Facebook zeigt britischen Sender BBC an

100 gemeldete kinderpornografische Inhalte hat die BBC bei Facebook gemeldet. 18 wurden gelöscht. Statt eines Interviews wurde der britische Sender bei den National Crime Agency gemeldet.

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(c) APA/AFP/JUSTIN TALLIS (JUSTIN TALLIS)

Neben lustigen Katzenvideos, Fake-News und unterhaltsamen Beiträgen schaffen es auf Facebook auch kinderpornografische Inhalte. Teils in eindeutigen Bildern. In einem Test hat der britische Sender BBC 100 derartiger Beiträge bei Facebook gemeldet. Gelöscht wurden davon nur 18. Als die BBC nach mehreren Gesprächen die Unterlagen an Facebook aushändigte, um im Gegenzug dafür ein Interview zur Vorgehensweise bei Missbrauchsmeldungen auf Facebook zu erhalten, zeigte die US-Plattform den Sender bei den Behörden an.

Bei den Unterlagen handelt es sich um explizite Inhalte. Um Seiten, die sich an Männer mit sexuellem Interesse an kleinen Kindern richtet sowie Bilder von jungen Mädchen, die sexy posen. Laut BBC soll darunter auch ein Video sein, das einen Missbrauch zeigt. Beiträge, die laut Facebook, von 100 über 82, nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen würden.

Meldung bei den Behörden statt Interview

Des Weiteren hat Facebook von der BBC fünf Nutzerkonten erhalten, die wegen Pädophilie vorbestraft sind. Das wiederum verstößt sehr wohl gegen die Nutzungsbedingungen. Auch diese Nutzer wurden nicht gesperrt.

Der Umgang Facebooks mit den Resultaten ist höchst seltsam. Simon Milner, Director of Policy, erklärte sich zu einem Interview bereit, aber nur, wenn die BBC die Recherche-Unterlagen vorab aushändige. Die BBC kam diesem Wunsch nach. Facebook wiederum nahm diese Unterlagen und zeigte den Sender bei den britischen Behörden an; mit der Argumentation, dass es verboten sei, derartiges Material weiterzugeben.

Aber auch die eigenen nicht entfernten Inhalte wurden von Facebook gemeldet. Das Unternehmen zeigte sich also selbst bei der National Crime Agency an. "Man kann nur annehmen, dass die Verantwortlichen von Facebook nicht willens oder zumindest abgeneigt waren, in einem Interview darüber zu debattieren, warum diese Bilder auf der Facebook-Seite sind", sagt David Jordan, der Director of Editorial Policy der BBC.

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