Seit vergangenem Wochenende hat das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook ein neues Design. Durch kleinere Änderungen ist die Plattform nun dem Microblogging-Dienst Twitter ein wenig ähnlicher geworden und zeigt auf seiner Startseite nun einen Nachrichtenstrom, der aus den Aktivitäten aller Freunde, abonnierten Seiten und eigenen Meldungen besteht. Nun macht eine kleine Umfrage-Anwendung die Runde, die Nutzer das neue Design bewerten lässt. Das Ergebnis: 94 Prozent sind mit den Änderungen unglücklich.
Rund 900.000 Nutzer haben bereits abgestimmt und es kommen stündlich neue hinzu. In den Kommentaren beschweren sich zahlreiche Mitglieder, dass die Webseite seit den Änderungen zu kompliziert ist. Viele fordern auch die Möglichkeit das Design selbst zu wählen. Aber was hat sich eigentlich genau geändert? Auf der Startseite ist nun ein Nachrichtenfluss zu sehen, der sich nicht nur aus allen Aktivitäten der eigenen Freunde (wie etwa neue Fotos hochladen) sondern auch aus eigens dafür geschriebenen Meldungen zusammensetzt. Dazu stellt Facebook ein Eingabefeld zur Verfügung, das ständig die Frage "Was machst Du gerade?" beantwortet wissen will. "Geht dich einen Sch*** an, was ich gerade tue, Gesichtsbuch!", schreibt ein Nutzer in einer der zahlreichen Gruppen, die sich gegen das neue Design formiert hat.
Hoffen auf den Gewöhnungseffekt
Aber wie stehen eigentlich die Chancen, dass Facebook das Anliegen der "Wir wollen das alte Facebook Layout!"-Gruppen erfüllt? Eher schlecht. Auch bei Design-Änderungen in der Vergangenheit, gab es bereits von vielen Nutzern Widerstand. Aber nach einiger Zeit glätteten sich die Wogen und die Mitglieder gewöhnten sich an die Änderungen. Ohne ein paar davon wäre Facebook heute sogar kaum mehr denkbar. Dazu gehört etwa die ursprüngliche Einrichtung des Nachrichtenflusses in den Nutzerprofilen. Die einzigen Änderungen, die Facebook auf Nutzerbeschwerden bisher tatsächlich durchgeführt hat, waren Datenschutz-Änderungen.
Dennoch hat Facebook mit 175 Millionen Nutzern eine kritische Masse an Mitgliedern erreicht, die vielleicht nicht so gerne ständig neue, innovative Ideen ausprobieren wollen, kritisieren Experten. Die Änderungen kommen nämlich mitlerweile ein wenig häufig. Das letzte große Redesign ist erst knapp sechs Monate her. Wenn sich die Umkrempel-Aktionen in diesem Takt fortsetzen, könnte das laut Analysten durchaus drastische Rückgänge in den Nutzerzahlen auslösen.
(sg)

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