Neue Betrugsmasche: Identitätsdiebstahl statt Job

Eine im Internet geschaltete Stellenanzeige muss nicht immer zu einer neuen Arbeitsstelle führen. Es könnten sich auch Betrüger dahinter verstecken.

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Symbolbild Internetkriminalitaet – (c) www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Das Internet ist um eine Betrugsmasche reicher. Aktuell werden gefälschte Job-Anzeigen auf Plattformen online gestellt, oder per Mail verschickt. Jene User, die die Seite oder den Link mit dem verlockenden Job anklicken, bekommen statt eines Jobs einen Trojaner. Oftmals werden die dabei abgegriffenen Informationen für Identitätsdiebstähle verwendet, oder die User werden erpresst.

Nachdem dieser Trend in den vergangenen Monaten vor allem in den USA und Großbritannien eine Blütezeit erlebte, scheint diese Methode nun auch in Europa angekommen zu sein. Gegenüber heise.de erklärt Kai Fain vom deutschen Institut für Compliance, dass es jährlich hunderte Fälle gab. Die Dunkelziffer sei zudem noch viel höher. Zu Anzeigen käme es nur selten, weil die Angreifer so gut wie nicht greifbar sind. Meist sitzen die Angreifer im Ausland.

Verkauf von Software und Abfragen der Sozialversicherungsnummer

Für US-Nutzer ist es in vielen Fällen schwer, die gefälschten Stellenausschreibungen zu erkennen. Denn oftmals gehen die Betrüger so weit, dass sie Bewerbungsgespräche durchführen. Aufgrund dessen, dass es bereits gängige Praxis ist, Online-Bewerbungsgespräche durchzuführen, benötigen die Angreifer keine realen Büros. In vielen Fällen reagieren aber Bewerber auch skeptisch und rufen direkt beim Unternehmen an. Spätestens, wenn den vermeintlich künftigen Mitarbeitern eine Software zum Kauf vorgelegt wird.

In anderen Fällen berichten Betroffene, dass nach der Sozialversicherungsnummer gefragt wurde. Das ist in den USA der zentrale Schlüssel zur Identität einer Person.

Beliebt für gefälschte Job-Anzeigen sind vor allem große, internationale Unternehmen. Vor Missbrauch ihrer Firmendaten könnten sich diese laut Fain nur schwer schützen. Die einzige Möglichkeit bestehe darin, aktuelle Ausschreibungen offen zu kommunizieren, um Verwechslungen zu vermeiden.

In Deutschland geht es den Betrügern laut Fian derzeit vornehmlich darum, an Daten zu kommen, um diese dann gewinnbringend zu verkaufen.

 

(bagre)

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