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Grüne wollen "Content Flat Rate" für Musik-Downloads

05.05.2010 | 12:13 |   (DiePresse.com)

Gegen eine monatliche Gebühr sollen Benutzer alles herunterladen dürfen, was sie wollen. Derzeit ist nicht komplett geklärt, was erlaubt ist und was nicht. Die Einnahmen sollen an die Rechteinhaber weitergegeben werden.

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Derzeit herrscht in Österreich Unsicherheit darüber, was an Downloads erlaubt ist und was nicht. Während manche Urheberrechts-Anwälte sagen, dass der Download unter der freien Werknutzung straffrei bleibt, sagen andere, dass diese nicht gültig ist, wenn Benutzer ihre Musik oder Filme bewusst von einer illegalen Quelle herunterladen. Die Grünen wollen mit einem neuen Grundsatzpapier zum Urheberrecht für Sicherheit in dieser Frage sorgen. Darin schlagen sie eine "Content Flat Rate" vor, unter der Konsum von Unterhaltungsmedien im Internet abgegolten werden soll.

Zehn Euro Gebühr für unbeschränkten

Konkret würde das einen Aufschlag auf derzeitige Monatsgebühren für Breitband-Zugänge bedeuten. Die Rede sind von Beträgen zwischen fünf und zehn Euro. Dafür sollen die Benutzer urheberrechtlich geschütztes Material herunterladen und weiterverwenden dürfen - ob uneingeschränkt oder nur für gewisse Arten von Medien, muss erst geklärt werden. Die so lukrierten Einnahmen würden laut Berechnungen der Grünen zwischen 120 und 180 Millionen Euro ausmachen, die dann an Verwertungsgesellschaften weitergegeben werden sollen. Welche genau das sein sollen, wird nicht genannt. Das soll, genauso wie der Anteil, den die einzelnen Branchen (Film, Musik, Computerspiele, etc.) erhalten, "Gegenstand von Verhandlungen" werden, so das Grundsatzpapier, das DiePresse.com vorliegt. Wichtig ist für die Grünen, dass bei der Einnahme der Gebühren keinerlei Benutzerdaten an Rechteverwerter weitergeleitet werden. Die Erfassung soll anonym erfolgen.

Grüne: "Keine Alternative" zu Flat Rate

Während der Download derzeit umstritten ist, sind sich alle Experten einig: Der Upload von urheberrechtlich geschütztem Material in Tauschbörsen ist illegal. Wie Thomas Geldmacher, Kulturreferent der Grünen gegenüber DiePresse.com erklärte, würde beim Vorschlag seiner Partei auch der Upload inkludiert sein, solange dieser nicht kommerziell begründet ist. Für Geldmacher gibt es langfristig "keine Alternative" zur Flat Rate, da das derzeitige Urheberrecht mit den aktuellen technischen Entwicklungen einfach nicht mehr schritthalten könne.
Zwar erkennen die Grünen an, dass ein "Download-Freibrief" teilweise zu Einbüßen bei der Musikindustrie führen könnte. Durch die Einnahmen aus der Flat Rate sollen diese aber ausgeglichen werden. Abgesehen davon glaubt Geldmacher nicht, dass hier ein großer Einbruch für die Industrie kommen würde. "Wer jetzt noch CDs kauft, wird das auch in Zukunft tun", so der Politiker. Abgesehen davon würden viele Kunden die Bequemlichkeit von legalen Download-Angeboten wie Apples iTunes-Store zu wissen, wodurch er diese nicht in Gefahr sieht.

Urheberrecht müsste geändert werden

Ohne Gesetzesänderung wäre der Plan der Grünen nicht umsetzbar. Der Bedarf für eine Änderung des Urheberrechts ist aber definitiv vorhanden, ist Wolfang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, überzeugt. Es gebe derzeit nur zwei Möglichkeiten: Entweder man kriminalisiere User noch mehr oder man richte Gesetze nach ihren Notwendigkeiten aus. Als erste Stufe könnten etwa Pop-Musik und beliebte Filme in die Flat Rate aufgenommen werden, während andere urheberrechtlich geschützte Inhalte weiterhin so wie bisher gehandhabt werden. "Das muss man verhandeln", sagt der Grüne im Gespräch mit DiePresse.com. Ideal wäre natürlich eine europäische Lösung, so Zinggl. Vor dem Sommer soll der Vorschlag aber einmal im österreichischen Parlament diskutiert werden. Kritik übt Zinggl an der Regierungskoalition. Die hätte zwar eine Novellierung des Urheberrechts im Programm, habe aber noch nichts diesbezüglich unternommen. Eine schnelle Lösung für das Problem erwartet er nicht. "Der Prozess, bis so etwas umgesetzt werden wir, kann noch zwei Jahre dauern", sagt Zinggl.

(db)

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26 Kommentare
 
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Gast: Lyn
07.05.2010 07:01
1 1

Das kann nicht euer Ernst sein

Ich lass mir ja einen kleinen Beitrag pro Monat einreden, aber 5 - 10,- EUR? Wo sind wir? Ich z.B. lade nichts gratis runter, was nicht gratis ist! Ich kaufe mp3s und weiß über das Urheberrecht bescheid - also hab ich keine lust zu zahlen für etwas das ich nicht nutze!

die grünen endblöden sich nicht

ganz offen der Musikindustrie in den Hintern zu kriechen

Gast: Wiener
05.05.2010 17:48
5 2

Gibts es iegendwo einen Ort wo die Grünen ihren Schwachsinn züchten?

Oder kommt der ganz alleine im Drogenrausch?

3 2

Diese Grünen

Wo die Grünen immer diese Schnapsideen herhaben...

Gast: ojeoje
05.05.2010 15:37
2 0

Welche Mittel muss man für solche Ideen einnehmen?

Liegt es am Wetter, oder doch an einem unbekannten Mittel, daß gerade die Grüninnen/Grünen immer solch super Ideen haben.

Gast: Green PI s
05.05.2010 15:20
1 0

Tick Tack Grün Knack


Hallo ihr GrünInnen da draußen !

Gehts euch noch gut ?
Was geht euch das an, was wir runterladen wollen und wann und wie usw. ... !

Ihr seid die GroßkotzInnen Partie schlechthin, habt noch nie was erreicht, was wichtig gewesen wäre.
Wie war das noch mit der ÜBERWACHUNGSSTAAT ONLINE PETITION ? Hab unterschrieben und dann nie wieder was gehört, ist einfach in der Versenkung verschwunden ... und das werdet ihr GrünInnen auch, und zwar GANZ VON SELBST !

.

Unnütz

Der Staat als Verteiler des gesamten Vermögens seiner Bürger - davon träumen die Grüninnen nachts.

der Deifi soll sie holen

Dieser Vorschlag liefert nur ein Feigenblatt für Downloads. Er klärt nicht die wirklichen Ursachen und ergibt schon gar keine Lösung.
Ich zahl bereits bei CD's und DVD's Abgaben obwohl ich keine fremden Inhalt darauf abspeichere. Das österreichische Urheberrecht kennt ( oder kannt ) das Recht auf private Kopien.
Warum soll der Vorteil der Technologien immer nur den Kontent-Hortern zugute kommen?

Im Mittelalter musste der Komponist selber singen und mit dem Hut rumgehen.
Erst die Druckerpresse hat es den Künstlern möglich gemacht über den Dorf oder Stadtplatz hinaus abzukassieren. Er konnte sich nicht wehren wenn ein anderer mit seinen Liedern zB. auch Geld verdient hat!

Der gesamte IP Bereich gehört reformiert und zwar im Sinne:
1. Nutzen für die Allgemeninheit
2. Einkommen für den Autor/Erfinder und eventuell Interpreten
erst als 3. den Aufkäufern von Werken!--

Selber singen


Selbst mußt’ bei Alkinoos ich singen, und auch bei Aiolus.
Ebenso sang Orphe’, Hades behielt ihn dann doch.

Gast: mensch meier
05.05.2010 14:13
0 3

entkrimminalisierung

würde die downloader entkriminalisieren

Gast: Pino
05.05.2010 13:52
4 0

Zusätzliche Gebühr für das Internet zahlen?

Die grünen sind wirklich ein sehr dummes Volk! Die Partei sollte eigentlich abgeschafft werden! Die sollten nicht soviel Asylanten reinholen, da würden wir uns vielmehr Millionen ersparen!
Mit freundlichen Grüßen

Gast: LM
05.05.2010 11:09
1 7

Besser als ORF-Gebühr

Bin dafür! Da wird einen mehr geboten als für ORF-Gebühr!

13 0

Die GrünInnen gehen davon aus, daß jeder Internetnutzer illegal geistiges Eigentum stielt.


Das mag für die Geisteshaltung der MitgliederInnen und KlientelInnen gelten.

Und es gilt für die Geisteshaltung, daß alle für diese Geisteshaltung zahlen müssen, nach dem alten sozialistischen Prinzip:
„Was dir gehört, gehört auch mir, und was mir gehört, geht dich nichts an.“

Das würde meine Internetgebühren verdreifachen.

Würde nie auf die Idee kommen, komprimierte Musik in dadurch minderwertiger Qualität herunterzuladen, und dafür noch Datentransfer zu bezahlen.
Ziehe CD’s und LP’s vor.


Re: Die GrünInnen gehen davon aus, daß jeder Internetnutzer illegal geistiges Eigentum stielt.

Ich halte das wirklich für einen Mythos. Im Übrigen bin ich überzeugt, dass >99% der Menschen keinen Unterschied zwischen einer Audio-CD und einer 256 kbit AAC Datei heraushören können, wenn beides von einem vernünftigen System wiedergegeben wird.

Bei guten, identischen Aufnahmen ist es kein Problem, den Unterschied zwischen CD und LP zu hören

LP is häufig besser.

Antworten Gast: gast
06.05.2010 06:22
1 1

Re: Die GrünInnen gehen davon aus, daß jeder Internetnutzer illegal geistiges Eigentum stielt.

Ich kenne aus beruflichen Gründen die Rechner unzähliger Menschen und daher weiß ich, dass so gut wie jeder nicht bezahlte Musik, Filme oder Programme auf seinem Rechner hat. Das vermeintliche Argument mit der verringerten Qualität wird übrigens auch nicht schlagend. Es gibt sehr wohl verlustfreie Audiokompression, außerdem werden im Zeitalter des Breitbandes ganze CDs ohne jedes Problem in der Originalgröße "getauscht". 600 MB sind in ein paar Minuten herunten. Es finden sich ja sogar ganze Bluerays zum Runterladen und die sind immerhin um die 50 GB groß. Als Audiophiler sind Sie übrigens leider auch in der Minderheit. Jugendliche kennen heute gar kein anderes Musikformat als MP3 mehr und denen reicht die Klangqualität durchaus aus. Muss nur laut sein.

Antworten Gast: krätzn
05.05.2010 15:05
0 6

Re: Die GrünInnen gehen davon aus, daß jeder Internetnutzer illegal geistiges Eigentum stielt.

Ihr kommentar glänzt nur so vor dummheit, dass sich eigentlich jede diskussion erübrigt... "ziehe cd und lp vor"... in welchem Jahrhundert sind Sie steckengeblieben?!?

Antworten Antworten Gast: Consumer Electronic Association
08.05.2010 16:16
0 0

Re: Ihr kommentar glänzt nur so vor dummheit,


Die Inhalteanbieter hätten an keiner Stelle Beweise für illegale Kopien erbracht, die über ungeschützte analoge Signalanschlüsse gezogen und im großen Stil über das Internet verbreitet worden seien, erklärte Gigi Sohn von Public Knowledge in einem Interview mit ars technica.

Ihre Intelligenz zeigt sich in Ihrem Kommentar

Und: in einem guten Konzert waren Sie sicher in Ihrem Leben noch nie.

Antworten Gast: Novalis
05.05.2010 11:02
8 0

Re: Würde nie auf die Idee kommen, komprimierte Musik in dadurch minderwertiger Qualität herunterzuladen ... ziehe CD’s und LP’s vor.

Geht mir genauso.

Gast: Novalis
05.05.2010 10:52
11 0

Flatrate - geht's noch ???

5 - 10 € monatlich für etwas, das ich (und viele andere) nicht nutze und nicht brauche ? Wieviele ungenutzten Urheberrechtsabgaben denn noch ? (Derzeit m.W. auch auf Scannern/Druckern, auf Rohlingen CDs und DVDs etc.)

Man kann das ja für die als freiwillige Wahlmöglichkeit einführen, die downloaden wollen - aber nicht für die, die am Download gar nicht interessiert sind.


Antworten Gast: Novalis
05.05.2010 11:00
4 0

Re: Flatrate

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe :

- verpflichtende Flatrate für ALLE Internetanschlüsse

oder

- Wahlmöglichkeit für dieLeute, die downloaden wollen.

Gast: gast
05.05.2010 10:33
4 0

Typischer grüner Aktionismus

Wie immer nicht erntszunehmendes grünes Gegacker: Eine populäre Forderung (jeder darf sich im internet alles "besorgen") aber nicht zu Ende gedacht. Das wäre das wirtschaftliche Ende aller Kreativen. 10 Euro ist in etwa der Gegenwert einer älteren Film-DVD oder das Sechstel eines Konsolenspiels. Umgelegt auf die jetzige Preisstruktur dürfte man also alle 6 Monate ein Konsolenspiel herunterladen um den Kontentanbietern keinen Schaden zu verursachen. Zusätzlich aber kein anderes urheberrechtlich geschützes Material. Die Frage welche Verwertungsgesellschaften hier Geld lukrieren könnten ist nicht geklärt. Musik, Text, Bild, Programme, was soll darunter fallen? Es wäre der Tot vor allem der kleinen Kreativen. Die würden um die Früchte ihrer Arbeit umfallen. Nehmen wir an ich schreibe eine kleine Computeranwendung, die ich dann für 5 oder 10 Euro über das Interenet vertreibe. Nach den grünen Plänen könnte jeder mein Programm gratis herunterladen. Wie könnte ich an das Geld von der Flatrate kommen? Es gibt für zb. kleine Programmierer keine Verwertungsgesellschaften. Nehmen wir an, das Modell funktioniert. Ab welcher Schaffenshöhe bekäme ich Geld aus dem Topf? Für ein Programm das eins und eins zusammenzählt oder für zb. Adobe Photoshop? Wer bewertet? Ein Programm um 10 Euro ist für einen viel wichtiger, als für den Anderen ein 1000 Euro Programm. Im Endeffekt müsste man auch Kunst bewerten. Mir ist lieber das macht der Markt.

Gast: Gast
05.05.2010 10:16
6 1

Grünensteuer

Die Mitglieder der sogenannten "Creative Industries" / "Creative Economy" / "Kreativen" sind ja primär Grünwähler (vor allem in Wien) und was liegt da näher als im Wahlkampf eine neue "Steuer" zu fordern, von der vor allem diese Wählerschicht profitiert?

Stimmenkauf mit dem Geld anderer Leute - diesmal in Grün.

Antworten Gast: gast
05.05.2010 10:34
1 1

Re: Grünensteuer

Falsch: Die Kreativen sind absolut gegen eine Flatrate.

Gast: lüfter
05.05.2010 09:56
7 0

wiedermal nicht durchdacht...

das einzig sinnvolle wäre so ein Angebot wie es bei den Amis mit Netflix gibt. um 5$ streaming-Zugriff auf ein riesen Archiv von Filmen, unbegrenzt.
Das Gleiche für irgendwie für Musik realisieren, so dass man sie auch offline abspielen könnte... wenn mal kein Internet da ist...

Bei einer generellen Flat-Rate besteht das Problem der gerechten Aufteilung auf die Rechte-Inhaber, wie soll man das dann realisieren wenn jeder unkontrolliert alles runterladen darf. Und würden dann nicht goldene Zeiten für die P0rn0-Industrie beginnen?

 
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