"Aufgrund der vielen Anfragen beschäftigen wir uns nun schon einige Zeit mit dem Thema Zensur in China", erklärt die Sprecherin des "Chaos Computer Club (CCC)", Constanze Kurz, gegenüber deutschen stern.de. Um Reportern und Sportlern zu helfen, wurde die Seite www.chinesewall.ccc.de erstellt. Dort findet man einige Hinweise, wie man auch in China uneingeschränkt ins Internet kommt.
Die Online-Zensur in China besteht aus einer Reihe von Filter- und Blockiertechnologien. Das gesamte System wird in Anlehnung an die Chinesische Mauer in Fachkreisen daher gerne "great firewall of china" genannt. Der CCC listet auf seiner Seite beispielsweise folgende Möglichkeiten auf, sie zu umgehen:
Möglichkeit 1: Proxy-Computer
Eine technisch relativ einfache Variante, die Mauer zu überlisten, sind Vermittlungscomputer außerhalb Chinas. Greift man von China aus auf so einen "Proxy" zu, greift die chinesische Zensur nicht - da sie nur den dortigen Computer kontrollieren kann. So umgeht man etwa Wortfilter in China, die bei verbotenen Begriffen wie "Tibet" oder "Menschenrechte" Alarm schlagen würden.
Ein Problem haben die Proxys aber, wie Lars Fischer vom CCC im "Stern" zugibt: "Ein Proxy, der heute funktioniert, kann morgen schon von den Zensoren entdeckt und gesperrt worden sein". Es ist demnach wie ein Spiel mit Schummelzetteln: Man schreibt einen, wird erwischt, schreibt einen neuen etc.
Möglichkeit 2: Tunnel graben
Ein recht sicherer Weg ins freie Internet sind verschlüsselte Tunnel. mittels eines VPN ("Virtuelles Privates Netzwerk" kann ein chinesischer Computer direkt mit einem Netzwerk außerhalb verbunden werden. Der CCC möchte einen solchen VPN-Endpunkt in den kommenden Tagen zur Verfügung stellen.
Versteckspiel durch TOR
Wann immer man gegen die chinesischen Zensurbestimmungen verstößt, möchte man dies wohl so annonym wie möglich wagen. Beispielsweise durch das TOR ("The Onion Routing"). Das Programm leitet die Daten eines Users so lange über mehrere Server, bis seine Spur praktisch nicht mehr nachzuvollziehen ist. Unterwegs werden die Datenpakete verschlüsselt und immer wieder durcheinander gewürfelt.
"Another stick in the Wall"
Obwohl TOR-Dienste promlemlos gratis im Internet erhältlich sind (es ist ein Non-Profit-Projekt), bietet der CCC einen USB-Stick mit einem aufgespielten Programm an. So entsteht "another stick in the wall".
(Red.)

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