Neuer Datendienst "Mega" bereits mit einer Million Nutzern

21.01.2013 | 08:42 |   (DiePresse.com)

Nur wenige Stunden nach seinem Start soll der Nachfolger von Megaupload den Meilenstein erreicht haben, berichtet Gründer Kim Dotcom. Dank lokaler Verschlüsselung weiß der Anbieter nicht, was seine Nutzer hochladen.

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Kim Dotcom weiß, wie man inszeniert. Der Gründer des von Ermittlungsbehörden zerschlagenen Filesharing-Dienstes Megaupload hat für den Start des Nachfolgeprodukts Mega eine exorbitante Party auf seinem Anwesen in Neuseeland veranstaltet. Im Rahmen dieser verkündete er, dass bereits eine Million Nutzer sich für die neue Plattform registriert haben. "Wir können nicht gestoppt werden", sagte Dotcom selbstbewusst. Und wetterte von seiner Bühne per Großbild-Leinwand gegen Behörden, Politiker und alle, die das Internet einschränken wollen. "Ihr werdet keinen Erfolg mit euren Versuchen haben, die Kontrolle über unser Internet zu übernehmen", dröhnte Dotcom bei dem Event, der in voller Länge auf YouTube zu sehen ist.

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50 Gigabyte gratis

Mega ist als Konkurrenz zu Anbietern wie Dropbox gedacht und bietet seinen Nutzern gleich einmal 50 Gigabyte an Gratis-Speicher. Für 9,99 Dollar gibt es 500 Gigabyte, für den doppelten Betrag gibt es zwei Terabyte. "Cloud Storage will never be the same", heißt es auf der Website des Dienstes auch gleich vollmundig. Jede Datei wird vor dem Hochladen verschlüsselt. Das soll derzeit mit Googles Chrome-Browser am Schnellsten funktionieren.

Lokale Verschlüsselung

Um Mega dasselbe Schicksal wie Megaupload zu ersparen, schließt der Betreiber in seinen Nutzungsbedingungen jede Verantwortung für die Inhalte seiner Nutzer aus. Daher auch die Verschlüsselung. Gleichzeitig nimmt sich der Anbieter das Recht heraus, die IP-Adressen der Nutzer aufzuzeichnen, um im Falle eines Falles mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten zu können. Da der Schlüssel zum Dekodieren der hochgeladenen Dateien aber beim Nutzer liegt und nicht bei Megaupload, kann selbst der Betreiber die Daten nicht einsehen.

Der neue Online-Speicherdienst will sich damit weniger als Copyright-Schlupfloch etablieren, wie manche Beobachter befürchten, sondern als sicherer Dienst für das Teilen von Daten. Dass er auch für die Verteilung von urheberrechtlich geschützten Filmen und Musik genutzt werden kann, ist nicht ausgeschlossen.

(db)

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16 Kommentare

Wäre auch ganz nett...

...wenn jedes Mal, wenn über diesen bösen, bösen Kim und sein Megaupload geschrieben wird, auch mit dazugesagt würde, dass seit der Schließung von Megaupload, die Einnahmen der Film- und Computerspieleindustrie zurückgegangen sind. Klingt paradox, ist aber leicht zu erklären: die meisten Menschen, die sich "illegal" (der Download ist ja nicht illegal) einen Film oder Spiel besorgen, sehen sich diesen auch im Kino an/ kaufen es - wenn er/es denn gut ist. Außerdem empfehlen diese "Schwarzseher" ihrem Umfeld, was diese wieder zum Konsum verleitet.
Natürlich gilt das nicht für extrem gehypte Blockbuster - diese brauchem keine Mund zu Mund Werbung, aber besonders kleinere Produktionen profitieren enorm vom Filesharing.

eigenartig, wenn immer mehr beginnen bei Rot über die Kreuzung zu fahren

wirds dadurch legal, um nicht zu sagen "legaler"?

Re: eigenartig, wenn immer mehr beginnen bei Rot über die Kreuzung zu fahren

Raubkopien zu verteilen ist deswegen noch immer illegal ... er hat durch die Verschlüsselung nur dafür gesorgt, dass er nicht mehr haftbar gemacht werden kann...

jup


Gold-Pfründe der Unterhaltungs-Abzocker-Industrie sichern

Dotcom wurde damals wegen dem Weltpolizisten USA verhaftet.

Dort geht es der abzockenden Musik- und Unterhaltungs-Industrie darum, die eigenen Pfründe zu sichern, welche diese bei uns Konsumenten abholen bei CDs, DVDs, BlueRays, Konzerten, usw.

Im Gegenzug schmeisst diese Unterhaltungs-Industrie den Film-Schauspielern, Sängern, usw zum Teil Gehälter hin, da sind Firmen Bosse fast schon "Bettler". Wer bezahlts? Wir Konsumenten!

Nun werden File-Hoster dazu benutzt, normale Daten auszutauschen und halt auch nicht ganz legale Daten. Das machen aber die Benutzer und nicht die Betreiber. Man könnte auch Google Space nehmen oder Dropbox; bei Datei-Namens-Entfremdung merkt das keiner.

Vielleicht sollte mal die Unterhaltungs-Industrie vom hohen Ross runtersteigen und die Produkte zu normalen Preisen anbieten und den Stars normale und nicht überrissene Gagen bezahlen.

eigenartig

ist die Berichterstattung der Medien schon in
diesem Fall.
Durchwegs wird schlichtweg nicht davon berichtet
wie die Gerichte in Neuseeland nach seiner
Verhaftung in einer Reihe von Urteilen yu
Gunsten von Kim Dotcom entschieden.

U.a. erhielt der Geheimdienst in Neuseeland
eine aufs Dach wegen illegaler Spionage.
dotcom darf den Geheimdienst deswegen
verklagen.
Weiters wurde klargestellt, dass Neuseeland
ein souveraener Staat und nicht eine Kolonie
Amerikas. Das FBI hat keine Jurisdiktion in
NZ, usw..
Google:
Kom Dotcom court cases

Wenn alle(!) GEMA-Mitarbeiter der Bildung einer kriminellen Organisation angeklagt, und in Ketten durch die Straßen geschleift werden, dann...

...werde ich mir einen Sekt aufmachen.

McAfee und Schmitz

Beide verrückt, aber nicht unintelligent.

1 9

der bekommt schon noch sein fett


Genau

"Der neue Online-Speicherdienst will sich damit weniger als Copyright-Schlupfloch etablieren, wie manche Beobachter befürchten, sondern als sicherer Dienst für das Teilen von Daten."

Also das wage ich einmal zu bezweifeln... wer hat "Megaupload / Megadownload" schon als Cloud-Dienst benutzt?

Re: Genau

Ich.
Aber grundsätzlich hat Kim recht, wenn er sagt: das Urheberrechtsproblem war kein Problem von Megaupload, sondern ist eines des Internets.
Google, Dropbox und andere Dienste, können alle "missbraucht" werden.

Re: Re: Genau

Vorbildlich :)
Pardon, ich hätte hier nicht Generalisieren dürfen.
Ich gehe aber grundsätzlich schon davon aus, dass der Dienst zu einem großen Teil von Streaming-Aktivitäten gelebt hat.
Hier stimme ich Ihnen zu, Her Schmitz wurde hier zum Sündenbock, er hat sich aber auch zugegeben besonders auffällig verhalten...
Meiner Meinung ist es aber wie einst bei der Musik einfach das fehlende legale Angebot das viele in die "Illegalität" treibt (in Österreich ja nicht einmal, da Streaming eine rechtliche Grauzone darstellt).
Sollten kommerzielle Anbieter wie Hulu oder Netflix endlich nach Österreich kommen, wäre das Problem gleich viel geringer!

Re: Re: Re: Genau

Das fehlende Angebot, bedingt durch die panikschiebende, konservative und innovationsblockierende Contentindustrie, ist das eine Problem.
Das andere ist, dass die Urheberrechtsgesetzgebung im Wesentlichen aus einer Zeit stamm, in der es all diese Medien und deren Nutzung nichmal ansatzweise zu erahnen gab.

0 1

Re: Re: Re: Re: Genau

Das Urheberrechtsgesetz ist durchaus zeitgemäß. Es geht dabei ja nur darum, dass eine geistige Leistung nicht ohne Gegenleistung genutzt und verwertet werden darf.

Dafür ist es ja egal, wie die Werke gespeichert oder übertragen werden.

Wenn man ein Auto kauft, dann zahlt man die Geistige Leistung dahinter ja auch mit dem Aufschlag auf die Herstellungs- und Materialkosten. Das wird ab einer bestimmten Stückzahl verkaufter Autos ja auch nicht billiger. In dem Fall ist die Geistige Leistung halt nicht mit einem physischen Objekt verbunden aber sozusagen der Gewinnaufschlag muss dennoch bezahlt werden.

Das ist also durchaus zeitgemäß. Schnorrer sind halt auch zeitgemäß und glauben, sich kostenlos an der Leistung anderer bedienen zu dürfen.

Re: Re: Re: Re: Genau

Korrekt, das wird dadurch noch verstärkt, dass die Gesetzgebung lokal, höchstens noch regional ist, während das Internet nun einmal global ist...

0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Genau

Die Post und das Telefon sind auch global. Das Internet ist also nichts, was besondere Aufgeregtheit verursachen sollte.

Die Leute sind immer noch in einem Land und da gelten halt die Gesetze dieses Landes. Dass sich Konzerne wie Google darüber hinwegsetzen und damit durchkommen - wohl durch Korruption -, hat mit der Gültigkeit Durchsetzbarkeit der Gesetze nichts zu tun.

Für die Nomenklatura ist es halt weltweit sehr attraktiv, wenn die Leute genügend Anreize haben, sowohl Mobiltelefon als auch Internet möglichst pausenlos zu verwenden. Deswegen wird das wohl auch etwas lascher verfolgt. Ohne Content ist im Internet halt garnichts, was attraktiv wäre. Selbst schaffen ja die allermeisten nichts.

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