Deutsche Internet-Drosselung kein Fall für die EU

26.04.2013 | 08:03 |   (DiePresse.com)

Die Deutsche Telekom drosselt nach einem bestimmten Datenvolumen die Geschwindigkeit des Festnetz-Internets.

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Die Deutsche Telekom sorgt in Deutschland mit einer Festnetz-Internet-Drosselung für Aufregung. Künftig soll nach einem bestimten Datenvolumen die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Deutsche Politiker sehen die Netzneutralität gefährdet, die EU sieht aber keinen Handlungsbedarf. Die geplante Beschränkung bei Internet-Flatrates ist nach den Worten von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes kein Fall für die Europäische Kommission. Vielmehr sollten nun die Kunden "mit den Füßen abstimmen", sagte Kroes der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) laut Vorausbericht.

Die Tarifänderung könnte etwa Kunden betreffen, die sich im Netz viele Filme herunterladen. Wer mehr Daten übertragen will als in seinem Tarif vorgesehen, soll sich Zusatzpakete kaufen können. In Österreich ist diese Praxis derzeit bei Mobilfunk-Tarifen Gang und Gäbe, bei Festnetz-Tarifen gibt es die Drosselung hingegen nicht.

"Wenn ein Unternehmen höhere Preise für höhere Datenmengen durchsetzen will, ist das normal", sagte Kroes. "Die EU wird deswegen nicht eingreifen - aber die Kunden können es tun!"

Die Pläne des Bonner Konzerns stoßen auf Kritik in der deutschen Bundesregierung. "Anscheinend steht die Telekom auf der Leitung - sonst würde sie erkennen, dass ihr neues Geschäftsmodell ein klassischer Rohrkrepierer zu werden droht", sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner dem Blatt. "Sollte sich herausstellen, dass die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzt, muss das Kartellamt einschreiten. Falls die neuen Tarife eine Gefahr für die Netzneutralität darstellen, muss die Bundesnetzagentur tätig werden", forderte die CSU-Politikerin.

 

(APA/Reuters/Red.)

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