YouTube castet klassisches Online-Orchester

Die Video-Plattform bietet den Gewinnern ihres Wettbewerbs die Möglichkeit, in der berühmten Carnegie Hall in New York zu spielen. Die Bewerbungs-Frist läuft bis 28. Jänner.

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Screenshot YouTube

Musik von Amateuren auf YouTube ist oft von eher zweifelhafter künstlerischer Qualität. Daher sucht die Plattform nun selbst nach klassischen Musiktalenten. Im Zuge eines Wettbewerbs sollen begabte Nutzer ihr musikalisches Können unter Beweis stellen und um einen Platz im "weltweit ersten Online-Orchester" kämpfen. Ab sofort bis einschließlich 28. Jänner können die Nachwuchskünstler Beiträge einreichen, über die dann in einem öffentlichen Voting zwei Wochen später abgestimmt wird.

Gewinner spielen in Carnegie Hall

Die Gewinner des Wettbewerbs werden nach New York in die Carnegie Hall eingeladen, um dort an einem drei Tage dauernden Gipfel für klassische Musik teilzunehmen und aufzutreten. Die Aktion dreht sich rund um ein von YouTube bei dem chinesischen Komponisten Tan Dun in Auftrag gegebenes Musikstück. Dieser ist unter anderem für Oscar-gekrönte Filmmusik zu "Crouching Tiger Hidden Dragon" und "Hero" bekannt.

Eine Jury, die sich aus Vertretern der professionellen Orchester zusammensetzt, trifft Ende Januar eine Vorauswahl aus den eingereichten Videos. Danach wird öffentlich über die endgültigen 80 Mitglieder des YouTube-Orchesters abgestimmt.

Pflicht und Kür zur Teilnahme

"Nutzer aus aller Welt können an dem Wettbewerb teilnehmen. Einzureichen sind insgesamt zwei Videos. Eines, in dem das Stück von Tan Dun nach eigener Interpretation vorgetragen wird und eines nach freier Wahl, das das grundsätzliche musikalische Talent zeigen soll", erläutert YouTube-Sprecher Kay Oberbeck.

Unterstützt werde das Projekt unter anderem von den Berliner Philharmonikern und dem London Symphony Orchestra. Dabei sind die Teilnehmer nicht zwingend auf den Gebrauch von Musikinstrumenten festgelegt. Den Nutzern wird jegliche Freiheit beim Vortragen von Duns Komposition gewährt. Auch die Stimme kann zum Einsatz kommen. "Allerdings soll nicht gesungen, sondern zumindest Geräusche nachgeahmt werden", erklärt Oberbeck.

"Stomp" trifft Klassik

In einem BBC-Interview verriet Dun zuletzt, dass er sich bei seinem neusten Werk von Spaziergängen durch New Yorks Straßen und den dort gehörten Maschinen- und Motorengeräuschen beeinflussen ließ. "Es darf alles benutzt werden: Metall, Stäbe, alles kann zum Erzeugen von Musik, Beat oder Rhythmus herangezogen werden", so Dun. Die Noten zu Duns Komposition "Eroica" sowie einige Beispielvideos finden sich unter der offiziellen Webseite.

Video-Ausschreibung

 

 

 

(pte)

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