"Keine Amateure": 250.000 Twitter-Konten gehackt

04.02.2013 | 08:34 |   (Die Presse)

Mit den Cyber-Angriffen werden gezielt Passwords und Inhalte gestohlen. Zur Herkunft der Angreifer wollte sich Twitter nicht äußern. Experten gehen davon aus, dass China dahintersteckt.

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New York. Jetzt ist auch der Online-Kurznachrichtendienst Twitter Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Dabei seien möglicherweise Passwörter und andere Informationen von rund 250.000 Nutzern gestohlen worden, teilt das US-Unternehmen mit. Hinter der Tat werden Profis vermutet. „Der Angriff war nicht das Werk von Amateuren“, schreibt Twitter in einem Blogeintrag. Die Attacke sei vielmehr sehr ausgefeilt gewesen. Es sei auch kein isolierter Vorfall, sondern vermutlich seien andere Unternehmen und Organisationen zuletzt ähnlich attackiert worden. Twitter hat weltweit rund 200 Millionen Nutzer und ist neben Facebook das beliebteste soziale Online-Netzwerk. Bei den betroffenen Benutzerkonten wurde das Passwort zurückgesetzt.

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Zur Herkunft der Angreifer wollte sich Twitter nicht äußern. Erst kürzlich waren die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“von Hackern angegriffen worden – und wie jetzt bekannt wird, war auch die „Washington Post“ein Ziel: Der Angriff wurde aber erst 2011 entdeckt und gestoppt, berichtet das Blatt nun. Die Eindringlinge dürften nämlich schon seit 2008 oder 2009 unbemerkt im Computernetz unterwegs gewesen sein. Sie haben wahrscheinlich die Passwörter der Administratoren gestohlen und bekamen weitreichenden Zugang zu allen Systemen. Was sie gesucht haben, ist nicht klar.

Experten gehen jedenfalls von Cyber-Attacken aus, die von China gesteuert sind. Bei der „New York Times“ drangen sie ein, als Redakteure über das Vermögen der Familie des Regierungschefs Wen Jiabao recherchierten. Die Computerspione wurden dann unbemerkt beobachtet: Sie begannen immer pünktlich um acht Uhr früh chinesischer Zeit mit ihren Aktivitäten.

EU will Meldepflicht.
Die EU-Kommission plant, wie gestern bekannt wurde, eine Meldepflicht für Unternehmen einzuführen, die Opfer von Cyber-Attacken geworden sind. Betroffen wären Banken und Börsen, Internetanbieter und öffentliche Verwaltung ebenso wie die Energie- und Verkehrsbranche. Die Auflagen würden schätzungsweise für 44.000 Unternehmen in der EU gelten. US-Präsident Obama wollte eine solche Meldepflicht schon einführen, scheiterte aber am Kongress.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2013)

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