Vorratsdaten: Was bald alles gespeichert wird

Vielen Menschen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie häufig sie an einem ganz normalen Arbeitstag elektronische Spuren hinterlassen. Mit der Vorratsdatenspeicherung wird das systematische Sammeln und Speichern solcher Spuren nun gesetzlich festgeschrieben. Doch welche Daten werden wirklich erfasst? Hier einige Beispiele.(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)

Telefonieren

Gespeichert werden die betreffende Telefonnummer, Name und Anschrift der Teilnehmer, Datum, Uhrzeit und Dauer des Telefonats. Bei Handys (gilt auch für SMS) werden überdies internationale Geräte- und Teilnehmerkennungen (IMEI/IMSI) erfasst. Bei Anrufweiterleitungen wird auch jene Nummer, bei der der Anruf schließlich landet, registriert. Gesprächsinhalte dürfen nicht gespeichert werden.(c) AP (Jarno Mela)

SMS

Bei jeder Textnachricht müssen beide - beziehungsweise bei "Massen-SMS" alle - betroffenen Telefonnummern gespeichert werden, inklusive Name und Anschrift der Teilnehmer und Zeitpunkt der SMS. Gilt natürlich auch für MMS, also Kurznachrichten, die Bilder, Videos oder Audiodateien enthalten. Auch hier gilt: Inhalte dürfen nicht gespeichert werden.(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)

Wertkartenhandy

Es gelten dieselben Speichervorschriften wie bei den vorigen Beispielen, allerdings sind Name und Anschrift naturgemäß nicht verfügbar. Dafür muss aber der Zeitpunkt der erstmaligen Aktivierung der Wertkarte gespeichert werden sowie, an welchem Standort dies passiert ist (Cell-ID).(c) BilderBox (BilderBox.com)

VoIP

Wer sich jetzt denkt, er könnte per Skype oder vergleichbaren Diensten der Vorratsdatenspeicherung entrinnen, irrt sich. Die oben ausgeführten Regeln für Telefonate gelten auch für diesen Kommunikationskanal. Dazu kommen noch die Regeln für Internet-Verkehr (siehe nächste Seite).(c) REUTERS (PICHI CHUANG)

Web-Surfen

Heute schon gegoogelt oder etwas im Internet nachgesehen? Vom Provider wird dabei eine IP-Adresse zugeteilt. Mit ihr verknüpft das Unternehmen Namen, Anschrift sowie die Teilnehmerkennung. Bei einer dynamische IP stellt das einiges an Mehraufwand dar: Dynamisch sind IP-Adressen, wenn Provider ihren Kunden wechselnde Adressen zuweisen. Das Gegenteil wäre eine sogenannte statische IP-Adresse, die immer dem gleichen User zuordenbar ist.(c) ASSOCIATED PRESS (JENS MEYER)

E-Mail

Die Nachrichten werden über Server des Betreibers zugestellt und verschickt. Gespeichert wird dabei einiges: Nämlich die E-Mail-Adressen der Absender und Empfänger sowie jene IP-Adresse, die für das Weiterleiten der E-Mail zuletzt verwendet wurde. Außerdem muss der Zeitpunkt der Anmeldung bei einem E-Mail-Dienst sowie die IP-Adresse des "Anmelders" registriert werden. Damit ist sowohl das Login in Webmail-Portale gemeint als auch einfach der Zugriff auf die Postfächer beziehungsweise -Server. Der Inhalt von Mails darf nicht gespeichert werden.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Ausnahmen

Nicht alle österreichischen Provider müssen sich an das Gesetz für die Vorratsdatenspeicherung halten. Für sehr kleine Anbieter wäre die Verpflichtung nicht wirklich verhältnismäßig, wird argumentiert. Und auch private Betreiber sind ausgenommen - also zum Beispiel User, die einen eigenen kleinen Mailserver aufgesetzt haben. Als "Private" gelten auch Universitäten und ihre Netzwerke.(c) AP (Thomas Kienzle)
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