Die Wiener Grünen haben den heurigen Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten erhalten. Damit wurden sie für ihre missglückte Kommunikationspolitik und "das Verpassen einer einmaligen Chance" ausgezeichnet. Die Auszeichnung geht auf Aussagen des ORF-Programmdirektors Wolfgang Lorenz zurück, der anlässlich einer Podiumsdiskussion im November 2008 seine absolute Web-Unkenntnis bewies und über das "Scheiß-Internet" schimpfte, in das sich "die Jungen verkrümeln".
Verpatze Vorwahl im Internet
Für die aus Medienwissenschaftlern und Journalisten bestehende Jury fiel die Wahl auf die Grünen aufgrund ihrer verpatzten Vorwahl-Organisation. Neben Parteimitgliedern dürfen auch Unterstützer für die Kandidaten abstimmen. Es formierte sich eine Gruppe, die sich im Internet organisiert hatte. Die Partei war von dem Ansturm überfordert, wodurch nur die Hälfte der Unterstützer akzeptiert wurden. Für eine Partei, die aus einer Bürgerinitiative heraus entstand, sei das ein Armutszeugnis, urteilte die Jury.
Auch nominiert: Jack Wolfskin und Wolfgang Schüssel
Den "Scheiß-Internet"-Preis nahm der Grüne Christoph Chorherr entgegen. Gegenüber Heise erklärte der Gemeinderat, dass sich zwischen seiner Partei und der "Info-Elite" ein großer Graben aufgetan hätte. Man müsse weiterdiskutieren, wer die Basis in der Partei wirklich ist, so Chorherr weiter. Neben den Grünen war auch der Bekleidungshersteller Jack Wolfskin nominiert, der sich mit aller juristischen Gewalt gegen Hobby-Bastler gewehrt hat, sowie der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel für sein Lebenswerk.
(db)

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