden.

Das einzelne Datum zählt nichts. Aber in der Summe weiß Google sehr, sehr viel über jeden Benutzer - weit mehr als dieser z.B. seiner Mutter je erzählen würde.

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