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ACTA: Die vergessenen Fesseln für das Internet

24.01.2012 | 18:29 |  MATTHIAS AUER (Die Presse)

Während US-Gesetze gegen Onlinepiraterie für globalen Protest sorgen, winkt die EU mit ACTA ein ähnliches Abkommen im Stillen durch. Österreich unterzeichnet es diese Woche.

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Wien. Der heftige Widerstand der Internetkonzerne gegen geplante schärfere Urheberrechtsgesetze in den USA hat Wirkung gezeigt: Die strittigen Gesetzesentwürfe („SOPA“ und „PIPA“) liegen vorerst auf Eis. Auch Europas Öffentlichkeit hat den Streit aufmerksam verfolgt – und dabei fast verschlafen, dass in der EU mit ACTA gerade ein ähnliches Abkommen Realität wird: Gegner sehen in der internationalen Vereinbarung gegen Produktpiraterie nicht weniger als den großen Bruder der ungeliebten US-Gesetze.

ACTA soll klären, wie Unternehmen ihr geistiges Eigentum besser schützen können. Kritiker befürchten, dass so durch die Hintertür auch die Zensur ins Netz einziehen könnte. In Österreich hat ACTA den Ministerrat am Dienstag passiert. Noch diese Woche soll das Abkommen unterzeichnet werden, heißt es auf Anfrage der „Presse“ aus dem Wirtschaftsministerium. Viel Aufsehen will man hierzulande offenbar nicht erregen: Für die Republik die Feder schwingen soll Österreichs Botschafter in Japan.

 

EU-Fischereirat nickte ACTA ab

Den Ball flach halten – das gehört bei diesem Abkommen offenbar zum guten Ton. Seit 2007 verhandelte die EU mit zehn weiteren Staaten, darunter den USA und Japan, hinter verschlossenen Türen. Erst nach drei Jahren gab es, auf Druck der Öffentlichkeit, erste Informationen darüber, was darin enthalten sein soll. Seitdem ist es wieder ruhig geworden um ACTA. Am 16.Dezember des Vorjahres nickten die Minister im EU-Agrar- und Fischereirat das Handelsabkommen klammheimlich ab.

Erst im Sog der amerikanischen Protestwelle gegen Sopa und Pipa machen Bürgerrechtler auch diesseits des Atlantiks gegen das europäische Pendant mobil. In der Nacht auf Dienstag legte das Hackerkollektiv „AnonAustria“ aus Protest gegen ACTA unter anderem die Webseiten des Justiz-, Innen- und Wirtschaftsministeriums vorübergehend lahm. In Polen, das den Vertrag am Donnerstag unterzeichnen will, laufen ähnliche Aktionen seit dem Wochenende.

Die Kritik gleicht jener an den US-Gesetzen: Um die Verbreitung von Raubkopien im Internet einzudämmen, nimmt ACTA die Internetprovider stärker in die Pflicht. Diese fürchten, nun für die Inhalte ihrer Nutzer verantwortlich gemacht werden zu können und damit zur Zensur der eigenen Kunden gezwungen zu sein. Das, so die Argumentation, würde zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet führen.

Tatsächlich ist die vorliegende Version von ACTA in vielen strittigen Punkten bereits stark abgeschwächt. So müssen Provider ihren Nutzern auch dann nicht den Zugang zum Netz sperren, wenn diese zum dritten Mal beim illegalen Download urheberrechtlich geschützter Inhalte erwischt wurden. Länder wie Frankreich, die ein solches „Three-Strikes-out“-Modell bereits haben, können es aber beibehalten. Kritiker bemängeln vor allem, dass das Abkommen sehr allgemein formuliert ist. Der verbleibende Graubereich lasse zu viel Raum für Spekulation.

 

Gesetzesänderungen möglich

So ist derzeit etwa unklar, ob Österreich für die Ratifizierung des Abkommens auch Gesetze ändern muss. Die EU-Kommission hat das bisher stets ausgeschlossen. Das heimische Justizministerium prüft jedoch bereits, welche möglichen Änderungen beim Urheberrecht und beim Markenrecht nötig sein könnten, heißt es aus dem Ministerium. Auch weitere Änderungen seien möglich.

So sieht ACTA etwa vor, dass die Staatsanwaltschaft künftig auch auf Zuruf der Musik- und Filmindustrie tätig werden müsste. Heute können sie damit nicht rechnen.

Bevor ACTA tatsächlich in Kraft treten kann, muss noch das EU-Parlament zustimmen. Die Beratungen beginnen im Februar, abgestimmt wird vermutlich im Mai. Grüne und Liberale haben bereits angekündigt, das Abkommen vom EuGH überprüfen zu lassen.

Auf einen Blick

Acta steht für Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Das Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen soll in der EU, den USA sowie neun weiteren Ländern gelten.

Kritiker fürchten, dass durch die Hintertür Acta auch Zensur im Internet Einzug halten könnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2012)

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150 Kommentare
Gast: Nelson aus Springfield
24.01.2012 11:39
2 1

sagt:

"HA HA"

Gast: Anon.ymous
24.01.2012 10:12
3 3

Die websites waren nicht erreichbar...

...so what.

Ist nicht gerade sehr beeindruckend.

Antworten Gast: Hingeschaut
24.01.2012 10:20
5 1

Re: Die websites waren nicht erreichbar...

Ganz einfach, das Thema ACTA ist dadurch in den Medien präsent geworden. Ohne diese Aktion wäre der Vertrag vermutlich ohne Kenntniss der Öffentlichkeit unterschrieben worden.

Oder für ganz Dumme ausgedrückt: das war eine digitale Demonstration!

Alles klar? Auf Ihren Kommentar mit dem Username: kkkkskksdkskd antworte ich aber nicht mehr

Antworten Antworten Gast: Konservativer
24.01.2012 16:57
1 2

Re: Re: Die websites waren nicht erreichbar...

"Ganz einfach, das Thema ACTA ist dadurch in den Medien präsent geworden."

Stimmt, ich z.B. bin jetzt vorhbehaltslos FÜR ACTA, nach dem ich gesehen habe, was für links-versiffte Verbrecher dagegen sind.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hingeschaut
24.01.2012 17:43
2 0

Re: Re: Re: Die websites waren nicht erreichbar...

Cool, jetzt bin ich also links, wenn ich freiheitlich wähle?

Respekt für diese Schubladisierung!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
24.01.2012 18:42
0 1

Re: Re: Re: Re: Die websites waren nicht erreichbar...

Ja. Was in einer Schublade gut aufgehoben ist, soll auch da rein.

Links sein ist eben keine Frage von Äußerlichkeiten (wie dem ANGEBLICHEN Wahlverhalten), sondern eine Frage innerer Verkommenheit.

Verkommenheit wie beispielsweise das Befürworten von Computerverbrechen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hingeschaut
24.01.2012 19:18
2 0

Re: Re: Re: Re: Re: Die websites waren nicht erreichbar...

Wenn man die persönlichen Beleidigungen Ihrer Kommentare entfernt bleibt genau Ihr Kernargument über: "Gast: Konservativer"

Aber ich glaube dass man auch als Konservativer die Bedeutung eines Arguments kennt! Nichts desto weniger, Sie haben sich als Diskussionspartner ins Abseits befördert und jegliche Glaubwürdigkeit abgegeben.

Der Vollständigkeit halber:
Ich habe NIEMALS "Computerverbrechen" gut geheißen, und werde es auch nie tun, ich verabscheue nur die Beschneidung der Menschenrechte durch ACTA!

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie die Bedeutung des Wortes Argument in einem Wörterbuch nachschlagen werden.

Re: Re: Die websites waren nicht erreichbar...

WIE sollen denn DIE das kapieren - bitte?

Gast: Hingeschaut
24.01.2012 10:04
12 0

Verletzung der Menschenrechte

Eigentlich müsste man den Staat Österreich, sobal dieses Abkommen unterzeichnet wurde, klagen auf Verletzung der Menschenrechte, sowie Missachtung der Grundprinzipien eines Rechtsstaates:

Menschenrechte(Auszug: bürgerliche und politische Grundrechte):
-Recht auf Freiheit, Eigentum und Sicherheit der Person
-Freiheit von willkürlichen Eingriffen in die Privatsphäre (Unverletzlichkeit der Wohnung, Briefgeheimnis etc.)
-Persönlichkeitsrechte
-Meinungsfreiheit
-Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

Verfassungsbruch wäre da auch noch drinnen:
„Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“
(Art. 1 österr. Bundesverfassung)

Man könnte sogar auf Einschränkung der Religionsfreiheit plädieren, vgl.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Det_Missionerande_Kopimistsamfundet

Jetzt soll mir nochmal einer erklären, dieser Vertrag sei ohne Einwände zu unterschreiben!

Mfg

Dank für den Link

bin schon länger auf der Suche nach alternativen sagen wir mal Weltanschauungen... und eine Religion, der die Verbreitung von Information heilig ist...das ist Mal was Neues!

Gast: kkkkskksdkskd
24.01.2012 10:04
1 7

So, what?

Konnten also drei Surfer vorübergehend die Seiten nicht erreichen. Was wollen die mit den Kindereien überhaupt erreichen?

11 1

Re: So, what?

Die wollten erreichen, dass darüber berichtet wird und das ist gelungen ohne Schaden anzurichten.

Re: Re: So, what?

wo will man bei solchen * - Seiten (ich will das jetzt nicht aussprechen) für einen Schaden anrichten??

mehr als Bullshit gibt's da nicht zu finden.
Schade um den Webspace ;)

0 0

Re: Re: Re: So, what?

Die wollten eben keinen Schaden anrichten und haben auch keinen Schaden angerichtet. Sie wollten erreichen, dass sie damit Aufmerksamkeit für das Thema bekommen. Und das ist gelungen. Es ist in diesem Zusammenhang völlig egal, ob die Websites interessant sind oder nicht.

Was würde die Presse machen

wenn wegen jedem 10. Bild ein T-Shirt-Gestalter, ein Schönheitschirurg oder eine Kosmetikerin klagen würde, weil ihr Kunstwerk abgelichtet und unauthorisiert vervielfältigt wurde?

Wer besitzt bei der Beauftragung zu einer Fotografie mangels Vereinbarung das Recht an einem Foto? Der Fotograf oder das Modell? Was, wenn das Modell Kleidung mit Motiven trägt, die ein Dritter entworfen hat?

Der ORF filmt eine Szene. Leise hört man Kaufhausmusik, die ein AKM-freier Künstler entworfen hat. Das weiss der ORF natürlich nicht und sendet es. Der Künstler klagt auf Copyrightverletzung.

usw.usf.

1 1

Re: Was würde die Presse machen

In diesem Fall muss der ORF zahlen, sofern es nicht nur Beiwerk ist. Ganz einfach. Die Rechte an einem Foto haben sowohl die darauf abgebildeten Personen als auch der Fotograf. Wenn sich der Fotograf nicht gegenüber den abgebildeten Personen absichert, hat er halt ein Problem. Sachen sind nicht vor Abbildung geschützt, aber da gibt es auch Ausnahmen. Das ist alles geregelt.

Re: Re: Was würde die Presse machen

Jaja, es ist alles so toll geregelt. Deshalb gibt es auch zigtausend Prozesse zu Copyright und Patenten, mit immer wieder neuen überraschenden Ergebnissen.

2 1

Re: Re: Re: Was würde die Presse machen

Das ist wohl normal. Sogar Mord wird auch nicht immer gleich bestraft und manchmal gibt es einen Freispruch.

Das Problem heute ist, dass jeder die Möglichkeit hat, geschützte Inhalte zu veröffentlichen. Früher hatten das nur Leute machen können, die sich damit auskennen. Da ist man halt schon selbst schuld, wenn man etwas tut, das man selbst nicht begreift. Dafür gibt es halt Gesetze. Wenn jemand nicht versteht, dass die Sachen im Regal im Supermarkt nicht zur freien Entnahme dort liegen, hilft es halt auch nicht wenn man seine eigene Meinung dazu hat.

Künstler sind halt keine Untermenschen, deren Leistungen andere frei in Anspruch nehmen können. Und dann teilweise noch mit Angeboten, evtl. sogar zu spenden. Abenteuerlich.

Da hat der "Brainbug" aber noch gar nicht begonnen....

Diese "Abschüsse" der Sites sind doch nur soetwas wie der "Schuss vor den Bug".

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell ist einfach aus, ob es einem gefällt oder nicht - Fotofilme, Audiokassetten oder Ablasshandel haben ja auch lange gut funktioniert, aber irgendwann brauchte sie keiner mehr, so wie heute keiner mehr eine Musik-CD braucht. Da müssen die Musikkonzernbosse einfach der Realität in die Augen schauen.

1 5

Re: Geschäftsmodell

Sie brauchen ja auch keine CD kaufen, sondern für die Nutzung des Contents bezahlen. Es ist doch egal, wie der gespeichert oder übertragen wird. Wenn Sie früher eine Musik-CD gekauft hatten, dann hatten Sie ja auch nciht für die CD und die Hülle bezahlt sondern für die Musik die darauf gespeichert ist.

Ich glaube Sie verstehen einfach nicht, worum es dabei geht.

Re: Re: Geschäftsmodell

Und wie soll ich mir das vorstellen - keine CD zu kaufen und die Nutzung des Contents zu bezahlen?

Egal ob's eine CD oder eine 'legale' MP3 ist, das Geschäftsmodell mit der Bezahlung pro gekaufte Einheit ist eben am Aussterben.

0 1

Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell, dass jemand Geld für seine Leistung bekommt ist hoffentlich nicht am Aussterben. Das ist kein Geschäftsmodell, dass ist normal.

Schaffen Sie selbst etwas, dann können Sie ganz allein darüber bestimmen, was mit Ihren Werken gemacht werden darf.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, etwas nciht zu kaufen, wenn Sie den Preis dafür nicht bezahlen wollen. Der, der etwas schafft bestimmt wem er es gibt und unter welchen Bedingungen. So ist das überall.

Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Na bravo, zahlen Sie pro gefahrenen Autobahn-Kilometer - ist ja auch viel Arbeit und Geld dahinter! Oder lieber doch eine Jahresvignette? Oder pro Minute Telefonat oder lieber doch ein Flatrate?

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Die Minute Telefonat oder die Autobahn sind ein Transportweg und kein Inhalt. Verstehen Sie den Unterschied nicht?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

steckt aber genauso Leistung dahinter - sowohl physikalisch als auch immateriell (Planung, Berechnungen usw.); hinter einem KM Autobahn bestimmt mehr als hinter einem Musikalbum.

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Der Unterschied ist aber, dass das eine nur reine Arbeit ist, das andere aber eine schöpferische Leistung, die nicht jeder lernen und erbringen kann.

Einen Michael Jackson oder Mozart gibt es halt nicht an jeder Straßenecke. Und das kann man auch mit viel Anstrengung nicht lernen.

Wenn man will, dass diese Talente Arbeit in die Entfaltung ihrer Talente stecken, dann wird man dafür bezahlen müssen. Sonst machen die das einfach nicht mehr.

Ein Künstler kann sich notfalls hinstellen und vor einem kleinen Publikum auftreten. Ein Transportmedium ist völlig sinnlos, wenn es nichts gibt, was man darüber transportieren kann. Die Leute, die diese Inhalte schaffen müssen einfach dafür bezahlt werden.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Und wie wollen Sie einen neuen Jackson oder Mozart heute denn noch entdecken - wo jeder Trottel der einen PC hat Musik machen kann? Also ich würd' mir sicherlich keine CD von jemandem kaufen von dem ich nichts weiß.

5 1

Re: Re: Geschäftsmodell

Ich habe schon lang keine CD mehr gekauft, aber nicht weil ich sie vom Internet hole, weil es keine gute Musik mehr gibt.

Man kann Kreativität nicht fusionieren und der Fusionswahn hat viel vernichtet. Der produzierte Einheitsmist lässt sich halt schwer verkaufen. Wo sind die vielen kleinen Musiklabels, sie sind mit Geld vernichtet worden, von der Musik-Industrie.

Also kein Verständnis für die Musikindustrie, für die Monopolindustrie.

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Re: Re: Geschäftsmodell

Früher habe ich 15€ für ein Album auf CD mit Booklet bezahlt. Heute wollen sie 20€ für entweder:
-eine CD die durch Kopierschutzmechanismen von vielen Geräten nicht mehr lesbar ist,
-mp3s die mindestens so schlecht bepreist sind wie die CD oder
-DRM geschützte tracks die ich dann nur auf einer begrenzten Anzahl von oder überhaupt nur auf bestimmten Geräten abspielen kann.

Sorry aber das ist keine wirkliche Alternative.

Die haben sich das Problem ja selbst eingebrockt, und es wird sicher nicht zur Lösung beitragen wenn man jetzt statt dem Aufbau eines starken Marketing- und Vertriebskonzeptes hier durch massives Lobbying Dinge wie ACTA, PIPA oder SOPA forciert.

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Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Das Sachen teurer werden und sich die Preisgestaltung ändert ist aber normal. Man zahlt heute auch keine Steuer mehr wie für ein Pferdefuhrwerk wenn man ein Auto hat.

Wenn Ihnen das so nicht gefällt, dann machen Sie doch Ihre Musik selbst. Wenn Ihnen der Preis fürs Brot zu hoch ist, können Sie auch selbst eines backen.

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Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Es geht nicht um das Faktum, DASS die Sachen teurer werden, sondern darum WAS einem für mehr Geld geboten wird. Und das habe ich ja oben aufgelistet. Das scheinen Sie nicht verstehen zu wollen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Ich verstehe es schon, Sie wollen das gratis haben resp. den Preis und die Konditionen vorschreiben. Nutzen Sie es einfach nicht, wenn Ihnen der Preis unangemessen erscheint. So wie bei allen anderen Sachen die Sie kaufen oder nicht kaufen wollen.

Es handelt sich um Musik und Filme, es handelt sich nicht um Essen, ohne das Sie verhungern. Und auch das ist deswegen nicht kostenlos.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Unterstellen Sie mir bitte keine Geiz-ist-Geil Mentalität. Ich weiß nicht wie Sie darauf kommen, dass Musik für mich gratis sein muss oder, dass ich da eien Preis vorgeben will. Ich zahle gerne einen angemessenen Preis. Nur genau diese Angemessenheit ist verloren gegangen und jetzt wir sämtliche wirtschaftliche Verschlechterung (geändertes Konsumverhalten, geringerer Absatz von CD Tonträgern etc.) auf die bösen Raubkopierer geschoben.

Ach ja, nicht alles was Hinkt ist ein Vergleich.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Logo, so funktioniert der Markt. Die einen nehmen sich was ihnen passt, die anderen müssen es schaffen für diese Wappler.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Es ist halt ein überholtes Geschäftsmodell, Geld für die Nutzung einer Leistung zu bekommen. Da fragt man sich, wofür Geld erfunden wurde. Die arbeiten wahrscheinlich auch alle gerne umsonst und bitten dann andere um Spenden für ihren Lebensunterhalt.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Ich denke Contix hat da eine Portion (passenden) Zynismus eingebaut, insofern ist er (wenn ich ihn richtig verstanden habe) auch gegen Raubkopieren und Gesetzen nach Partikularinteressen...

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Re: Geschäftsmodell

ich versuche mich in Sie hineinzudenken. Irgendwie gelingt mir es nicht, so locker über Rechtsverletzungen nachzudenken.
Es ist halt mein innerer Zwang, die anderen und ihre Rechte zu achten.

Re: Re: Geschäftsmodell

Rechte hin oder her, habe auch nichts dagegen dass die Künstler ihre Kohle bekommen, aber das Geschäftsmodell, das diese Rechte schützen soll, hat einfach ausgedient, man ist einfach nicht mehr bereit pro CD oder pro Datei zu bezahlen; es muss ein neues Geschäftsmodell her - Kulturflatrate oder Finnanzierung über Werbebanner.

Wenn mit megaupload Milliarden verdient werden können, ohne dass die Nutzer etwas bezahlen mussten, warum können die Konzerne so was nicht machen?

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Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Megaupload hat sich de facto die Leistung anderer bezahlen lassen. Damit kann man natürlich gut verdienen.

Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Und was hindert die Rechteinhaber das gleiche zu tun? Warum nicht so ein Megaupload einfach kaufen und das Geld an die Künstler verteilen?

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Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Klar, die User haben sich ja Permiumaccounts gekauft.

Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Ja und was hindert ein Musiklabel das gleiche zu machen mit Werbebannern und Premiumaccounts? Und aus den Einnahmen die Künstler nach der Anzahl der Downloads zu bezahlen?

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Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Und Ihr Arbeitgeber resp. Ihre Kunden werden Ihnen vorschlagen künftig nichts für Ihre ARbeit zu bekommen und Sie sollen sich gefälligst Ihr Geld - wenn Sie schon so gierig sind und eines haben wollen - damit verdienen indem Sie Leiberln mit Werbung tragen. Oder stellen Sie sich nach Dienstschluss mit einem Hut auf die Straße und betteln Sie. Aber für Ihre Arbeit kann leider nichts bezahlt werden.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

so eine Wischi-waschi Aussage.
Schon mal was von Flatrates gehört? Oder bezahlen Sie immer Internet pro kB Traffik oder Handy pro Minute? Ich sag ja nicht daß Künstler keine Kohle kriegen sollen, nur muss (und wird es) anders eingetrieben werden.

Heutzutage ist ein kB/MB/GB Traffik an sich nichts mehr wert, vor 15 Jahren schon; oder eine Minute Telefongespräch vor 100 Jahren war viel mehr wert als heute; genauso hat sich die Musik inflationiert - eine Platte wurde früher jahrelang gehört, heute hört man Musik im Player, im Auto, aufm Handy, aufm Rechner, und nach ein Paar Monaten ist ein Album nicht mehr interessant.

Dazu hat sich die Szene radikal geändert - heute wird sie von zahlreichen One-Hit-Winders beherrscht, die nach ein Paar Jahren keiner mehr wissen will; diejenigen die es länger aushalten sind reine Marketing-Projekte, wo Musik nur eine Nebenrolle spielt und das meiste Geld nur mit Nackten Titten und Klingeltönen verdient wird. Es gibt einfach keine emotionelle Bindung mehr - was war früher eine Platte von Beatles und heute eine CD von Lady Gaga? Da ist keiner das ausgegebene Geld wert.

Deshalb wird das Geschäftsmodell wo pro Musikstück gezahlt werden muss schon bald Vergangenheit zumindest in diesem Ausmaß. Die CD's werden halt zu Nichenprodukten - für Geschenke z.B.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Traffic ist eine ganz andere Sache als Geistiges Eigentum. Das ist ja nur der Transportweg. CDs sind auch billiger geworden, das hat aber keinen Einfluss darauf, das Musik auf CDs billiger wird.

Sogar eine alte Schallplatte war mitunter nach ein paar Wochen nicht mehr interessant. Das ist egal.

Hits die man schon nach ein paar Wochen nicht mehr hören kann, hat es auch immer schon gegeben. Und als Entsprechung zur Audiodatei mit nur einem Titel übrigens die Single-Schallplatte.

Das interessiert doch niemanden, ob Sie eine emotionale Bindung haben oder nicht.

Es geht darum, dass jemand beispielsweise ein Musikstück geschaffen hat und wenn Sie sich das zu einem beliebigen Zeitpunkt anhören wollen - also dafür zur Verfügugn haben müssen - müssen Sie es halt kaufen sofern der Urheber resp. seine Rechteinhaber das nicht verschenken wollen.

Und ob sie das verschenken wollen oder ob sie das im Rahmen einer Flatrate anbieten wollen, entscheidet der Künstler selbst, der ja kein Leibeigener des Staates und der anderen offenbar privilegierten einfallslosen Bürger ist, über dessen Arbeitsleistung verfügt wird. In einem demokratischen Rechsstaat ist das nicht realisierbar.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Das ist eben das Problem daß der Stellenwert des geistigen Eigentums hetzutage nicht mehr der selbe ist wie vor Internet. Schauen Sie sich die Zeitungen an - die am nächsten verwandte Branche zur Musik. Hätte ich vor 15 Jahren eine Zeoitung eingescannt und ins Internet gestellt wäre ich ein Pirat/Raubkopierer/Dieb usw. gewesen. Heute kann es sich keine Zeitung mehr leisten nicht im internet umsonst verfügbar zu sein, und dort verdienen sie sehr wohl mit Werbung und Premiumdiensten.

Es steht außer Frage daß die Leistung der Künstler bezahlt werden muss - aber zu einer Marktwirtschaft gehört es auch die Beüdrfnisse des Endkunden zu befriedigen, und wie ich schon gesagt habe - der Verkauf einzelner Musikstücke (ob auf CD oder per MP3) entspricht einfach nicht mehr den Bedürfnissen der Musikkonsumenten, ob es Ihnen gefällt oder nicht.

Hätte z.B. die Zeitungsindustrie genauso hartnäckig an ihrem alten Geschäftsmodell festgehalten, dann wäre sie bereits ausgestorben und die ganze Welt wäre daran Schuld gewesen weil alle ach so faul seien und nur im Internet oder auf iPad lesen wollen statt eine Zeitung zu kaufen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Nein es ist das Gegenteil der Fall. Die Zeitungen wären längst ausgestorben, wenn sie die Internet-Präsenz nicht durch die "alte" Zeitung mitfinanzieren könnten.

Das Urheberrecht wurde an sich dafür geschaffen, dass Schaffende von Ihrer Leistung leben können und nicht auf Gönner angewiesen sind. Werbung ist im Prinzip das Pendant zum Gönner.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

so ein bla-bla...
wie viele Ausgaben von "Die Presse" haben Sie selber schon gekauft? Ich habe in der Werbebanner Branche gearbeitet und weiß was man nur mit dem Anzeigen, nicht mal Anklicken von Bannern verdienen kann. Eine papierzeitung ist zu reinem Nichenprodukt geworden - für Ältere, für Reisende, für Kantinen, aber das breite Publikum erreicht man damit nicht mehr.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Mehrmals wöchentlich, nicht jeden Tag.

Das ist einfach nicht wahr. Werbung ist in der Hauptsache für Google ein gutes Geschäft. Für Medien ist der Internetauftritt bestenfalls kostendeckend.

Das muss schon eine Weile her sein, dass Sie im Werbebanner-Geschäft waren. Schon seit einigen Jahren sind Browser mit Werbeblockern von Haus aus ausgestattet. Das sieht ja kaum noch wer.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Geschäftsmodell

Ich finde Ihre Aussage und Standpunkt ist korrekt.
Andererseits hat authorozides auch nicht unrecht. Vom Gedankenansatz.
Ihn stört dieser Müll der heute produziert wird.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund für ihn, das Problem zu thematisieren. Es geht bei mir um die Frage der Berechtigungn. Wenn wir die Musik-Kultur als unsere Kultur verstehen, und eine Skala der Wertigkeit erstellen, diese von 1 - 10 recht, dann ist die Frage wo die heutige Musik einzuordnen ist. Auch hier hat zeitgemäße Musik für sich den Ansprucjh genommen, KULTUR zu sein. Ist Musik Ware oder Kunst. So sie Ware ist, unterordnet sich die Vermarktung (Schaffung) dem Konsumgeist der letzten 20 Jahre. Downloads für raschen Konsum betreffen die Werteskala 6-10(Ramsch). hauptsächlich. Als alter Musik-Vermarkter meine ich deshalb, dass der Inflation Einhalt gegeben wird dadurch. Ein Klassik Stück wird kaum herunter geladen.