Im Zuge eines Markenrechtsstreits kam es zeitweise zu einer kompletten Zensur auf Facebook. Konkret geht es um Lamebook, einen halblustigen Blog, der seiner Meinung nach witzige Statusmeldungen aus Facebook veröffentlicht. Dem Social Network gefällt das gar nicht, weswegen eine Klage wegen Markenrechtsverletzung eingebracht wurde. Dazu wurde noch die Fanseite des Blogs gesperrt. Jetzt gingen die Facebook-Betreiber aber noch einen bedenklichen Schritt weiter: Alle Statusmeldungen, Links und Nachrichten, die den Begriff "Lamebook" beinhalteten, wurden blockiert, berichtet TechCrunch. Nicht einmal persönliche Nachrichten, die das Wort aufwiesen, durften verschickt werden.
Zensur schädigt Konkurrenz
Offenbar reicht es Facebook nicht, Lamebook wegen eines "unangebrachten Versuchs, eine Marke durch Verunglimpfung von Facebooks Beliebtheit und Ruhm aufzubauen" anzuklagen. Mit der Totalzensur des Namens nimmt Facebook seinem Kontrahenten einen wichtigen Teil seiner Seitenaufrufe und richtet damit finanziellen Schaden an. Lamebook finanziert sich ausschließlich über Anzeigenwerbung. Nicht einmal "liken" durften Nutzer die umstrittene Website, auch Statusmeldungen oder Verlinkungen, die den Begriff beinhalteten, wurden blockiert.
Facebook rudert zurück
Gegenüber Facebook wurde die Zensur so begründet: "Unsere Nutzungsbedingungen verbieten das Posten oder andere Aktivitäten auf Facebook, die die Rechte anderer verletzen." Die Blockade hielt aber nicht lange. Facebook-Cheftechniker Bret Taylor meldete sich recht bald und bezeichnete die Totalzensur als "Fehler". Das Unternehmen werde versuchen, ihn so schnell wie möglich rückgängig zu machen, so Taylor. Inzwischen kann der Begriff problemlos genutzt und als Statusmeldung weitergegeben werden.
(db)
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