Internet Explorer 9: Eine Tour durch alle neuen Funktionen

Microsoft hat die Version 9 seines Internet Explorer fertiggestellt und bietet den neuen Browser ab Dienstagfrüh zum Download an. Windows-XP-Nutzer sind diesmal vom Download ausgeschlossen - den neuen Browser gibt es nur für die jüngeren Betriebssystem Windows Vista und 7. 40 Millionen Mal wurde der IE9 als Betaversion von Nutzern heruntergeladen und getestet bevor Microsoft ihn fertiggestellt hat. DiePresse.com hat sich das Ergebnis angesehen und alle neuen Funktionen ausprobiert.

Das neue Design ist aufgeräumt und bietet ähnlich wie Googles Chrome Webseiten so viel Platz wie möglich. Die Tabs sind neben die Adressleiste gerutscht, können in den Optionen (Rechtsklick auf den Tab-Reiter) aber unter die Adresszeile gelegt werden. Optionen und diverse Menüpunkte verbergen sich - ebenfalls wie bei Chrome - hinter einem kleinen Zahnrad-Symbol am rechten Rand.

Die Adressleiste dient gleichzeitig als Suchmaschine. Wahlweise werden entweder nur die eigenen Favoriten und der Verlauf durchsucht oder diverse Webdienste und Suchmaschinen. Standard ist die Microsoft-Suchmaschine Bing - es können über eine Add-On-Galerie aber auch Google, Wikipedia, Amazon (Bild) und Co. hinzugefügt werden. Die Suchergebnisse scheinen direkt im Drop-Down der Adressleiste auf - auch gefundene Bilder.

Der Internet Explorer ist der letzte große Browser, der nun auch den neuen Webstandard HTML5 unterstützt. Damit können Spiele oder Videos, die bisher immer in Flash ausgeführt wurden, ohne weitere Plugins ausgeführt werden. Das HTML5-Spiel Folds+Burns lief im Test flott und ohne Unterbrechungen.

Microsoft hat mit dem IE9 auch auf die Statuszeile am unteren Browserrand verzichtet. Bewegt man den Mauszeiger über Links, erscheint die URL in einem eigenen kleinen Fenster am unteren Browserrand.

Trotz aller Neuerungen und moderenen Webstandards verzichtet Microsoft auch im IE9 nicht auf den vom IE8 bekannten "Kompatibilitätsmodus". Er kann über ein kleines Symbol in der Adressleiste aktiviert werden, wenn eine Webseite für ältere Browser geschrieben wurde. Interessant, dass das zum Beispiel bei Microsofts eigener Add-On-Galerie der Fall ist.

Eine der wichtigsten Neuerungen im IE9 ist aber der Tracking-Schutz. Er verhindert, dass das Nutzerverhalten über mehrere Webseiten hinweg verfolgt und gespeichert wird, um etwa Werbung zu personalisieren. Aufgerufen und eingestellt kann der Tracking-Schutz über das Zahnradsymbol und den Menüpunkt "Sicherheit" werden.

Wie bereits im IE8, können auch mit dem IE9 Web-Anwendungen wie Facebook an die Windows-7-Taskleiste "geheftet" werden. Im Kontextmenü können dann bestimmte Bereiche der Webseite direkt aufgerufen werden. Dadurch sollen sich Web-Anwendungen mehr wie Desktop-Programme anfühlen - eine Richtung, die auch Firefox in Zukunft einschlagen will.

Mit dem IE9 erhält der Microsoft-Browser endlich auch das von anderen Browsern bekannte Download-Fenster, das einen Überblick über laufende und fertige Downloads bietet.

Auch den Add-Ons hat Microsoft ein neues Übersichts-Fenster spendiert. Praktisch: Verlangsamt ein bestimmtes Add-On den Browser stark, meldet sich der IE9 mit einem Pop-Up. Das Add-On kann dann deaktiviert werden, um die Geschwindigkeit wieder zu erhöhen.

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