Liebe auf den ersten Geek-Klick

Nerd und Geek ist längst keine Beleidigung mehr, und Cosplayer sind keine Freaks. Bei der Partnersuche wird es aber schwierig. Auf g33kdating.com finden sich Gleichgesinnte.

Gleich und gleich gesellt sich gern.
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Gleich und gleich gesellt sich gern.
Gleich und gleich gesellt sich gern. – (c) REUTERS (DAVID MERCADO)

Jeder Topf hat seinen Deckel, zumindest besagt das ein altes Sprichwort. Wirft man einen Blick in die Tupperwaregeschäfte die ser Welt, dann könnte man daran zweifeln, denn entweder fehlt es an den Deckeln oder an den Dosen beziehungsweise Töpfen. Dabei ist das Liebesglück vielleicht nur einen Klick entfernt.

Immer mehr Menschen verlagern ihre Partnersuche ins Internet. Es gibt verschiedenste Plattformen. Man muss aber nicht auf jeder registriert sein, um das Liebesglück zu erhöhen. Singlebörsen gibt es zahlreiche. Und nun gesellt sich eine weitere dazu, die mit einem speziellen Angebot auftrumpfen kann. Die zu Beginn für Gamer entwickelte Plattform richtet sich nach Vollendung an all jene, die die Sprache der Nerds sprechen. Gamer, Cosplayer, LARPer (Live Action Role Player), Otakus, Pen-&-Paper-Spieler, Reenactment-Darsteller, Brettspiel-Feinschmecker, Comics- und Bücher-Fans haben unter g33kdating.com ein neues Online-Zuhause.

Geek-Algorithmus. Im englischsprachigen Raum sind derartige Plattformen keine Seltenheit mehr. In Österreich und Deutschland hingegen schon. Ein sogenannter Geek-Kompatibilitäts-Algorithmus sorgt dafür zu erkennen, welche Personen am besten zusammenpassen. Neben einem Profil bei dem die Nutzer ihre Leidenschaften angeben können.

Dabei werden typische Eigenschaften und Vorlieben erfragt. Ein Prinzip, das man auch von anderen Single-Börsen kennt, aber normalerweise wird man nicht nach der präferierten Gaming-Plattform gefragt. Das „Geek-Geständnis“ ist ungewöhnlich, aber bei der Registrierung nicht Pflicht.

Je genauer die Angaben sind, umso besser funktioniert der implementierte Verkupplungs-Algorithmus. Je nach eigener Prioritätensetzung errechnet der Algorithmus dann eine prozentuale Übereinstimmung mit anderen Usern. „Ich freue mich besonders“, so Matthias Fellinger, CEO & Founder, „dass nun auch endlich allen deutschsprachigen Geeks und Nerds eine eigene Dating-Plattform geboten wird.
Viel zu oft wird man aufgrund seiner Liebe zur Geek-Kultur auf normalen Dating-Plattformen schräg angesehen.“ Und ergänzt weiter: „Diese Seite ist zu 100 Prozent von Geeks für Geeks.“ Der Gründer hat seine Ehefrau selbst über eine Dating-Webseite kennen- und lieben gelernt.

„Ich schätze vor allem, dass durch das Internet die Grenzen verschwimmen“, erklärt Fellinger auf die Frage, ob die Distanz Österreich-USA zu Beginn nicht abschreckend war. „Im Gegenteil, ich bin froh, dass diese „Unerreichbarkeit“ nicht mehr gilt.“ Und genau das soll auch für seine Plattform gelten. Über die Grenzen hinweg sollen sich Menschen mit gleichen Interessen unterhalten können. Neben den üblichen State-of-the-Art-Features einer modernen Dating-Seite sind auch alle User angehalten, mit User-Blogs ihrem Profil weitere Tiefe zu verleihen oder sich einfach mit der Community auszutauschen.

Gleichgesinnte. Dabei geht es aber nicht nur darum, dass die große Liebe gefunden wird, sondern sich auch mit Gleichgesinnten auszutauschen. Die Seite wurde am romantischsten Tag – zumindest der Werbeindustrie zufolge – gegründet. Am Valentinstag startete die Betaphase. Bisweilen können sich alle Interessierten kostenlos anmelden. Derzeit ist keine kostenpflichtige Version geplant. Das Ziel ist, dass sich g33kdating.com gänzlich durch Werbung finanziert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2016)

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