Chinesisch, Arabisch: Das Internet wird multikulturell

09.10.2007 | 12:27 |   (DiePresse.com)

Ab nächstem Jahr sollen auch Internet-Adressen in nichtlateinischen Schriften möglich sein.

Die für die Verwaltung von Internetadressen zuständige ICANN startet am 15. Oktober einen Test mit Domain-Namen in nichtlateinischen Schriften. Der Test wird es erstmals ermöglichen, vollständige Internet-Adressen in elf zusätzlichen Zeichensätzen aufzurufen: traditionelles Chinesisch, vereinfachtes Chinesisch, Arabisch, Persisch, Russisch, Hindi, Griechisch, Koreanisch, Hebräisch, Japanisch und Tamilisch.

Bei dem Testlauf werden die weltweit 13 Root-Nameserver der ICANN mit Adressen in diesen Schriften gefüttert, so dass diese dann von jedem Internet-Browser aus aufgerufen werden können. Bisher beherrscht die Domain-Verwaltung bei den Top-Level-Domains (TLD), also den Endungen wie "de" oder "org" nur die Zeichen von a bis z, 0 bis 9 sowie den Bindestrich, insgesamt 37 Zeichen.

Internet-Nutzer aus Kulturräumen mit anderer Schrifttradition klagen schon lange über diese Beschränkung und fordern eine entsprechende Globalisierung der Internet-Verwaltung. Wenn der Test erfolgreich verläuft, sollen die neuen Zeichensätze bis Ende nächsten Jahres eingeführt werden. (Ag.)


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