Facebook will reale mit virtueller Welt verschmelzen

Sie ist virtuell, real und vernetzt. Facebook präsentiert auf der hauseigenen Entwicklermesse F8 seinen Fahrplan für die nächsten Jahre.

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REUTERS

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg wurde oft vorgehalten, er sei steif, fast schon mechanisch. Aber zum Auftakt der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 präsentierte sich der 32-Jährige in einem neuen Licht. Menschlich und fast schon gut gelaunt. Er lachte viel und nahm sich anlässlich des jüngst veröffentlichten Unternehmenscredo auf den Arm. Die Charmeoffensive war auch aufgrund des Facebook-Killers dringend notwendig. Besserung zu geloben reicht da nicht, vielmehr muss der Facebook-Gründer auch realistische Lösungen bieten. Doch diese konkreten Lösungsansätze fehlen. 

Facebook hat inzwischen rund 1,9 Milliarden Nutzer - eine in der Geschichte einmalige Ansammlung von Menschen. Sie können jederzeit jedes Detail aus ihrem Leben mit allen teilen. Doch genau darin liegt auch die Kehrseite von Zuckerbergs Vision. "Das Problem damit, jeden auf der Welt zu vernetzen, ist, dass eine Menge Leute Arschlöcher sind", formulierte es der bekannte Silicon-Valley-Reporter Mat Honan von "BuzzFeed" und hielt Facebook und Zuckerberg nach dem F8-Auftritt vor, die Realität auszublenden. Und das, obwohl es sowohl um die reale als auch die virtuelle Welt ging.

Facebook präsentiert auf der F8 alljährlich neue Strategien und Technologien, die das Unternehmen für die Weiterentwicklung der Plattform für wichtig hält. Dabei handelt es sich nicht zwingend um Eigenentwicklungen, sondern vielmehr um Kooperationen und Trends. Den Anfang machte die Ankündigung einer Augmented-Reality-Plattform, mit der auf einem Smartphone-Bildschirm virtuelle Objekte in die Darstellung realer Umgebungen integriert werden können. Das Verschmelzen der virtuellen mit der realen Welt ist seit dem Sommerhit Pokémon Go weltweit bekannt und diente maßgeblich als Wegbereiter. Ein weiteres Beispiel für die Verschmelzung dieser zwei Welten ist Snapchat, das virtuelle Masken bietet.

Snapchat wehrt sich gegen Übernahme - Facebook klaut weiter

Snapchat ist für Facebook nach wie vor ein heißes Thema. Nachdem die Übernahme nicht geklappt hat, wird so ziemlich jede neue Funktion von Snapchat kopiert und für Instagram verwendet. Gerüchten zufolge gab es sogar kurz vor Beginn der Konferenz neue Gespräche mit Snapchat. Facebook konnte aber wieder nicht überzeugen.

Facebook klaut aber nicht nur dreist die Ideen, sondern denkt auch selbst an neue Funktionen. So könnten zum Beispiel Facebook-Freunde für einen im Restaurant nur auf dem Display sichtbare Notizen zu den besten Gerichten hinterlassen. Oder man bringt virtuelle Kunstwerke auf weiße Häuserwände. Die Technologie werde "unsere physische Realität verbessern", versprach Zuckerberg.

(Red./APA/DPA)

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