Wer in Thailand die Königsfamilie beleidigt muss mit harten Strafen rechnen. Nun kommt auch Facebook unter die Knute, berichtet die Economic Times. Das Social Network soll auf Drängen der thailändischen Regierung mehr als 10.000 Seiten löschen, die als das Herrscherhaus beleidigend gewertet werden. Sollte Facebook dem nicht nachkommen, könnte das sogar ein theoretisches gerichtliches Nachspiel für Firmenchef Mark Zuckerberg haben.
Nach Angaben der Bangkok Post droht auch Facebook-Nutzern direkt ein Strafverfahren. Wenn sie Beiträge kommentieren, teilen oder "liken", in denen der König oder seine Familie angepatzt werden. Theoretisch könnten sogar Nutzer verfolgt werden, die Einträge mit derartigen Inhalten nicht löschen, wenn sie sie sehen.
20 Jahre Gefängnis für SMS
Ebenfalls den Zorn der Majestätshüter auf sich gezogen hat ein 61-jähriger pensionierter LKW-Fahrer. Er fasste eine 20-jährige Gefängnisstrafe aus, weil er nach Ansicht des Gerichts SMS mit majestätsbeleidigenden Inhalten verschickte. Der Mann streitet laut New York Times ab, die Nachrichten verschickt zu haben. Sein Gerät sei in Reparatur gewesen, als die Nachrichten verschickt worden seien.
Facebook ist nicht das erste internationale Internetangebot, das unter die Argusaugen der thailändischen Behörden kommt. Schon 2006 wurde der Zugriff auf das Videoportal YouTube für thailändische Nutzer blockiert, da 20 Videos entdeckt wurden, die nach Ansicht der Beamten für die königliche Familie beleidigend waren. Nachdem Google die beanstandeten Videos gelöscht hatte, wurde der Zugang wieder hergestellt.
(db)
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