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Deutschland: "Löschgesetz" statt Internetsperren

09.02.2010 | 11:09 |   (DiePresse.com)

Laut einem neuen Vorschlag sollen Kinderpornos im Internet entfernt werden, anstatt einfach ein virtuelles Stoppschild davor zu hängen. Das umstrittene Sperrgesetz liegt inzwischen auf Eis.

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Die deutsche Regierungskoalition aus CDU und FDP plant nach Angaben des Spiegel ein "Löschgesetz" für kinderpornografische Inhalte im Netz. In einem fünfseitigen Vorschlag an Bundespräsident Horst Köhler heißt es, dass solche Seiten gelöscht werden sollen. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte, dass das Kanzleramt den Vorschlag dem Bundespräsidenten mitgeteilt habe. Zum weiteren Inhalt der Stellungnahme wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er verwies aber auf den Koalitionsvertrag vom vergangenen Herbst, in dem vereinbart wurde, dass die Regierung ein Löschen der Seiten bevorzugt. Das von der alten Regierung beschlossene "Zugangserschwerungsgesetz", das fragliche Websites mit Internetsperren belegen sollte, rückt damit immer mehr in den Hintergrund. Bereits jetzt haben sich die Koalitionspartner darauf geeinigt, das umstrittene Gesetz nicht anzuwenden, Köhler verweigerte bisher seine Unterschrift.

Stoppschild umgeht Problem

Der ursprüngliche Plan lautete, fragwürdige Seiten für alle Webnutzer so zu sperren, dass sie beim Aufrufen der Seite ein großes Stoppschild zu sehen bekommen. Die Liste, welche Websites zu sperren sind, soll vom deutschen Bundeskriminalamt verwaltet werden. Aufgrund der heftigen Kritik an dem Vorschlag handelte sich die Initiatorin der Internetsperren, Ex-Familienministerin Ursula con der Leyen, unter anderem den Spitznamen "Zensursula" ein. Die Sperren seien zu leicht zu umgehen und würden den Kern des Problems nicht erfassen, beschwerten sich zahlreiche Experten.

Erfolg für Kritiker

Die Internetsperren zu kippen war ein erklärtes Wahlversprechen der FDP. Inzwischen regen sich auch in der SDP, die das Zugangserschwerungsgesetz mitgestaltet hat, Stimmen, es wieder ersatzlos zu streichen. Die Internetgemeinde sieht das und den neuen Vorschlag von Schwarz-Gelb als großen Erfolg. Immerhin hatten mehr als 130.000 Webnutzer eine Petition gegen das Gesetz unterzeichnet. Sie richtete sich ausdrück nicht dagegen, Kinderpornografie aus dem Internet zu verbannen, der eingeschlagene Weg sei aber zu intransparent und ineffektiv gewesen.

(Ag./Red.)

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3 Kommentare
Gast: Holibert
15.02.2010 16:26
0 0

Ihr glaubt doch alles!

Es wird in zukunft nur noch Internetsperren geben, ohne jegliche Vorwarnung werden Seiten wie Infokrieg.tv usw. gelöscht, da diese das Aufdecken was ihr nicht lesen, sehen oder hören wollt.

Wollt ihr die Wahrheit? Verschließt die Augen nicht, ich empfehle euch ...

www.alles-schallundrauch.blogspot.com

Mach deine Augen auf, informiere dich!!!


Gast: mike
10.02.2010 08:44
0 0

Heute sind es die

Kinderpornos, morgen "Haß"-Seiten , übermorhen EU-kritische und dann regierungskritische Seiten ..
Wehret den Anfängen.
Erfahrungsgemäß werden einmal installierte Hebel immer weiter gedreht ..

GKRIEGL
11.02.2010 01:34
0 0

Re: Heute sind es die

Wollen Sie wirklich, daß diese scheußlichen Machwerke im Netz verbleiben und so weiter zur Bereicherung gewissenloser Verbrecher dienen?