Erst wer Fragen richtig beantwortet, darf Artikel kommentieren

In Norwegen testet der Technik- und Internet-Blog NRKbeta eine neue Methode, um Leser vom "Schimpfen abzuhalten, oder es zumindest schwieriger für sie zu machen".

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(c) Symbolbild – (c) APA/AFP/GUILLAUME SOUVANT (GUILLAUME SOUVANT)

Erst lesen, dann kommentieren: Auf einer Website des norwegischen öffentlichen Rundfunks müssen Nutzer einen Artikel erst komplett durchlesen, bevor sie einen Kommentar hinterlassen dürfen. Um auf dem Technik- und Internet-Blog NRKbeta seine Meinung kundzutun, muss man drei Fragen zu dem Artikel beantworten.

"Unsere Absicht ist, die Leute zu stoppen, die vielleicht zwei Sätze lesen und dann kommentieren wollen", sagte NRKbeta-Redakteur Marius Arnesen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. "Wir wollen sie vom Schimpfen abhalten, sie aufhalten oder es zumindest schwieriger für sie machen."

Als eine der wenigen NRK-Webseiten biete NRKbeta noch die Möglichkeit, Texte zu kommentieren. Viele Redaktionen hätten das aufgegeben, weil es sehr zeitaufwendig sei, die Kommentarspalten zu moderieren, meinte Arnesen. Seit etwa einem Jahr hätten die Macher von NRKbeta aber zunehmend Probleme mit den Kommentaren. "Mit Themen wie der Trump-Regierung, Überwachung und russischen Hackern wurde die Technologie politisiert", erklärte er. "Wenn wir jetzt technische Artikel schreiben, sind sie oft auch politisch." Bei diesen Themen reagierten die Leute oft aggressiv. "Wir hoffen, dass wir ihnen etwas von der Wut nehmen können, wenn Leute zweimal hinsehen müssen."

Nach drei Wochen sei es zu früh, um etwas über den Erfolg des Experiments zu sagen, meinte Arnesen. "Wir haben das an fünf oder sechs Artikeln getestet, deshalb haben wir noch nicht viele Daten", erklärte der Redakteur. "Vom Gefühl her gibt es aber nicht weniger Kommentare, und sie scheinen vernünftig zu sein." Wenn man etwas von Technik verstehe, könne man das Quiz zwar leicht umgehen. Aber auch das sei mit Aufwand verbunden.

(APA/DPA)

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