Online-Rechner für Festplattenabgabe gestartet

06.02.2013 | 16:36 |   (DiePresse.com)

Die von Elektrohändlern gestartete "Plattform für modernes Urheberrecht" lässt Nutzer die Abgabe anhand mehrerer Produkte ausrechnen. Eine Unterschriftenliste gegen die Maßnahme läuft bis 22. Februar.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die "Plattform für ein modernes Urheberrecht" fügt der Diskussion um eine Festplattenabgabe ein weiteres Kapitel hinzu und bezieht dafür den Endverbraucher mit ein: Auf der Webseite der Initiative ist ab sofort ein Rechner verfügbar, mit dem man sich die Festplattenabgabe für unterschiedliche Medientypen ausrechnen kann. Zugrunde liegen diesem Tool die von der Austro-Mechana veröffentlichten Tarife, wie es in einer Aussendung am Mittwoch heißt.

So lassen sich unter www.modernes-urheberrecht.at Produktgruppen wie Notebooks, Handys oder USB-Sticks sowie entsprechende Festplattengrößen in Gigabyte (GB) auswählen, um zu den Abgaben zu kommen. Für eine externe Festplatte mit 500 GB sind demnach inklusive Umsatzsteuer 21,60 Euro zu zahlen, die Plattform selbst spricht von möglichen Belastungen von "meist über 100 Euro pro Person". "Somit ist auch das Argument der Verwertungsgesellschaften, es würden durch die Festplattenabgabe Kosten von lediglich drei Euro pro Konsument und Jahr entstehen, entkräftet", heißt es weiter.

Damian Izdebski, Gründer von DiTech und Sprecher der Plattform, ruft die Konsumenten auf, die bis 22. Februar noch im Fachhandel aufliegenden Unterschriftenlisten zu nutzen, um "ein Zeichen gegen die Handy- und Computersteuer" zu setzen. Gleichzeitig wehrt sich die Plattform gegen den Vorwurf, dass der Handel bereits jetzt eine Festplattenabgabe einhebe. Laufende Verfahren würden vielmehr den Markt verunsichern. Mitglieder der Plattform sind derzeit u.a. Hartlauer, Media Markt, Saturn, Canon oder Apple, ihre Unterstützung hat auch die Fachliste der gewerblichen Wirtschaft signalisiert.

"Kreative" sehen sich als "klar Schwächere"

Die Literatur- und Buchbranche wiederum hat eine "Grundsatzerklärung" angesichts des Zusammenschlusses des Elektro- und Elektronikfachhandels verfasst, in der man sich gegen Populismus in der Debatte ausspricht und das Gespräch sucht. "Daran sind die Vertreter der Industrie nicht interessiert, sie gehen davon aus, mit dem Druck ihrer Wirtschaftskraft ihre Interessen durchsetzen zu können", heißt es dort. "Die Künstlerinnen und Künstler und die Kreativwirtschaft sind in dieser Auseinandersetzung die klar Schwächeren."

In eine ähnliche Kerbe schlägt die Initiative "Kunst hat Recht", die vor kurzem ein Weißbuch zur Debatte vorgelegt hat, das "einer Versachlichung der Diskussion über das Urheberrecht dienen und eine verbesserte Grundlage für die Beurteilung und Entwicklung von gesellschaftspolitisch ausgewogenen sowie markt- und technologiegerechten Lösungen bieten" soll. Auf knapp 90 Seiten werden Aspekte wie Filesharing, Antipiraterie-Gesetze oder aktuelle Themen ("Cloud", "Remix-Kultur") aus Sicht von "Kunst hat Recht" behandelt.

Einen anderen Aspekt der Urheberrechtsdiskussion streichen der Kulturrat Österreich sowie der Verband der österreichischen Kameraleute (AAC) hervor, die gemeinsam für eine Abschaffung der sogenannten Cessio Legis, die Verwertungsrechte eines Films alleine den Produzenten zuspricht, auftreten. Der AAC wünscht sich faire Anteile für alle Urheber und Leistungsschutzberechtigte an den Erlösen aus den Verwertungsrechten, der Kulturrat spricht sich wiederum dezidiert für die Einführung eines Urhebervertragsrechts aus.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare

also

Also wenn ich Festplattenabgabe Zahlen muss, dann will ich auch soviel Musik downloaden dürfen wie ich will.

Urheberrecht?

Also muß ich für ein technisches Gerät Urheberrecht bezahlen, obwohl ich für die Daten, die ich möglicherweise, darauf speichere sowieso schon das Nutzungsrecht gekauft habe?

Oder zahle ich das Urheberrecht für illegal besorgte Daten und befinde mich aber trotzdem in der Illegalität?

Egal. Kann mir jemand einmal erklären, für was ich da genau zur Kasse gebeten werde?

Mich interessiert dieser künstlerische Schrott nicht

und will auch nicht dafür zahlen. Das Gleiche gilt für den ORF. Aber so lässt es sich eben leben, auf Kosten von Zwangsabgaben anderer.

Und weiter boomt der Online Handel!

Bei Ebay und Amazon gibt es die Sachen dann ohne Abgabe!

Re: Und weiter boomt der Online Handel!

ebay vielleicht, aber bei amazon.de zahlens auch 20 prozent USt und nicht die deutschen 19.

Re: Und weiter boomt der Online Handel!

Sorry fürs Minus, hab mich am Handy verdrückt. Sollte natürlich ein Plus sein.

Re: Und weiter boomt der Online Handel!

Dank dieser "Überlebens"künstler kauf ich meine Speichermedien sowieso nur mehr im Ausland.

sollte

sollte dkese festplattenabgabe wirklich kommen, werde ich mir täglich via bittorrent Musik Österreichischer Künstler runterladen... und wenn's mich erwischen zeige Ich ihnen die rechnung meiner Festplatten.

Künstlersein schön und gut, aber wenn man davon nicht leben kann weil die Qualität zu schlecht ist und die verkaufszahlen nicht stimmen, dann soll man umsatteln und nicht von einer Zwangssteuer der anderen leben es sei denn es steht jedem zu. dann melde Ich mich auch bei der AKM an, produziere halt nix, erhalte aber trotzdem ein bissl Geld.

Re: sollte

wüsste nichtmal einen öst. musiker. ambros

Re: sollte

@ umsatteln: Handtaschenraub is noch kein Lehrberuf

@ erhalte aber trotzdem ein bissl Geld: für Drogen zu wenig

;-)

Re: sollte

bzgl. Runterladen mit Bittorrent. Wünsche dir viel Glück beim runterladen, nur wirst du nix finden, denn ich habe auch noch nix gefunden von Österreichern.

Die sind so unwichtig, dass sie nicht mal auf P2P sind.

AnmeldenAnmelden