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Südkoreanischer Wirtschafts-Blogger verhaftet

12.01.2009 | 17:20 |   (DiePresse.com)

Mit Falschaussagen soll ein 30-Jähriger der koreanischen Wirtschaft geschadet haben. Der als "Minerva" bekannte Blogger hatte den Zusammenbruch der Lehman Brothers korrekt vorhergesagt.

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Weil er über die Wirtschaftskrise in Internetforen berichetet hat, droht dem 30-jährigen Südkoreaner Park Dae-Sung jetzt eine Anklage wegen Vertoßes gegen das Kommunikationsgesetz. Durch seine Beiträge zur Wirtschaftspolitik der koreanischen Regierung sei es angeblich zu einer Verringerung der Devisenreserven des Landes gekommen. Umgerechnet geht es um einen Schaden von etwa 1,5 Milliarden Euro, berichtete "The Korea Herald" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Dem Blogger selbst droht im Fall einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe.

Der Blogger, ein arbeitsloser Akademiker, hatte unter dem Namen "Minerva" mehr als 100 Artikel in einem beliebten koreanischen Internetforum veröffentlicht. Laut Medienberichten hatte er den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers und eine deutliche Abwertung der südkoreanischen Landeswährung Won korrekt vorhergesagt. Allerdings trafen auch einige seiner Vorhersagen nicht zu. Er wird angeklagt, aufgrund von Falschinformationen der koreanischen Volkswirtschaft geschadet zu haben. Ende Dezember soll der Blogger die Öffentlichkeit unter anderem mit einem Eintrag irregeführt haben, wonach die Regierung die Banken des Landes angewiesen habe, keine US-Dollar mehr zu kaufen. Durch die Maßnahme sollte der Werteverfall des südkoreanische Won aufgehalten werden. Nach dem Eintrag des Bloggers war der Andrang auf den Dollar nach Angaben der Ermittler steil nach oben gegangen. Dadurch sei die Stabilität des Wechselkurses weiter in Mitleidenschaft gezogen worden. Zur Stabilisierung des Marktes habe die Regierung einen Teil der Devisenreserven mobilisieren müssen. Der Blogger sei sich der Folgen bewusst gewesen, sagt die südkoreanische Staatsanwaltschaft

Die Verhaftung von "Minerva" hat im Land eine heftige Debatte über freie Meinungsäußerung ausgelöst. Zahlreiche Internetnutzer und Oppositionsabgeordnete werfen den Behörden vor, mit der Verhaftung das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zu missachten. Die Regierungspartei fordert im Gegenzug eine stärkere Kontrolle von Online-Inhalten.

(Ag.)

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3 Kommentare
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Demokratie?

Angesichts dieser Meldung muss man sich fragen, ob dieser Staat noch als demokratischer bezeichnet werden darf oder aber Wahlen lediglich dazu dienen einen Schein aufrecht zu erhalten - wie in manch anderen Staaten auch. Es ist bezeichnend, dass Menschen, die eine der offiziellen Linie einer angeblich demokratischen Regierung widersprechen, als Staatsfeinde behandelt werden. Nimmt man dieses Faktum als Maßstab, kann man die demokratische Gesinnung messen.

phuter
12.01.2009 18:51
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Na hoffentlich...

Werden dann die Lügner in unseren Mainstreammedien, die den Bürgern über Monate hinweg erklärt hatten, das alles so sicher ist und diese dann um ihr erspartes brachten, ebenso inhaftiert!


Antworten Gast: hein
13.01.2009 10:53
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Re: Na hoffentlich...

den einheimischen medien vorwürfe zu machen geht wohl zu weit. blödheit, unbildung usw ist ja nicht direkt strafbar. ausserdem sind diese leutchen ja voll mit den recherchen rund um arigona ausgelastet. zu mehr würde es auch nicht reichen.