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Internetsicherheit: Kampf um Netzsperren

19.09.2009 | 18:46 |  von Martin Kugler (Die Presse)

Deutschland versucht, in die Inhalte im Internet einzugreifen. Es wird kritisiert, dass die Netzsperren unwirksam seien – und dass zudem die Tür für staatlichen Eingriff in die Inhalte des Internet geöffnet werde.

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In Deutschland gingen in den letzten Wochen die Wogen hoch – und zwar wegen eines Themas, das gewöhnlich die Massen nicht bewegt: die Internetpolitik. Nachdem die Regierung im Kampf gegen Kinderpornografie sogenannte Netzsperren beschlossen hatte, kam es zu riesigen Protestkampagnen in der virtuellen und zu Demonstrationen in der realen Welt. Kritisiert wird, dass die Netzsperren unwirksam seien – und dass zudem die Tür für staatlichen Eingriff in die Inhalte des Internet geöffnet werde.

„Das ist bei Weitem nicht die beste Lösung“, kommentiert Markus Klemen, Geschäftsführer des Kind-Kompetenzzentrums Secure Business Austria (SBA). Das Prinzip der Netzsperren: Verdächtige Internetseiten werden auf eine Sperrliste gesetzt. Die Betreiber sogenannter DNS-Server („Domain Name Service“) müssen diese Domänen sperren und zu einer anderen IP-Adresse umleiten: Der User sieht ein Stoppschild mit dem Hinweis, dass es sich um illegale Inhalte handle.

„Es gibt unglaublich viele Umgehungsmöglichkeiten“, sagt Klemen. Dieeinfachste: Man tippt einfach direkt die IP-Adresse ein – und schon hat man die eigentlich gesperrten Inhalte auf dem Computer. Oder man geht über einen ausländischen DNS-Server, denn dort wirken die deutschen Sperrlisten nicht. Problematisch sei weiters, dass auch andere Inhalte, die sich auf einem gesperrten Webserver befinden, mit gesperrt werden. Und das, ohne dass irgendjemand etwas dagegen unternehmen kann – denn die Sperrliste ist geheim.

„Das Grundübel ist, dass man den Zugang erschweren will, anstatt die Quellen zum Versiegen zu bringen.“ Nachsatz: „Das würde man in der realen Welt niemals machen.“ Viel sinnvoller wäre es, das Meldewesen deutlich auszubauen und jenen Menschen das Handwerk zu legen, die illegale Inhalte ins Netz stellen. Netzsperren brächten sogar den gegenteiligen Effekt: Die Zahl der dauerhaft aus dem Internet entfernten Seiten – die also von den Servern wirklich gelöscht wurden – geht zurück, berichtet Klemen.

Viel stärker erbost sind die Kritiker aber noch deshalb, weil der Staat damit in die Inhalte eingreifen würde. So erwarten sich Sicherheitskräfte, dass man auch Terrorseiten sperren könnte, manche Politiker wollen illegale Wettanbieter derart bekämpfen – und Musikverlage jubeln, dass man damit auch gegen illegale Musikdownloads vorgehen könnte. Klemen: „Das wäre ein Katastrophe für das Internet. Denn wo ist die Grenze?“ Details am Rande: Der Iran gratulierte Deutschland zu dem Beschluss.

SBA beschäftigt sich seit drei Jahren mit Sicherheitsproblemen im Internet und allgemein in IT-Systemen. Durch ständige Verbesserung von Protokollen und Programmen wird die Sicherheit sukzessive besser. Doch gegen das größte Problem kann die Technik nur wenig ausrichten: „Das größte Problem sitzt zwischen Sessel und Tastatur: der Mensch“. Zwar hätten z.B. die meisten User mittlerweile gelernt, auf Phishing-Mails nicht hereinzufallen. „Im Moment ist das bei Banken kein Problem“, so Klemen. Aber Tests, die SBA im Auftrag von Firmen durchführt, sprechen eine klare Sprache, wie sorglos mit vertraulichen Daten umgegangen wird. Bei einem fingierten internen Wettbewerb in einem Unternehmen gab rund ein Viertel der Mitarbeiter ihre User-Namen binnen einer Viertelstunde bekannt. fotolia/Yong Hian Lim

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2009)

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11 Kommentare
Saskatoon
20.09.2009 19:36
0 0

das internet ist frei

die menschen sind frei...

tja, sie merken es nur nicht, das sich die politik immer weiter vordränkt - mit fadenscheinigen methoden.

phuter
20.09.2009 10:19
3 0

Es ist doch offensichtlich...

Dass das Internet das einzige Medium ist, welches nicht unter Kontrolle steht. Egal ob TV, Print, Radio - der Redaktionelle Inhalt wird von den wenigen Eigentümern bestimmt - diese bilden ein Machtamalgam mit Hochfinanz und Politik. Das Internet ist die einzige Quelle, die Informationen abseits dessen bietet, was dem Volk via Medien als "Wahrheit" zum Fraß vorgeworfen wird.
Ohne Internet wären wir heute alle davon überzeugt, dass 911 entsprechend der offiziellen Darstellungen abgelaufen ist. Das dem heute eben nicht mehr so ist, macht den Mächtigen Angst und Sorge - das Internet erschwert es ihnen, die Menschen wie in der Vergangenheit zu belügen - und daher muss es auf das Niveau der klassischen Medien zurückgestutzt werden.
Das Internet, das sich diese Verbrecher wünschen darf nicht mehr sein, als ein erweitertes Vermarktungs- und Verdummungsportal für einen in Zielgruppen (Kasten) erfassten Pöbel, den es dumm und unmündig zu halten gilt.

0 0

Re: Es ist doch offensichtlich...

Bei der Mondlandung gab es noch kein Internet - und trotzdem glaubten unzählige Leichtgläubige an eine Fälschung (und tun es noch). Wäre bei 9/11 nicht viel anders gewesen.

Gast: Löser
20.09.2009 01:05
0 0

die deutsche Regierung soll endlich nach I srael verschwinden

wo sie auch die Interessen des Volkes vertritt und hingehört

wolfsgrau
19.09.2009 20:36
0 6

Welche Argumente man hier...

...bringt von den Gegnern, wenn es doch um Kinderschänder - sexuelle Verbrechensmaterialien geht die sie im Internet ablegen, auf den grausamsten Kindopfer -Prangern im Netz! Dieser seit 40 Jahren gut funktionierende Verbrechensstrom von und für Kinderschänder soll nun eurtopaweit bekämpft, die Seiten gesperrt und vom Server genommen werden!
Da es ja um Tatbestände realer sexueller Verbrechen an Kindern geht, die Verbreitung durch alle User die sich auf solchen verschlüsselten Foren, Chats, Platformen austauschen, eintauschen und peer to peer auch Life Übertragungen beiwohnen können wenn sie auch eingebracht haben wo dann hardcore Verbrechen bis hin zum Todeskampf von Babys zu sehen sind für diesen Abschaum unserer Gesellschaft und dagegen wehren sich Parteien wie die "Piraten" mit Zugpferd Jörg Taus es gilt noch die Unschuldsvermutung, der angeklagt ist wegen Kinderschänder Verbrechensmaterialien!

Das Stopp -SCHILD SOLL EIN ANFANG SEIN!

Gegen die Veröffentlichung der Kinderschänder regt man sich auch auf. Es dürfen nur die Kindopfer weltweit und über ihren Tod hinaus entmenscht, vergewaltigt, sadistisch gequält am grausamsten Pranger ausgestellt werden von eben diesen Perversen.
Hier hört man keinen Aufschrei?

Für unsere Kinder gilt kein Persönlichkeitsrecht, kein Menschenrecht. KINDER dieser sexuellen Verbrechen haben keine Lobby wie diese Kinderschänder!

www.gegensexuellegewalt.at INFORMATION & AUFKLÄRUNG für ELTERN und Menschen denen Kinder noch am Herzen liegen!

1 0

geh bitte...

lesen, anschauen, verstehen, dann mund wieder aufmachen.
ok?
danke :)

http://diepresse.com/home/techscience/internet/508486/index.do

sie werfen nur mit möglichst grausigen schlagwörtern um sich, verschweigen aber tunlichst, dass AM MISSBRAUCH SELBST sich nichts, aber auch GAR NICHTS ändert, nur weil paar deppen solche seiten nicht ansurfen können.

das übel sind nicht die seiten im netz, sondern die menschen, die so etwas wie kindesmissbrauch machen!
und denen ist es verdammt noch einmal egal, ob ein stoppschild da ist oder nicht... die missbrauchen ihre kinder weiter... und weiter... und weiter...
aber die politik kann sich auf die brust klopfen und sagen "wir tun ja eh was"

GAR NICHTS tun sie... sie machen die augen zu, machen die ohren zu und kleben kritikern den mund zu.
so schauts aus!

diese scheinheiligkeit ist einfach nur widerlich. nur die leute sind (wie so oft) größtenteils zu dumm, das zu kapieren.
stoppschild klingt gut... kenn ich vom autofahren... bleib dort zwar auch nie stehen, aber ist sicher eine gute sache!

die millionen an aufwand für diese sinnlose aktion hätten die deutschen besser in opferhilfe und echte ermittlungen stecken sollen!

wolfsgrau
20.09.2009 11:44
0 3

Re: geh bitte...

...Sie kämpfen um die Freiheit der Kinderschänder Platformen und deren Erhalt, ich bin froh wenn überhaupt einmal darüber nachgedacht wird, wie man diese Kinderschänder auf allen Linien eindämmen kann ihr Betätigungsfeld eingrenzt, sodass sie nur mehr ein Minimum an Tatmöglichkeiten haben!

Die Kindopfer im Internet verschwinden müssen!

Die Veröffentlichung der rechtmässig verurteilten vorangetrieben werden muss um Schutz vor ihnen zu gewähren!

Was Sie verteidigen, die Freiheit der User im Internet ist auch für mich klar und zu vertreten.
Aber nicht wenn es um sexuelle oder andere Verbrechen an Kindern geht! Da sollte man wohl noch unterscheiden dürfen!

Wer hier diese Grenze nicht zieht, sagt sehr viel für mich aus, da man sich davon nicht einmal distanziert, wie man an diesen Postern erkennen kann!

2 0

Re: Re: geh bitte...

können, wollen oder dürfen Sie es nicht kapieren? das "betätigungsfeld", wie Sie es ausdrücken, ist NICHT DAS INTERNET. kinderschänder schänden so oder so, egal ob sie ihre "werke" dann online stellen. DORT muss gehandelt werden. die leute, die an solchen schund herankommen wollen, werden es auch weiterhin tun. die stoppschilder sind weniger wert als ein placebo!

aber so wie Sie de facto nicht argumentieren, sondern nur billige polemik betreiben ist jeglicher weiterer diskurs zeitverschwendung.

hüpf, lemming!

wolfsgrau
20.09.2009 15:18
0 3

Re: Re: Re: geh bitte...

...Sie haben dazu vergessen zu schreiben:
dass hier die Kinderschänder mit ihrer Ware:
ENTMENSCHT festgehaltenen- Kindopfer, die SADISTISCH, sexuell gefoltert und vergewaltigt und Babys in Todeskampfszenen mitgefilmt im Internet nicht nur ausgestellt sondern auch gehandelt und somit viel Geld verdient wirdvon allen die sich daran beteiligen vom Sexverbrechens-Täter angefangen bis hin zu Servern, Providern aber auch Finanzminister hier mitverdienen an diesen Gäueltaten an Kindern, die an den grausamsten Prangern angeboten werden.

Und ich werde nicht aufhören für diese Kinder zu kämpfen mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln!

www.gegensexuellegewalt.at Information &Aufklärung durch Ex-Kindopfer

2 0

Re: Welche Argumente man hier...

sie sollten keinen alkohol trinken, bevor sie posten
was sie hier ablassen ist um 2 uhr früh beislniveau.

ich sag nur dass sie hier schreiben, dass es seit 40 j kinderpornografie im internet gäbe.
na dann schlagens mal im wikipedia nach, wie lange es multimediainhalte bei vernetzten computern gibt, die via url und dns aufgerufen werden können. und dann nehmens den term verbrechensstrom nochmal her.

ansonsten ist jeder weitere gedanken an ihr post vergeudete zeit.

Acaloth
19.09.2009 22:23
1 0

Re: Welche Argumente man hier...

Jörg Tauss hat nach eignen Angaben um seinen Pflichten als Abgeordneter nach zu gehen selber untersucht wie leicht es sei an derartiges MAterial zu kommen, laut seiner Aussage erhielt er KEINES der Bilder übers Internet sondern ausschliesslich über die Post. Also in Zukunft jedes Paket ÖFFNEN ?

"Dieser seit 40 Jahren gut funktionierende Verbrechensstrom von und für Kinderschänder soll nun eurtopaweit bekämpft, die Seiten gesperrt und vom Server genommen werden!"

Gegen vom Server nehmen hat keiner was, nur gegen sperren und NICHT vom Server nehmen.

"Das Stopp -SCHILD SOLL EIN ANFANG SEIN!"

Nein darf es nicht. Es muss der Schlussstrich sein, wir müssen genau da eine Grenze ziehen und sagen "Bis hierhin und nicht weiter". Kinderpornographie MUSS bekämpft werden, aber mit wirksamen Mitteln und nicht mit Alibimethoden.

"Menschen denen Kinder noch am Herzen liegen! "

Den meisten liegen Kinder am Herzen, was sie betreiben ist übelste Polemik.
Keiner hat jemals Kinderpornogrphie gutgeheissen, aber Websperren gehören dennoch Verfassungsrechtlich verboten.
LÖSCHEN STATT SPERREN muss die Devise sein, doch das kostet GELD und Personal und davon will man nichts hergeben an diesem handeln sehen sie die wahren Kinderfeinde, die CDU und ihre Lakaien, die nicht bereit sind wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen weil sie das Geld dafür nicht in die Hände nehmen wollen, aber Sperren sind toll, die kosten nix und machen subjektiv alles besser, es scheint bei ihnen zu funktionieren.