
Der Musikkonzern Warner Music verzichtet seit Donnerstag auf DRM (Digital Rights Management) im Online-Handel. Der gesamte Katalog des Plattenlabels ist bei Amazon daher ohne Kopierschutzbeschränkungen erhältlich. Außerdem sollen künftig auch exklusive Tracks und andere digitale Musikprodukte bei dem bekannten Onlinehändler angeboten werden. Mit EMI und Universal Music steht Amazon bereits seit dem Launch ihres Online-Musikhandels im September unter Vertrag. Ergänzt wird das Angebot von Amazon durch kopierschutzfreie MP3s von mehr als 30.000 unabhängigen Labels.
Sony BMG letztes Label mit DRM
Das bedeutet, dass Sony BMG die letzte der vier großen Plattenfirmen ist, die ihre Musik noch mit Kopierschutz ins Netz stellt. Branchenkenner berichten jedoch, dass der Musikkonzern Downloads ohne Kopierschutz bereits Anfang 2008 anbieten will. Erster Konzern, der auf den Kopierschutz verzichtete, war EMI. Das Major Label arbeitet seit April mit iTunes, dem Online-Musikportal von Apple, zusammen.
Warner verhandelt mit Apple
Einige Manager aus der Musikindustrie sehen im Verzicht auf DRM die Möglichkeit, die Dominanz von Apple im Musik-Downloadbereich zu brechen. So liefert beispielsweise Universal Music ungeschützte Musik über die Portale von Wal-Mart, Real Networks und Amazon, jedoch nicht über iTunes. Warner jedoch will sich dieser Politik nicht anschließen und verhandelt bereits mit Apple.
Musik von Amazon nur für USA
Amazon bietet für US-amerikanische Kunden seit September fast 3 Millionen Musiktitel DRM-frei zum Download an. Die Preise für die einzelnen Songs, die im MP3-Format (256 kBit/s) codiert sind, bewegen sich zwischen 89 und 99 US-Cent (ca. 68 Euro-Cent). Bill Carr, Vizepräsident von Amazon im Bereich Digital Music, verweist erfreut auf das Feedback der Verbraucher: "Unsere Kunden sind zufrieden mit unserem DRM-freien MP3-Service. Wir haben seit September tausende E-Mails von unseren Kunden erhalten, in denen sie uns für die größte Auswahl hochwertiger MP3-Downloads danken." Bei Warner hat man die Wünsche der Endkunden akzeptiert: "Die Verbraucher wollen Flexibilität und mit der Musik nach dem Kauf machen, was sie wollen", wird Michael Nash, der Senior Vice President des Plattenlabels zitiert.
(AG/RED)

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