Internet-Kabel im Meer durchtrennt - Täter gefasst

29.03.2013 | 08:11 |   (DiePresse.com)

Ägyptische Taucher haben mit einem Sabotageakt für folgenschwere Störungen des Internets in Afrika gesorgt.

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Die Staatsanwaltschaft in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria ermittelt Medienberichten zufolge gegen drei Taucher, die im Mittelmeer ein Internet-Kabel durchtrennt haben sollen. Dies habe zu massiven Störungen im Internetverkehr geführt.

Wie die staatliche Nachrichten-Website "Egynews" am Donnerstag berichtete, hatte ein Mitarbeiter der staatlichen Telefongesellschaft die Polizei alarmiert, als er bemerkte, dass mit dem im Wasser verlegten Kabel etwas nicht stimmte. Als die Polizei daraufhin loszog, sah sie noch, wie die drei Taucher schnell in ihr Boot kletterten und versuchten, zu fliehen. Sie erklärten, sie hätten nur Müll aus dem Wasser sammeln wollen.

Das ägyptische Militär teilte auf seiner offiziellen Facebook-Seite mit, die Taucher seien verhaftet worden, als sie das Kabel der Telecom Egypt durchtrennen wollten. Das Motiv der Tat blieb unklar.

Der Chef der Telefongesellschaft, Mohamed al-Nawahi, sagte, Sabotage an dem Unterwasserkabel habe am Mittwoch zu einer 60-prozentigen Störung des Internetverkehrs geführt, berichtete die Nachrichtenagentur Mena. Auch andere Staaten seien von den Störungen betroffen. Ziel des angeblichen Sabotageaktes sei das "SEA-ME-WE-4"-Kabel gewesen, eines der wichtigsten Internet-Kabel im Mittelmeer. Es verbindet Südostasien, den Nahen Osten und Westeuropa.

Bereits in der vergangenen Woche wurden Medienberichten zufolge Kabel des Internetanbieters Seacom, die Europa mit dem Nahen Osten und Asien verbinden, beschädigt. Ob die Vorfälle zusammenhängen, war nicht bekannt. Seacom ging nach eigenen Angaben nicht von Sabotage aus, berichtete die Webseite TechCentral.

(APA/dpa)

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5 Kommentare
13

Irgendwie lustig

Das Zeitalter des Internets - globale Kommunikation, Kriege werden laut "Experten" in der Zukunft im Cyberspace geführt usw usf

Dann schneidet einer ein Kabel durch und schwuppsdiwupp - nix geht mehr.

Irgendwie trotz allen Vorteilen des Internets ein beruhigendes Gefühl...

Re: Irgendwie lustig

Nirgendwo steht, dass "nix mehr geht". Das Internet besteht zum Glück nicht nur aus einem einzigen Mittelmeerkabel ;-)
Lediglich eine wichtige Route wurde beschädigt, für den Datenverkehr wurden dann eben andere Routen benutzt. Außer viele unnötige Kosten hätte ein "Anschlag" auf ein derartiges Unterseekabel nichts gebracht.

Re: Irgendwie lustig

Das zivile Netz wurde beschädigt...
Militärischen Netzen könnens kein Kabel durchschneiden.

Aus der Geschichte nichts gelernt!

Wenn man Industrienationen schädigen will, zerstört man seine Kommunikationsmittel. Seit den Anfängen der "Seekabel" wurden diese sofort bei einem Konflikt durchtrennt. Dies war auch der Grund warum das "Deutsche Kaiserreich" sehr viele Großsendeanlagen z.B. Togo in Afrika baute.

Unter diesem Aspekt ist das geplante Seekabel von Europa über England durch den Nordpol nach Asien wieder ein Thema.

Diese Perlentaucher

schrecken aber auch vor gar Nichts zurück, wenn sie den Westen schädigen können!

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