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Aktien: Was Facebook für Physiker wert ist

17.10.2011 | 17:47 |   (Die Presse)

Schweizer Physiker haben das Internetunternehmen nun nüchtern beurteilt und schätzen seinen Wert auf einen Bruchteil der aktuellen Beurteilungen. In Zahlen: zwischen 15 und im besten Fall 33 Milliarden Dollar.

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Zürich/Wien/RED. Wie viel ist ein Unternehmen wert? Oder eher: Wie viel ist eine Aktie eines Unternehmens wert? Die Antwort ist einfach: so viel, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen.
Für Facebook sind viele Menschen bereit, sehr viel zu bezahlen. Zumindest theoretisch, weil das Unternehmen noch nicht an der Börse notiert. Hochgerechnete Verkäufe von kleineren Anteilen in der Vergangenheit geben dem Unternehmen einen Wert von 50 bis 84 Milliarden Dollar. Das „Wall Street Journal“ schätzte gar, dass Facebook bei einem Börsengang im kommenden Jahr mit 100 Mrd. Dollar bewertet werden könnte.
Das seien fantastische Zahlen, die sich nur mit einer neuen Blase bei Internetunternehmen erklären lasse, meinen nun zwei Schweizer Wissenschaftler, die Facebook ganz nüchtern beurteilten.
Peter Cauwels und Didier Sornette sind „Econophysicists“, interdisziplinäre Forscher, die Methoden der Physik anwenden, um wirtschaftliche Probleme zu lösen.
In einem jetzt veröffentlichten Papier („Facebook Valuation and Diagnostic of a Bubble Based on Non-Linear Demographic Dynamics“) kommen sie zu einem entsprechend nüchternen Schluss: Facebook ist nur einen Bruchteil wert, in Zahlen: zwischen 15 und im besten Fall 33 Milliarden Dollar.
Cauwels und Sornette meinen, dass diese Bewertung einfach nachzuvollziehen sei, weil man lediglich die Zahl der Nutzer dem pro Nutzer erwirtschafteten Gewinn gegenüberstellen müsse. Bei einem realen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und ein paar anderen mathematischen Faktoren kommt man auf diese Werte.
Die bis fast siebenfach höheren Bewertungen sind für die beiden klare Zeichen für eine Blase. Ein KGV von 50 bis 100 erinnere „an die Höhe der Internetblase in der gar nicht so fernen Vergangenheit“. Damals seien die Unternehmen im Index S & P 500 mit einem „irrationalen“ durchschnittlichen KGV von 40 beurteilt worden. Sornette hat diesbezüglich Erfahrung: Er leitet das „Financial Crisis Observatory“ in Zürich; sein Job ist es, Blasen zu untersuchen.

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2 Kommentare
Gast: Halbwissen
17.10.2011 21:56
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Im Jahr 2005 war mir eine Aktie mit einem KGV 100 zu teuer

AMAZON war glaube ich der Name !

Kurs 2005: 35 Dollar
Kurs heute: 240 Dollar

fuck !!!

KGV 100 ist teuer, hat aber keine Aussage !

Antworten Gast: Analyst 829
18.10.2011 12:11
1 0

Das KGV ist nur ein Punkt von vielen, der Zufall entscheidet viel öfter über Erfolg und Misserfolg als viele glauben!

Webvan ist im Prinzip gleich aufgebaut gewesen wie Amazon, hatte ein ähnliches KGV und ist pleite gegangen. Das heutige Unternehmen webvan hat nichts mit dem Vorgänger zu tun.
http://www.webvan.com/

Der Vorgänger des jetzigen Webvan-Unternehmens war interessant, da das Unternehmen den Einkauf revolutionieren wollte. Die Waren sollten nicht mehr in Geschäfte gestellt werden, sondern direkt vom Lasten verkauft werden, wo man eben vorbestellen musste.

Der Lastwagen wäre mit Ware an die Zustellliste angepasst befüllt worden und hätte ruckzuck die Ware geliefert. Eben z. B. in die XY-Straße Hausnummer 1, 3, 5, 7, 9,... 41, 39, 37... und die YZ-Straße und die ZZ-Straße und noch ein paar Straßen und fertig. Damit wäre dies insgesamt billiger gekommen, da sich die Menschen die Fahrt zum Geschäft erspart hätten und Verpackungsmaterial hätte man dank fixer Kisten, die wiederbefüllbar sind, mit Hausnummer drauf auch gespart.

Insgesamt wäre das Webvan-Konzept aber nur aufgegangen, wenn sehr viele dabei mitgemacht hätten. Sehr wohl wäre es möglich gewesen trotz Zustellung billiger anzubieten als Diskonter, da man nur Lager am billigen Stadtrand gehabt hätte, sonst aber praktisch vom Lastwagen runter verkauft worden wäre.

Webvan ist aber in den Konkurs geschlittert.

Das KGV ist ja auch in der Studie nur ein Punkt, der angesprochen wird. Menschen verhalten sich aber nicht rational und lassen sich schon gar nicht planen und daher weiß man nie welches Konzept aufgeht und welches nicht.