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Privates Surfen am Arbeitsplatz: Neue Regeln für Beamte

01.09.2009 | 09:10 |   (DiePresse.com)

Je nach Ministerium war die private Internet-Nutzung am Arbeitsplatz bisher unterschiedlich geregelt. Welche Webseiten für Beamte gesperrt sind und wieviel heruntergeladen werden darf, wird nun vereinheitlicht.

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Am 1. September wird im Ministerrat beschlossen, wie Beamte das Internet an ihrem Arbeitsplatz nutzen dürfen. Das berichtet der "Kurier" in seiner Dienstags-Ausgabe. Bisher war die Internet-Nutzung je nach Ministerium unterschiedlich geregelt. Nun soll vereinheitlicht werden, welche Webseiten gesperrt sind und wieviel Datenvolumen heruntergeladen werden darf.

Grundsätzlich dürfen die 132.000 Bundesbediensteten das Internet am Arbeitsplatz auch privat nutzen. Das Abrufen privater E-Mails und privates Surfen darf allerdings nicht die Dienstausübung behindern. Außerdem dürfen keine zu großen Datenmengen anfallen, wobei aus dem Bericht keine konkrete Einschränkung hervorgeht. Tabu sind Webseiten, die dem "Ansehen des öffentlichen Dienstes" schaden könnten. Damit sind laut Kurier-Bericht Seiten mit illegalen Inhalten aber auch Pornografie verboten.

Bisher ist vor allem das Online-Netzwerken via Facebook in beinahe allen Ministerien verpöhnt. Auch YouTube ist vielen ein Dorn im Auge, aber etwa im Frauenministerium noch erlaubt, während im Wirtschaftsministerium bereits ein Verbot verhängt wurde. Weniger streng ist man etwa im Justizministerium. Seitensperren sind hier generell noch kein Thema, hieß es auf Nachfrage des "Kuriers". Auch im Wissenschaftsministerium wird nicht gesperrt, denn Arbeit und Vergnügen im Internet seien "schwer abzugrenzen".

 

(Red. )

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12 Kommentare
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Warum sollen Beamte nicht privat surfen?

... Ob sie schlafen oder surfen - dem Steuerzahler entsteht dadurch kein zusätzlicher Schaden.

Antworten Gast: hk1190
02.09.2009 13:39
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Re: Warum sollen Beamte nicht privat surfen?

Ein ziemlich verläßlicher Reflex. Was machen wir Schreiber hier bloß, wenn es irgenwann keine Beamten mehr gibt?
Dann werden nämlich die Aufgaben von kompetenten, fehlerlos arbeitenden, zukunftsorientierten, dynamischen, ... der sogenannten "Privatwirtschaft" übernommen. Dann können die Säulenheiligen der sogenannten Privatwirtschaft nur mehr über sich selbst schimpfen!

Gast: Wiener
01.09.2009 16:47
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Beamte??

Die sind ja eine sterbende Rasse, was ist mit den Vertragsbediensteten? In keinem einzigen Bericht auf irgendeiner Seite (orf, etc.) steht irgendetwas von denen, es wird nur über Beamte gesprochen, gilt das nun für alle oder nicht? Blöde Frage, aber doch logisch!

Re: Beamte??

Es gilt für Beamte und Vertragsbedienstete - allerdings hat sich die Verwendung des Begriffs "Beamte" für alle öffentlich Angestellten eingebürgert.
Es wäre schön, wenn die Presse hier solche fragwürdigen Entwicklungen genauer hinterfragt und durch andere Formulierungen Bewusstsein dafür schafft!

Gast: ET
01.09.2009 13:53
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Lustige Diskusssion!

Das gibt es nur im archaischen öffentlichen Dienst Österreichs.

Ich meine, der geschützte Wirtschaftsbereich hat ungleich wichtigereProbleme,als Regeln für die private Nutzung des Internetzes zu erstellen.

Es ist aber doch ein Zeichen, wie krank dieser Bereich ist.

Eigentlich sollte auch der geschützte Wirtschaftsbereich der Gesellschaft dienen.
Ich glaube diese Grundeigenschaft ist sowohl den Bediensteten als auch der verantwortlichen Führung vollkommen fremd geworden.

Antworten Gast: bankerin
04.09.2009 08:38
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Banales Beamtenbashing

Der geschützte Wirtschaftsbereich hilft derzeit das auszubügeln, was wunderbar kompetente Manager uns Steuerzahlern als Wirtschaftskrise "ausbuchen".
Reflexhaftes Beamtenbashing ist so banal.

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"darf allerdings nicht die Dienstausübung behindern"

Damit ist doch eh schon klar: solange ebenfalls fleissig gearbeitet wird, stellt die Internet-Nutzung kein Problem dar. Nur müsste man dazu halt mal die Arbeitsleistung halbwegs objektiv messen...

Re:

Gegen eine Arbeitsleistungserfassung wehrt sich aber die Gewerkschaft.
Abgesehen davon, haben manche öffentlich Bediensteten eine sehr ungleiche Auslastung, so haben sie teilweise nichts zu tun, zu einem anderen Zeitpunkt aber wieder zu viel.
Allerdings ist das Leistungsmanagement noch immer auf eine fixe Sollarbeitszeit ausgelegt und nicht auf eine Arbeitsleistung - d.h. der Staatsdiener sitzt im Büro und muss Daumen drehen, selbst wenn er jetzt lieber draußen wäre und im Winter bei Vollauslastung Überstunden leisten würde...

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Wo kämen wir denn da hin


Ich kann mich weder entsinnen dass ein Arbeitgeber dazu verpflichtet wäre seinen Dienstnehmern Tageszeitungen sowie die Freizeit diese nach Gutdünken zu lesen anzubieten als es mir auch unbekannt ist dass die Angestellten das Internet nach Lust und Laune für private Zwecke und Interessen während der Dienstzeit zu konsumieren.

Aber vielleicht habe ich die Gesetzgebung des 21. Jahrhunderts nicht aufmerksam genug verfolgt.

Oder kann es sein dass sich insbesondere die öffentlich Bediensteten mittlerweile selbst das Recht geschaffen haben, ihre Freizeitvergnügen als Dienst zu tarnen? Pragmatisierte Faulheit sozusagen?

Wo kämen wir denn da hin wenn die diversen beamteten SesselfurzerInnen während der spärlichen Rest-Arbeitszeit nicht auch noch fröhlich im Internet surfen könnten?

Danke! sagt ein Steuerzahler.

Gast: Auslandsösterreicher
01.09.2009 11:38
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Bei Wissenschaft und Justiz hoffe ich doch sehr, dass das Inet frei ist!

Wie sollen die Herren Polizisten anders prüfen? Und das Wissenschaft OHNE Inet nicht mehr klappt sollte selbst den verstaubten Österreichischen Politikern bewusst sein.
Wobei ich das auf keinen Fall als "Privat Surfen" sehen kann.

Der Rest?
In Deutschland wurde ein Mann entlassen weil er sein Mobile auf Firmenkosten geladen hat. In Österreich sitzen die Beamten also mehr als eine halbe Stunde vor der Box um Privates zu erledigen?! Ich würde darüber eine Studie verfassen und feststellen lassen wieviel das Ganze dem Steuerzahler kostet. Na da werdens aber Augen bekommen (grad in Österreich. DEM Beamtenstaat sondergleichen!)!

Aber was fällt Österreichischen Politikern dazu ein?
Wir müssen schauen das Alle Einheitlich nix arbeiten. ;D

(Jede andere Entscheidung hätte mich zutiefst betrübt... ;D)

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Re: Bei Wissenschaft und Justiz hoffe ich doch sehr, dass das Inet frei ist!


Wie viel an Forschung im WissenschaftsMINISTERIUM getrieben wird wollen wir doch mal dahingestellt sein lassen. :-)

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Bananenrepublik?

Anstatt über Effiziensteierung, Abbau von Bürokratie und Kosteneinsparungen zu Lösungen zu kommen, ist das einzige, was diese Politik zustande bringt, eine Regelung, wo den Beamten erlaubt wird, 30 Minuten PRIVAT WÄHREND der Dienstzeit zu surfen. Und das sei schon ein Erfolg, diese Regelung. D.h. dass vor dieser Regelung die Beamten mehr als 30 Minuten (täglich?) das Internet für private Zwecke verwenden. Und bezahlen darf das ganze Theater die Masse an dummen ASVGlern in der Privatwirtschaft. Aber natürlich werden die Beamten wieder ihre satte Gehalterhöhung und Biennien bekommen. Das private Surfen ist ja soooo anstrengend. Und die Kaufangebote, die man während der Dienstzeit im Internet findet, müssen ja auch irgendwie finanziert werden....