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Megaupload-Gründer plädiert auf unschuldig

23.01.2012 | 08:15 |   (DiePresse.com)

Die Internet-Tauschbörse wurde vom FBI geschlossen. Megaupload soll mit Urheberrechtsverletzungen 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Dem Gründer drohen 20 Jahre Haft.

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Der Gründer der vom FBI abgedrehten Online-Tauschbörse Megaupload plädiert vor Gericht auf unschuldig. Der Deutsche Kim Schmitz wurde in Neuseeland festgenommen und wegen Internet-Piraterie und Geldwäsche angeklagt. Schmitz alias Kim Dotcom beantragte am Montag in Auckland eine Freilassung auf Kaution.

Die Staatsanwaltschaft hält jedoch die Fluchtgefahr für sehr hoch, da Schmitz Zugang zu viel Geld, Transportmöglichkeiten sowie mehreren Identitäten habe und außerdem schon mehrfach vor der Justiz geflohen sei. Sein Verteidiger argumentierte, dass sein Reisepass beschlagnahmt und seine Finanzen eingefroren seien und Schmitz dauerhaft in Neuseeland bleiben wolle. Megaupload wurde nicht nur legal genutzt, sondern war einer der weltgrößten Umschlagplätze für Raubkopien. Film- und Musikindustrie reden von einer halben Milliarde Dollar Schaden.

MEGAUPLOAD
Der Online-Dienst bietet die Möglichkeit, jegliche Datei hochzuladen und per Link jedem als Download zur Verfügung zu stellen. Es wird kritisiert, dass dadurch zum Großteil urheberrechtlich geschütztes Material vertrieben wird. Eine Suchmaschine wird aber nicht geboten. Nutzer müssen den Link kennen. 20.405 Gigabyte an Bandbreite verbrauchte Megaupload von April bis November 2011 nach Angaben von Palo Alto Networks.

20 Jahre Haft drohen

Schmitz hat eine der bizarrsten Karrieren der New Economy hingelegt und wurde zusammen mit drei weiteren Managern von Megaupload am Freitag in Auckland verhaftet. Die Behörde wirft ihnen unter anderem Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Urheberrechten, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen vor. Die Strafen darauf sind hart: Allein auf letzteres stehen 20 Jahre Haft.

Rolls-Royce und Luxus-Güter beschlagnahmt

Die Polizei in Neuseeland beschlagnahmte Gegenstände im Wert von mehreren Millionen Dollar, Luxus-Autos wie etwa einen Rolls-Royce sowie umgerechnet acht Millionen Dollar von den Beschuldigten. Laut Anklageschrift soll Megaupload mit dem Weiterverteilen von geschützten Filmen, Musiktiteln und Softwareangeboten über 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Der gebürtige Kieler Schmitz mischte seit Mitte der 90er Jahre in der deutschen Internetszene mit und ist für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt.

Anonymous fuhr Rachefeldzug

Für Aufsehen sorgte der Fall auch, da Anonymous-Hacker für die Abschaltung von Megaupload schwörten und etwa die Webseite des FBI und Webseiten der US-Musikindustrie nach einem Angriff vorübergehend offline waren. Vergangenen Freitag wurde außerdem die Webseite des französischen Präsidialamtes angegriffen, da Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Schließung vom Megaupload begrüßt hatte. 

Megaupload-Alternativen: Fünf Dienste für den Dateien-Tausch

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Ähnlicher Fall in Deutschland

Der Fall von Megaupload erinnert an die Schließung von kino.to durch deutsche Behörden vergangenes Jahr. Auch in diesem Fall wurden diverse Luxusgüter beschlagnahmt und mehrere Verdächtge verhaftet. Im Dezember wurde in Leipzig ein 47-Jähriger zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Er soll die Server für das Raubkopie-Portal zur verfügung gestellt haben.

 

(Ag. / sg)

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9 Kommentare
Gast: gasti
23.01.2012 12:15
1 0

es ist soo peinlich wenn die content m.fia immer wieder versucht exempel zu statuieren

interessant wie sich manche gegen den fortschritt durch die digitalisierung von inhalten stellen

da findet man fast schon parallelen zur kirche und der aufklärung

schuss ins leere

"Der Fall von Megaupload erinnert an die Schließung von kino.to durch deutsche Behörden vergangenes Jahr."

gnutzt hats nix, die neue seite heisst einfach kinox.to und ist 1:1 eine kopie der alten version.

schwammerl wachsen da, wo der boden optimal für sie ist. man kann noch so viele ausreißen, sie kommen immer wieder;-)

Warum nur

ist es mir völlig egal, wenn dieser Typ aus dem Verkehr gezogen wird? Meinetwegen auch für länger.

Wenn der in's Gefängnis geht

dann bitte auch alle Hersteller von CD-ROMS, DVDs, Festplatten und anderen Speichermedien. Sonst verstehe ich die Welt nicht mehr.

Antworten Gast: adfjäödsflj
23.01.2012 11:09
0 0

Re: Wenn der in's Gefängnis geht

Damit Sie die Welt wieder ein bisserl besser verstehen: Bei den Produkten der von Ihnen genannten Hersteller zahlt der Kunde eine Leermedienabgabe, die den Rechteinhabern zugute kommt. Man geht da also schon davon aus, dass die Medien mit rechtlich geschütztem Material befüllt werden, und lässt sich das abgelten. Ob das sinnvoll und gerecht ist, bin ich gerne bereit zu diskutieren.

Re: Re: Wenn der in's Gefängnis geht

So weit ich weiß gilt das nicht für Festplatten. Ich glaube mich zu erinnern, dass die EU das untersagt hat.

Und genau das ist ja der kranke Teil. Sie sagen, man GEHT DAVON AUS, dass die Medien mit rechtlich geschütztem Material befüllt werden, und fordert lediglich eine Leerkasettenabgabe. Im Falle von Megaupload, wo man offenbar auch davon ausgeht, werden Leute verhaftet und es werden ihnen Straftaten (!) vorgeworfen. Ich verstehe die Welt noch immer nicht. ;-)

Gast: sdfhsdföhf
23.01.2012 10:38
0 4

"Megaupload wurde nicht NUR legal genutzt..."

Danke, herzlich lachen tut an einem Montagmorgen gut.

Spannende Sache

Kim Schmitz ist sicher kein Samariter. Was hier abgezogen wird scheint aber in die Richtung zu gehen die Asfinag für Geschwindigkeitsübertretungen auf Autobahnen in die Haftung nehmen zu wollen.

@Redaktion: Sprachgebrauch

Wer mit Gewalt gegen eine Person oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben (§ 89) einem anderen eine fremde bewegliche Sache mit dem Vorsatz wegnimmt oder abnötigt, durch deren Zueignung sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.

Und jetzt bitte ich um Erklärung des Begriffes RAUBKOPIE

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