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Weißes Haus stemmt sich gegen Webzensur-Gesetze

16.01.2012 | 11:14 |   (DiePresse.com)

Die US-Regierung kritisiert die Gesetzesvorschläge SOPA und PIPA, die Internet-Blockaden vorsehen. Dennoch wünscht sie sich härtere Gesetze gegen Online-Piraterie.

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Die Gegner zweier umstrittener US-Gesetzesvorschläge, die die freie Struktur des Internet bedrohen, erhalten wichtige Schützenhilfe. Das Weiße Haus hat sich inzwischen offiziell gegen den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den Protect IP Act (PIPA) ausgesprochen. Die US-Regierung werde keine Maßnahmen unterstützen, die "Meinungsfreiheit einschränkt, Cybersicherheit reduziert, oder das dynamische, innovative globale Internet unterminiert", heißt es in einer Aussendung. Zwar sei die Bedrohung durch Online-Piraterie nicht zu verleugnen. Dennoch müsse die Offenheit des Internet geschützt werden.

Mehr Macht für Rechteinhaber

SOPA und PIPA werden derzeit im US-Repräsentantenhaus und Senat behandelt. Sie hätten es unter anderem ermöglicht, dass Suchmaschinenbetreiber und Internetanbieter bestimmte Websites blockieren müssten, wenn auf diesen illegal angebotenes, urheberrechtlich geschütztes Material vermutet wird. Zusätzlich dürften die Inhaber dieser Rechte sehr kurzfristige Blockadeaufforderungen an Zahlungsdienstleister verschicken, die mit besagten Websites zu tun haben. Ziel sollte sein, illegale Anbieter außerhalb der USA den Geldhahn abzudrehen. Kritiker befürchten aber, dass dadurch einfache Websitebetreiber weltweit zu leicht unter Beschuss geraten.

Maßnahmen schießen übers Ziel hinaus

Das Weiße Haus schließt sich dieser Argumentation an. Es müsse sichergestellt werden, dass Privaten nicht ermöglicht sei, ungerechtfertigte Prozesse zu beginnen, wodurch Jungunternehmer und Innovationstreiber abgeschreckt werden. Allerdings ist auch die US-Regierung der Meinung, dass man nicht genug Möglichkeiten gegen ausländischen Software-Piraten habe. Die ebenfalls in den Entwürfen vorgeschlagenen DNS-Blockaden lehnt das Weiße Haus aber in Hinblick auf die Sicherheit kategorisch ab. Diese Maßnahmen hätten nicht den gewünschten Effekt, wird konstatiert.

Zensur-Unterstützer springen ab

Eine Phalanx aus Bürgerrechtsorganisationen und Branchengrößen stemmt sich seit Wochen gegen SOPA und PIPA. Diesen Mittwoch, 18. Jänner, wird der Online-Dienst Reddit für zwölf Stunden streiken. Auch Google, Amazon und Wikipedia haben eine derartige "nukleare Option" überlegt und wollen damit ihren Protest gegen die Gesetzesentwürfe an eine breitere Basis tragen. Zahlreiche Unterstützer der beiden Vorschläge sind schon abgesprungen. Die Liste von 360 Unterstützern für SOPA hat sich auf rund 120 Firmen und Organisationen verkürzt. Der Internet-Dienstleister GoDaddy wurde durch einen Boykottaufruf von Kunden dazu gebracht, sich von einem Unterstützer zu einem Gegner von SOPA zu wandeln.

(db)

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19 Kommentare

USA auf Chinas Spuren...

NDAA Indefinite Dentention Bill und jetzt die Internetzensur...bin gespannt wann bei uns diese totalitären Massnahmen diskutiert werden - lange wird es nicht dauern!

Re: USA auf Chinas Spuren...

sowas wird nicht diskuttiert, das wird einfach gemacht - hueben wie drueben.

Antworten Gast: ido
18.01.2012 19:17
0 1

Re: USA auf Chinas Spuren...

Das denke ich nicht, so funktioniert das bei uns nicht - wenn es in den USA vom Tisch ist, und das wird hoffentlich bald so sein, dann ist das ganze Projekt weltweit (erste Welt) vorläufig gestorben. Österreich ist was das Internet angeht nur Mitläufer, und das ist gut so, bei uns gibt es nicht die brainpower, das Thema sinnvoll zu disktuieren. Auch die EU wird es nicht schaffen, dann so schnell wieder ein Gesetz zu diskutieren, das in den USA schon vom Tisch gewischt wurde. Die Mehrheit der Interessenten an diesem Gesetz, sitzt in den USA, wenn es dort diskutiert wurde, ist das für die westliche Welt maßgeblich.

Re: Re: USA auf Chinas Spuren...

das Projekt ist mit Sicherheit nicht gestorben!bei der NDAA war es das gleiche - Obama hat gemeint er wird das Gesetz nicht unterschreiben, dabei war das nur eine Beruhigungspille für die Bevölkerung. Hinter den Kulissen hat er sogar eine Verschärfung des Gesetzes gefordert und am Sylvestertag wurde es unterschrieben...Die Zensierung des Internets ist schon lange auf der Agenda.Vielleicht dauert es bei uns etwas länger aber das wird uns sicher auch betreffen!

Antworten Antworten Antworten Gast: Kleener
18.01.2012 23:15
0 2

Re: Re: Re: USA auf Chinas Spuren...

Was ist das denn für verschwörungstheoretischer Schwachsinn? Nichts wurde unterschrieben, und wenn die Bürger der USA einfach nur genug Druck auf ihre Politiker machen, dann wird da gar nichts zensiert.

Und das gilt auch für Europa: Erheben Sie Ihre Stimme, und schreiben Sie Ihrem Abgeordneten einen netten Brief, wenn eine derartige Gesetzgebung geplant ist. Wenn wir das alle tun, ist das Thema schneller vom Tisch, als Sie das Wort "Pessimismus" buchstabieren können!

Re: Re: Re: Re: USA auf Chinas Spuren...

ist klar...Acta lässt grüßen!

Das hat mit "Weltpolizei" nichts zu tun.

Hier wollen einfach Interessensgruppen Politik machen, und die Politik spielt - wie so oft - mit, wenn sie nicht gerade vom Bürger daran gehindert wird.

Man kann die USA verstehen

Da gibt es einige Wahrheiten, die wohl besser nicht ans Licht kommen sollten.

Gast: Ahasus
18.01.2012 15:18
0 0

Genau so ist es

Schon verwundernswert, was die Medien da von sich geben, wie "komplett eingestellt". Das ist nämlich technisch nicht korrekt. Die Seiteninhalte sind nach wie vor verfügbar (das ist bewusst so eingerichtet worden :-) wenn man innerhalb des Weiterleitungzeitraums auf "Abbrechen" klickt, oder besser (schneller) die ESC-Taste drückt, wie der Vorredner schreibt :-)

Wer trotzdem drauf zugreifen will...

Einfach Esc drücken, bevor die Seite vollständig geladen hat. Dann kann man Wikipedia auf Englisch auf heute problemlos nutzen.

Nix Neues im Westen

Die USA spielen schon wieder Weltpolizei. Jetzt halt auch im www.

Gast: derspruch.com
18.01.2012 09:06
0 4

lachen ist gesund!

http://derspruch.com/?id=3471

viel Spass mit derSpruch.com

Gast: Pedro
17.01.2012 14:25
3 8

ein schwarzer und ruhiger Tag

Einleitung: "Viele hatten sich schon auf einen Tag ohne Google, Wikipedia, ohne YouTube-Videos, ohne Amazon, Facebook und eBay eingestellt."
Ich freue mich schon auf diesen Tag.
Natürlich werden viele durchschlafen, andere wissen dann nichts mit der Zei t anzufangen, dies sie an diesem Tag der Abschaltung haben werden; andere stehen auf einmal ganz verdaddert da, weil sie in Onlineforen nichts posten können, die Server für outgesourcetes Wissen stehen nicht zur Verfügung.
Herrlich.

Re: ein schwarzer und ruhiger Tag

Sie aber könnten dann auch nicht nachsehen, wie man "verdattert" schreibt. Ach so, pardon, das wissen Sie ohnehin.

Antworten Antworten Gast: Pedro
17.01.2012 23:02
1 1

Re: Re: ein schwarzer und ruhiger Tag

Ich bin ja so froh, dass wenigstens jemand meine Beiträge liest. Gratuliere.

Re: Re: Re: ein schwarzer und ruhiger Tag

Hoch lebe die Kommentar-Funktion, wenigstens wird man hier noch etwas unterhalten, wenn schon die allerwichtigsten Sites down sind *hüstel*

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Pedro
18.01.2012 07:47
1 1

Re: Re: Re: Re: ein schwarzer und ruhiger Tag

Man gönnt sich ja sonst nichts. In diesen Zeiten

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: fidei
18.01.2012 12:49
2 0

Re: Re: Re: Re: Re: ein schwarzer und ruhiger Tag

ich würde mich sehr freuen, wenn sie alle still wären. pardon pardon
*hüstel* kek

Die Vorurtiele über Konservative bestätigen sich.

Mal sehen wie sich das bei den nächsten Wahlen auswirkt.