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Frankreich beschließt umstrittenes Filesharing-Gesetz

03.11.2008 | 08:01 |   (DiePresse.com)

In Frankreich wird für illegales Filesharing der Internetzugang gesperrt. Die Internet-Provider fühlen sich ausgenutzt und protestieren. Die EU hält diese Strafe für unangemessen.

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Mit überwältigender Mehrheit hat der Französische Senat für ein besonders umstrittenes Gesetz gestimmt, das illegalem Filesharing im Internet einen Riegel vorschieben soll. Das Anti-Piraterie-Gesetz sieht eine Dreistufen-Regelung vor, wonach beim dritten Verstoß dem "Internetpiraten" der Zugang zum Internet durch den Internet-Service-Provider (ISP) für ein Jahr untersagt wird. Die Europäische Union hält diese Strafe für unangebracht, berichtet The Register. Die Internetprovider Frankreichs haben sich bereits mehrfach gegen eine solche Regelung ausgesprochen, da sie nicht die Verantwortung für die Einhaltung von Copyright-Gesetzen tragen wollen.

15 Gegenstimmen

Im Juli hat Frankreich den Gesetzesentwurf auf EU-Ebene vorgeschlagen. Das Europäische Parlament hat das Modell jedoch verworfen und sich zudem ausdrücklich gegen die Sinnhaftigkeit einer Internetsperre durch die ISPs ausgesprochen. In Frankreich hat der Senat das Dreistufen-Gesetz mit 297 Pro-Stimmen und nur 15 Gegenstimmen beschlossen. Verbindlich ist es jedoch noch nicht. Die Nationalversammlung muss ebenfalls noch zustimmen und kann das Gesetz zu Fall bringen. Eine mildere Version, bei der statt einer Internetsperre als dritte Stufe eine Geldstrafe vorgesehen wäre, wurde im Senat abgelehnt.

Verwarnung per Post und E-Mail

Im Detail sieht das Dreistufen-Gesetz vor, dass jemand, der beschuldigt wird, ein Internetpirat zu sein, zuerst eine Verwarnung per E-Mail bekommt. Wenn diese Person dann weiterhin Filme, Musik und Software oder Ähnliches aus dem Internet herunterlädt und dabei Urheberrechte verletzt, bekommt sie als nächsten Schritt eine Verwarnung per Post zugeschickt. Sollten diese beiden Verwarnungen keine Wirkung zeigen, muss der jeweilige Provider den Internetzugang dieser Person für ein Jahr sperren. Die Internetprovider in Frankreich sind jedoch der Meinung, dass dies nicht in ihren Aufgabenbereich fällt.

 

(pte)

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2 Kommentare
Gast: Heinz Geyer
04.11.2008 11:09
0 0

Raus aus der EU?

Frankreich entwickelt sich immer mehr in Richtung Staats-Stalinismus, mit dazugehoeriger Einheitspartei. Wie lange darf so ein Land die EU beschmutzen?

Gast: frage
03.11.2008 16:19
0 0

bleibts dabei?

müssen diese user dann trotzdem noch strafe zahlen oder bleibt es bei den verwahrnungen und dem gesperrten account?