Facebook, Twitter, Blogs und Co. krempeln die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden um. Wie man in der Praxis damit umgehen kann, zeigt die Social Media Konferenz Meshed#2, die am 2. Juni in der Wiener Akademie der Wissenschaften stattfindet.
Als Keynote-Speaker konnte der Veranstalter Netural Communication heuer mit Erik Qualman ein echtes Schwergewicht der Szene an Land ziehen. Eigentlich hat man als Unternehmen gar keine Wahl, ob Facebook und Co. Teil des Marketings werden, erklärt Qualman im Gespräch mit DiePresse.com. Im Unterschied zu traditionellen Medien wird im Internet über Unternehmen, Marken und Produkte geredet, egal, ob das Unternehmen daran teilnimmt oder nicht. "Man hat also nicht die Wahl Social Media Angebote einzusetzen, man hat nur die Wahl, wie man sie einsetzt".
Der 38-Jährige war bereits für die Social Media Aktivitäten von Cadillac, AT&T und Yahoo zuständig und übernimmt derzeit das Online-Maketing für den Bildungsriesen EF Education. Im September 2009 ist sein Buch "Socialnomics - How Social Media Transforms the Way We Live and Do Business" erschienen.
"Negatives Feedback unbedingt annehmen"
Firmenchefs, die Facebook, Twitter und Co. nur für einen Hype halten, den man getrost ignorieren kann, rät Qualman einfach im Internet nach dem Namen des Unternehmens oder Produkts zu suchen. "Dann wird ganz schnell klar, was über eine Marke im Internet bereits alles gesagt wird", meint Qualman. Und meist kommt dabei nicht nur positves Feedback ans Tageslicht. "Negatives Feedback sollte man immer annehmen", rät der Experte. Der falsche Umgang mit Kritik, kann dem Image von Firmen nämlich noch mehr schaden wie das Beispiel von Nestlé zeigt.
Nestlé hat nach einem von Greenpeace auf YouTube veröffentlichten, kritischen Video über das Produkt Kitkat die betreffende Facebook-Seite unter Androhung von Konsequenzen löschen lassen. Auch Postings und das YouTube-Video mussten entfernt werden. Der ungeschickte Umgang mit Kritik hat sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet und schließlich auch zu zahlreichen Medienberichten geführt. Das Ergebnis war ein riesiger Imageschaden.
Reaktion auf Kritik macht Kunden loyal
Der richtige Umgang mit negativer Kritik, hat für Unternehmen außerdem einen zusätzlichen positiven Effekt. "Eine Studie besagt, dass Kunden, deren Anliegen bearbeitet wurden, das Unternehmen bzw Produkt fünfmal mehr weiterempfehlen als andere Kunden", erklärt Qualman im Gespräch mit DiePresse.com. "So kann man negatives Feedback also in positives umwandeln".
Neben Qualman referieren auf der Meshed#2 die deutsche Social-Media-Beraterin Nicole Simon, Autorin des Buches "Twitter - mit 140 Zeichen zum Web 2.0", Björn Schäfers, Geschäftsführer der Hamburger OTTO-Tochter smatch.com, Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien der Universität Kaiserslautern, Mark A.M. Kramer, Augmented Reality-Experte, sowie der Salzburger Unternehmensberater David Röthler. Sie alle geben Einblicke in Arbeit und Forschungsstand.
Last-Minute-Tickets für die Meshed#2 können noch auf der Homepage bestellt werden und kosten 275 Euro.
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