US-Gericht: Weiterverkauf von MP3s ist illegal

02.04.2013 | 08:41 |   (DiePresse.com)

Der Anbieter ReDigi, der "gebrauchte" MP3s verkauft, würde das Urheberrecht verletzen, lautet das Urteil.

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Ein US-Gericht hat in einem wohl wegweisenden Urteil den Weiterverkauf von digitalen Musikstücken untersagt. In einem Prozess zwischen Capitol Records und dem Online-Anbieter ReDigi entschied Richter Richard Sullivan, dass die MP3s, die vormals von iTunes und anderen Plattformen legal heruntergeladen wurden, nicht als "Gebrauchtware" weiterverkauft werden dürfen. Der Richter sieht hier eine illegale Vervielfältigung einer Datei, wie Wired berichtet.

Zwar verhindert ReDigi, dass Nutzer sich eine Datei, die die selbst bei dem Anbieter hochgeladen haben, noch einmal holen. Allerdings gibt es keinen Mechanismus, der das Kopieren der MP3s vor dem Upload auf ReDigi verhindert. Jeder, der dort seine Dateien verkauft hat, hätte vorher für sich selbst Kopien erstellen können.

Capitol Records hatte ReDigi als "Clearinghaus für Urheberrechtsverletzungen" bezeichnet und Schadenersatz von bis zu 150.000 US-Dollar pro Musikstück gefordert. ReDigi beharrt auf der Auffassung, dass sein Angebot unter die "First Sale"-Doktrin im US-Recht falle, die besagt, dass Kopien von urheberrechtlich Geschützten Werken weiterverkauft werden dürfen, wenn man damit auch all seine Rechte daran veräußert. Richter Sullivan widersprach dieser Ansicht.

 

(Red.)

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15 Kommentare

völlig übertrieben, diese Künstler-Lobby,

mit der irren Forderung der Festplattenabgabe haben sie sich endgültig disqualifiziert. zum Glück kommt die (vorerst) nicht ...

Aus meiner Sicht gehört das ganz anders geregelt:
Der Besitz jeglichen Materials wie Musik, Bücher, Filme etc. gehört legalisiert, ganz egal wie man sich das aneignet...

lediglich ein Geschäft darf ich mit dem fremden Material nicht machen, dann kann ich auch was zahlen dafür, eh klar...

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traurig

ich glaube wenn man Dateien legal kauft ist man schlechter dran, als wenn man sie sich illegal besorgt ...

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Wer Software kauft, der kauft Nutzungslizensen und nicht das Produkt....

Und diese kann man nicht weiterverkaufen. Wer sich mal diesen langen Text durchlesen würde, (Der über dem "Zustimmen" Hackerl) würds wissen.

Re: Wer Software kauft, der kauft Nutzungslizensen und nicht das Produkt....

Software ungleich Musik/Film.

Re: Wer Software kauft, der kauft Nutzungslizensen und nicht das Produkt....

warum kann man Lizenzen mit CD oder DVD nicht verkaufen?? ist doch Usus...

Re: Wer Software kauft, der kauft Nutzungslizensen und nicht das Produkt....

Ich verstehe nicht, warum das nicht bei Software schon längst groß draufsteht.

Re: Wer Software kauft, der kauft Nutzungslizensen und nicht das Produkt....

Zumindest in Österreich sind solche EULA ungültig, da sie zum Zeitpunkt des Kaufes nicht bekannt waren.

1 0

in Österreich

ist die Rechtslage leider mW die selbe. der Erschöpfungsgrundsatz der Verbreitung, der den Weiterverkauf im Urheberrecht zulässig macht, setzt eine Körperlichkeit voraus. Heruntergeladenes fällt daher jedefalls raus - bei CDs und DVDs siehts zum Glück anders aus.

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der richter hat doch einen vogel

daraus würde sich ergeben, dass überhaupt nichts mehr, also auch keine realen gegenstände weiterverkauft werden dürfen, denn auch das design eines gegenstandes ist ein Urheberrecht!


Re: der richter hat doch einen vogel

Wenn das Design bei dem Gegenstand die Hauptsache ist,

und du bringst es zusammen, das Ding zu verkaufen UND gleichzeitig zu behalten,

dann stimmts

in vielen Ländern.

4 0

Re: Re: der richter hat doch einen vogel

natürlich muss, die legal gekaufte mp3 Partei, die ich legal gebraucht verkaufe, auf meinen Datenträgern löschen!

das ist genauso mit den Nutzungsrechten an einer Software, die darf ich auch gebraucht weiterverkaufen wenn ich sie selbst bei mir nicht mehr verwende und die Dateien lösche.

was die amis in ihre Bedingungen schreiben ist vollkommen egal, durch ein häckchen auf was immer für einer internetseite kommt kein vertrag zustande!

Re: Re: Re: der richter hat doch einen vogel

Durchaus, dadada.
Ich habe freilich nie derartiges verkauft und diese Bedingungen nicht überlegt.

cu!

Und wie

sieht das mit normalen Second Hand Geschäften aus, in denen CDs und Spiele weiterverkauft werden?

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Re: Und wie

solange man keine kopie anfertigt wird es normalerweise geduldet. allerdings gabs da auch schon fälle auf ebay wo leute cds um 1 euro versteigert haben und der urheber geklagt hat.

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Re: Re: Und wie

und wie sind die Klagen ausgegangen, und in welchem Land wurde geklagt?
Dass in D ein völlig derpertes Urheberrecht gilt, ist ja schon hinlänglich bekannt.

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