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Kunden bestrafen PayPal für Wikileaks-Rauswurf

06.12.2010 | 08:54 |   (DiePresse.com)

Hunderte Nutzer kündigen ihr Konto, nachdem der Bezahldienst das Spendenkonto von Wikileaks gesperrt hat. Auf Facebook gibt es Boykottaufrufe und Beschimpfungen.

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Derzeit sieht sich der Internet-Bezahldienst PayPal einer Welle von Entrüstung gegenüber. Grund ist die kontroversielle Sperrung eines Kundenkontos, das von der Aufdeckerplattform Wikileaks genutzt wurde. Begründet wird das mit einer Verletzung der Nutzungsbedingungen. In einem knapp gehaltenen Blogeintrag spricht das Unternehmen davon, dass man "illegale Aktivitäten" nicht unterstützen wolle. Seitdem tobt auf Facebook ein regelrechter Sturm an negativem Feedback. Hunderte Nutzer kündigen an, ihre Konten aus Protest zu löschen. Boykottaufrufe mit Bildern, in denen das Firmenlogo zu "ByePal" oder "FailPal" umgewandelt wurde, kursieren im Web.

Löschung als Trophäe

"Rückgratlos" ist noch eine der harmloseren Bezeichnungen, mit denen PayPal sowohl auf der deutschen, als auch auf der amerikanischen Facebook-Fanseite bedacht wird. Viele Nutzer drücken nur auf den "Gefällt mir" Button, um ihren Unmut kund zu tun, um danach gleich wieder auf "Gefällt mir nicht mehr" zu drücken. Fast schon als Trophäen werden Screenshots von Kontolöschungen online gestellt. Besonders sauer stößt den Nutzern auf, dass ein US-Unternehmen von sich aus bestimmt, was illegal ist, noch bevor es dazu ein Urteil gibt. PayPal wird vorgeworfen, auf Zuruf des US-Außenministeriums zu handeln. Viele fragen sich auch, warum Wikileaks gesperrt wurde, während die als rechtsextrem eingestufte DVU weiterhin per PayPal Spenden sammeln darf.

Unzufriedenheit gestiegen

Freilich dürfte die Sperrung von Wikileaks, genauer gesagt der für sie sammelnden Wau-Holland-Stiftung, der Tropfen gewesen sein, der das Fass der Unzufriedenheit zum Überlaufen gebracht hat. Schon in der Vergangenheit wurde PayPal wegen seines Unternehmensgebarens öfter kritisiert. Gegründet als Tochterunternehmen der Online-Auktionsplattform eBay, ist PayPal ein bequemer Weg, um Transaktionen zu bezahlen. Wie Berichte des ZDF und des c't-Magazins zeigen, kann es damit aber auch Probleme geben. Auch DiePresse.com weiß von negativen Erfahrungen, die Benutzer mit dem Dienst, insbesondere dem Kundensupport, gemacht haben.

Sippenhaftung auf PayPal?

Der von c't geschilderte Fall ist von besonderer Brisanz. Es wird berichtet, dass PayPal völlig unabhängige Konten zweier Familienmitglieder (Vater und Sohn) miteinander verknüpft hatte. Nachdem es Probleme mit dem Konto des Sohnes gab, wurde gleich auch das Konto des Vaters gesperrt. Keiner der Beteiligten hatte aber je Zugriff oder Einblick in das Konto des jeweils anderen. PayPal, das den Status einer Bank nach luxemburgischen Recht genießt, sieht diese ungefragt durchgeführten Verknüpfungen als rechtens an. Erst auf Intervention von c't durfte der Vater wieder auf sein Konto zugreifen.

Anwälte raten von Nutzung ab

Aufgrund von Problemen mit PayPal rät etwa auch eine Münchner IT-Recht-Anwaltskanzlei von der Nutzung des Dienstes ab. Viele unschuldige Kunden würden aufgrund des "Verdachts auf terroristische Umtriebe" von Kontosperrungen bedroht sein, schreibt die Kanzlei. Auch das Zurückbuchen von Geld im Falle einer fehlgeschlagenen Geschäftsbeziehung würde selten reibungslos durchgeführt werden. Auch, dass Kundendaten in den USA gelagert werden, wird als Kritik angeführt. Als Schlussfolgerung rät die Kanzlei von der Nutzung des Dienstes ab und bezeichnet sie für Europa als "kaum mehr sinnvoll".

Fan-Anzahl sinkt

Es gibt aber auch Kunden, die die Maßnahme von PayPal unterstützen. Auf Facebook scheinen sie aber in der Minderheit zu sein. Die Anzahl der Fans für PayPal Deutschland hat sich seit Bekanntgabe der Wikileaks-Blockade um ein paar Hundert verringert. Nach aktuellem Stand (Montag, 6. Dezember, 9:00) sind es 121.479 Fans, bei der US-Seite sind es 249.771 Fans. Aufgrund der bequemen Zahlungsabwicklung, die PayPal vor allem für Käufer auf eBay ermöglicht, wird das Unternehmen durch den Boykottaufruf wohl kaum alle seine Kunden verlieren.

Wikileaks hat übrigens, wie auch auf die Hacker-Angriffe, flexibel reagiert. Nachdem PayPal das Konto gesperrt hatte, wurde die entsprechende Option auf der Spenden-Informationsseite einfach durchgestrichen. Unterstützer des Portals können aus fünf weiteren Möglichkeiten wählen, um es zu finanzieren.

(db)

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83 Kommentare
 
12 3
Gast: HALOME
17.12.2010 18:31
0 0

Paypal wirksam bestrafen.

Besser Händler bestrafen die mit Paypal arbeiten.
Paypal lacht nur über kündigungen.
Besser paypal fleißig nutzen und Sachen bei "nichtgefallen"an Händler zurückschicken (Fernabsatzgesetz).Die werden sich freuen!!!!


Sind Vorspiegelung falscher Tatsachen nicht Betrug?

Niemals. Wenn einer mehr Steuergeld ausgibt für seine Haberer, dann ist das trotzdem sparen - er könnte ja noch mehr ausgegen - tut es aber nicht.

Wikileak zeigt solches Wording auf - niemand sollte sich darüber aufregen.

Es ist normal geworden, ander zu Betrügen - die Affen machen das doch auch in ihrer Gruppe.


Gast: Griffin
08.12.2010 19:15
1 5

Alles

nur Anti-USA Hetze...Wikileaks hat mit Meinungsfreiheit NICHTS zu tun......

Re: Alles

Ja und nein.

Das Video der amerik. Soldaten, die Zivilisten und einen Reuters Fortografen lachend abgeschlachtet haben kam über wikileaks. Das war sehr gut.

Anders die Diplomatendepeschen. Wuhui, die Amis benutzen Spitznamen wie Teflonmerkel und der Fayman sei ein Idiot.
Wen kümmerts? Außer Schaden hat diese Veröffentlichung nichts angerichtet oder gar etwas verbessert.

Re: Re: Alles

doch doch. wir haben jetzt schwarz auf weiss, dass wir von den schauspielern auf den regierungsbänken belogen und betrogen werden. wer in einer welt voller lügen und masken leben will, wer sich nicht darüber aufregt, wenn freunde ihn hintergehen und die eigene frau sich mit liebhabern vergnügt, der mag sicher auch die heuchelei der usa mit wohlwollen zur kenntnis nehmen. aber wer anstand im leibe hat und das auch von anderen erwartet, der möchte nicht länger am nasenring durch die manege gezogen werden.

Gast: Griffin
08.12.2010 19:11
1 3

Bekloppt

Alles nur Anti-USA Hetze ....Wikileaks hat mit Meinungsfreiheit NICHTS zu tun...

Nur noch 10 positive Bewertungen

und dann muss ich Paypal laut eBay Bedienungen (Eine bodenlose Frechheit übrigens) nicht mehr anbieten und werde es kündigen. Moneybokers ist bereits gekündigt.
Paypal war ohne dem schon eine Zumutung. Wenn man zu viel Geld hat, sperrt PP das Konto für 6 Monate und lebt von den Zinsen.

Gast: dirkfugel
07.12.2010 14:55
0 0

Wikileaks

Obama läßt Wikileaks durch BP stopfen

http://www.einhornnews.de/?p=1092

Gast: keashf
07.12.2010 11:20
4 0

habe fertig

paypal konto gekündigt

Gast: anubis
07.12.2010 09:03
4 0

gekündigt!

PayPal Konto gerade gekündigt.

mastercard

nun habe ich auch etwas zu kündigen!
Danke Mastercard

Ich

kündige!!!

Gast: pratersternderl
07.12.2010 00:16
0 0

ganz richtig @ Vollstrecker

sie bringen es auf den Punkt. Die Devise lautet: Öffentliche Daten nutzen, private Daten schützen!

Gast: Vollstrecker
06.12.2010 20:12
1 2

Mich würde mal interessieren

wie viele von den Trasparentverfechtern gegen Dinge wie Krankgeeschichte auf der E-Card, Goolge Sreet-View u.ä. sind.

Ich habe den Eindruck hier geht es vielen nur so lange um Transparenz wie sie selbst schön im Schatten bleiben können.

Antworten Gast: Gast2
06.12.2010 23:23
2 0

Re: Mich würde mal interessieren

Es geht um den Unterschied zwischen Personen öffentlichen Interesses (Personen der Zeitgeschichte) und Privatpersonen.
Jeder soll sich vom Staat und von den USA (Swift! Visumbürokratie! Nacktscanner! Fingerabdrücke!) überwachen lassen.
Wer aber überwacht den Staat?

Antworten Antworten Gast: Vollstrecker
07.12.2010 07:31
0 1

Re: Re: Mich würde mal interessieren

Tja dann stellt sich die Frage was ist öffentlich und was nicht?

Ihre Krankengeschichte wird von der Solidargemeinschaft finanziert - ist also auch von öffentlichem Interesse - wir zahlen ja.

Ich habe kein Probelm damit wenn der Staat Daten über mich sammelt - problematisch wird es erst wenn diese Daten der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden und ich über Art und Umfang keine Kontrolle habe.
Jetzt sind diese Daten in meinem Fall bestimmt nicht weltbewegend.

Aber wenn ich mir vorstelle ich bin ein Informant in einem weniger freundlichen Land, riskiere meine Haut bei der Weitergabe von Informationen und werde am Ende von einem aufgeblasenm Gockel - ohne Not - ins Rampenlicht gezerrt..... Da kommt bestimmt wenig Freude auf.
Dies wird auch zukünftig Menschen abschrecken sich gegen ein Regim zu wenden!

Das die ganze Gschicht von einem Menschen angezündet wurde, der sich selbst der Justiz enzieht - Schweden ist nun wirklich keine Diktatur - schlägt dem Faß den Boden aus!

Re: Re: Re: Mich würde mal interessieren

Ihr Fass scheint wohl nicht besonders tief zu sein.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Vollstrecker
07.12.2010 14:15
0 1

Re: Re: Re: Re: Mich würde mal interessieren

"Allmächtiger Satan " - ab in den Untergrund zusammen mit den anderen Verschwörungsheinis

Re: Re: Re: Re: Re: Mich würde mal interessieren

Wo ist eine Verschwörung? Sind Sie paranoid?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Vollstrecker
08.12.2010 17:58
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Mich würde mal interessieren

Ihre Platte verträgt wohl die Hitze nimma.

Gast: gats
06.12.2010 18:33
5 1

Allen kann man es eben nie recht machen

Allen kann man es eben nie recht machen. Was kann an einer Idee schon falsch sein wenn sie offene Regierungen einfordert und dabei nicht einmal die Konfrontation mit der Weltmacht USA scheut? Cablegate zeichnet ein Bild der Tagespolitik das am Image der Politiker kratzt. Anstatt Wikileaks zu bekämpfen sollten es die Politiker als Chance sehen und ihre Handlungen soweit überdenken dass Wikileaks am Ende überflüssig wird. Aber das scheint nicht der bevorzugte Lösungsansatz, weil Politiker nur eines mehr verabscheuen als Wahlen zu verlieren, und das ist ihr Gesicht.

Wer die Wahrheit verhindern möchte

hat ein Problem mit Demokratie.

Aktuell sind es bis auf wenige Ausnahmen fast alle Parteien, die sich als demokratisch legitimiert bezeichnen.

Und von den ach so kritischen Redaktionswürschteln diverser Zeitungen, die nicht in den Genuss der Vorabprüfung durch Wikileaks gekommen sind, ganz zu schweigen.

.

pay-pal und ebay schon total aufgekündigt

Gast: seit gestern kein amazon kunde mehr
06.12.2010 16:31
2 0

. . . und . . .

schon länger kein pay-pal-"Kunde":
im Problemfall kein support.


Gast: Der Sparer
06.12.2010 16:22
9 0

Paypal gehört Ebay.

Habe daher nicht Paypal-Konto, sondern auch Ebayaccount gekündigt. Immerhin auch eine gute Möglichkeit künftig Geld zu sparen.

Antworten Gast: kein amazon kunde mehr
06.12.2010 16:39
4 0

Re: Paypal gehört Ebay.

Danke !

- daran habe ich gar nicht gedacht.

 
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