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Webdesign: Information muss überschaubar bleiben

01.07.2008 | 18:33 |  SABINE BRANDSTETTER (Die Presse)

Inhalt und Aktualität sind für Besucher einer Homepage, die nach Informationen suchen, oft wichtiger als aufwendige Grafik und ausgeklügelte technische Spielereien.

N ur wenige Augenblicke entscheiden, ob ein Besucher einer Website auf der Seite verweilt oder seine Informationssuche im Netz fortsetzt. Ein professioneller Web-Auftritt ist essenziell. Unternehmens-Homepages sollten deshalb nicht unbedingt zum Spielfeld allzu kreativer Designer und Technologiejünger werden, sondern sich in erster Linie nach den Bedürfnissen der Kunden richten. Wer ins Internet geht, befindet sich meist auf der Suche. „Suchen ist durch einen gewissen Zeitdruck geprägt und führt dazu, Informationen nur nach ganz bestimmten Merkmalen zu filtern. Kurz, was nicht ins Schema passt, wird nicht wahrgenommen und, wenn es sich nicht leicht ausblenden lässt, als störend empfunden“, erklärt Alexander Kreisler, Creative Director, Client Design Services IBM Europe. Eine übersichtliche und klare Navigation sei deshalb entscheidend für die Webpräsenz eines Unternehmens. „Mit nur wenigen Klicks muss dem User die gewünschte Information zur Verfügung stehen“, betont Robert Schweinzer, Leiter Produktmanagement bei APA-Multimedia. Eine Sitemap, die einen Überblick über die gesamte Seite liefert, erleichtert nach Ansicht der Experten den Nutzern die Orientierung. Ebenso eine interne Suchfunktion, die die Website nach der gewünschten Information durchforstet. Eine Option, das gesamte Internet zu durchsuchen, sollte allerdings ausgespart werden, schließlich möchte man den soeben gewonnenen Besucher nicht sofort wieder an die Weiten des Web verlieren.


Sitemap und Suche

Webdesign-Profis empfehlen einen Link zur Startseite auf jeder Unterseite der Webpräsenz, da Surfer, die über Suchmaschinen auf die Site gelangen, oft nicht sofort auf der Hauptseite landen. Tote Links verärgern die Besucher ebenso wie langes Scrollen und lange Ladezeiten. „Unterstützendes Bildmaterial wird von Usern grundsätzlich positiv aufgenommen, weniger ist allerdings oft mehr“, weiß Sepp Tschernutter, CEO Trimedia Communications Austria GmbH. Blinkende Texte und sich ständig bewegende Elemente wirken unruhig. Der User wird abgelenkt, und der Inhalt rückt in den Hintergrund.

Auch der Versuch, seine Besucher mit den neuesten Technologien zu beeindrucken, erweist sich oft als kontraproduktiv. Nicht alle User verfügen über aktuelle Software. Im besten Fall bleibt ihm das Betrachten der Website verwehrt, im schlimmsten stürzt der Rechner ab. Multimedia-Elemente wie Animationen, Filme oder Spiele sollten deshalb nur eingesetzt werden, wenn sie einen echten Mehrwert bieten, raten die Experten. „Web 2.0-Tools, wie Blogs oder Foren, können statische Selbstdarstellungen in Dialogplattformen transformieren“, rät Tschernutter.

Die Verwendung von sogenannten Framesets verkürzt die Ladezeit und vereinfacht die Navigation, indem der erste Frame für die Steuerung zuständig ist und der zweite Frame das jeweilige Dokument anzeigt. Durch den fixen Frame bleibt außerdem das Erscheinungsbild der Seite gleich. Für den User hat diese Technik allerdings nicht nur Vorteile: Die Seite als Bookmark hinzuzufügen funktioniert nicht, das Anfertigen von Ausdrucken wird erschwert. Außerdem finden Suchmaschinen Seiten, die ausschließlich aus Frames aufgebaut sind, nicht.

Entscheidend ist auch, dass die Seite in allen gängigen Browsern und mit unterschiedlichen Bildschirmauflösungen ordentlich angezeigt wird. Umfangreiche Tests vor Inbetriebnahme der Site sollten deshalb eine Selbstverständlichkeit sein, betonen Webdesign-Profis.

„Was den Inhalt angeht, ist Aktualität ein absolutes Muss“, unterstreicht Kreisler. „Wichtig ist es, den User nicht zu überfordern. Die Informationsaufnahme vor Bildschirmen ist um ein Viertel langsamer als auf Papier, daher sind Gliederungselemente wie beispielsweise Zwischentitel und Absätze, aber auch eine einfache, verständliche Sprache überaus wichtig“, erklärt Schweinzer. Texte benötigen eine übersichtliche Struktur. Alle wichtigen Informationen, etwa Preise, müssen vorhanden und rasch auffindbar sein. Die Zielgruppe sollte stets im Auge behalten werden. Typische Barrieren wie zum Beispiel eine zu kleine Schrift für einen älteren Kundenkreis können so vermieden werden.


Pop-ups verpönt

Kontaktmöglichkeiten wie Adresse, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Anfahrtsplan sind nicht nur Serviceangebot für den Kunden, sondern erhöhen auch maßgeblich den Glaubwürdigkeitsfaktor der Seite. Laut einer User-Umfrage von contentmanager.de liegt Anonymität nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern sowie seltenen Aktualisierungen auf Platz drei jener Faktoren, die eine Website wenig seriös erscheinen lassen. Auch mangelnde User-Freundlichkeit und ein geringer Bekanntheitsgrad haben einen negativen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit einer Homepage. Werbung sollte nur äußerst sparsam eingesetzt werden, um die Seriosität der Website zu signalisieren. Auf Pop-ups sollte gänzlich verzichtet werden.

websites im test

Usability-Tests messen die Benutzerfreundlichkeit einer Website. Betreiber können so herausfinden, wie sich User auf ihrer Homepage bewegen – wobei auf Navigationspfade und häufige Ausstiegsstellen geachtet wird. Das bloße Zählen von Page Impressions liefert zwar einen Richtwert über die Beliebtheit einer Website, eine hohe Zahl an Seitenaufrufen kann aber auch auf schlechte Menüs hinweisen, die die User zu vielen Klicks zwingen.

www.handbuch-usability.de

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2008)


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3 Kommentare
 
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Von LUPO am 01.07.2008 um 21:26

Werbung

Oder dicke fette flash-Werbung welche die CPU meines UMPC zu 100% beschäftigt, oder überlastete externe Seitenstatistik, die das Laden verzögern. Da wird die Werbung dann kontraproduktiv.

Antworten Von Gast: Crusader am 02.07.2008 um 08:23

Re: Werbung

Ja, da sollte die online Presse mal ein bischen ihre Seite optimieren...........

Antworten Antworten Von DI Josef Gebauer am 02.07.2008 um 11:31

Absolut d'accord!

Kann jemand einmal den Website-Strickern der online-Presse den Link auf diesen Artikel schicken?

 
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