26.05.2012 15:42 | Meine Presse Merkliste 0

Tschechen und Slowaken legen Acta auf Eis

07.02.2012 | 17:25 |   (DiePresse.com)

Auch in Österreich wird die Kritik gegen das umstrittene Anti-Piraterie-Abkommen lauter. Ein Grund dem Beispiel der Nachbarn zu folgen, ist das hierzulande aber (noch) nicht.

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Wien/Auer. Der Widerstand gegen das umstrittene Acta-Abkommen gegen Online- und Produktpiraterie wächst: Nach Polen scheren mit Tschechien und der Slowakei zwei weitere EU-Staaten aus und wollen Acta nicht ratifizieren. Nach heftigen Protesten entschieden die beiden Regierungen, dass erst Experten klären sollen, welche Auswirkungen Acta für die Bürger hätte.
Das internationale Handelsabkommen zum Kampf gegen Fälschungen wurde vor zwei Wochen von der EU und 22 Mitgliedsländern, darunter auch Österreich, unterschrieben. Kritiker fürchten, dass Acta unter dem Vorwand des Urheberrechtsschutzes die Freiheit im Internet einschränken könnte. Die EU weist diese Kritik zurück.

ACTA
ACTA steht für Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Das Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen soll in der EU, den USA sowie neun weiteren Ländern gelten.

Kritiker fürchten, dass durch die Hintertür Acta auch Zensur im Internet Einzug halten könnte.

In Österreich sieht man keinen Grund, dem Beispiel der Nachbarn zu folgen: Im Moment könne man gar nichts stoppen, heißt es aus dem Nationalrat. Der Ball liege beim EU-Parlament. Zur Abstimmung wird es voraussichtlich erst im Juni kommen. In Österreich ging bisher lediglich die Unterzeichnung des Abkommens durch den österreichischen Botschafter in Japan durch den Ministerrat. Gibt Brüssel grünes Licht, kommt Acta erneut in den Ministerrat und dann erst ins Parlament. SPÖ, Grüne, BZÖ und der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser haben sich kritisch zu Acta geäußert.

Keines der involvierten Ministerien fühlte sich auf Anfrage der „Presse“ für wirklich zuständig. Inhaltlich sehen sie alle keinen Grund für Einwände. „Was das Internet angeht, wird es keine Gesetzesänderungen geben“, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Das Justizministerium räumt zwar ein, dass Acta etwa auch vorsehe, dass die Staatsanwaltschaft von sich aus bei Urheberrechtsverletzungen tätig werde – allerdings „nur in schwerwiegenden Fällen“. Es gehe „sicher nicht darum, Konsumenten zu kriminalisieren“. Für Samstag sind in Wien Protestkundegebungen von Kritikern geplant.

 

(Ag. )

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28 Kommentare
 
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Gast: EKO
01.04.2012 20:10
0 0

Die haben auch ein eigenartiges Verhältnis zu Recht und Gesetz


0 2

liebe presse. nach überfliegen des forums bitte ich euch um volksbildnerische aktivitäten.




es steht zwar eh oben in den beiden kästen, worum es bei acta geht. doch das sind halt kästen und die schrift ist sehr klein.

bitte erklärt, wieviel milliarden durch illegale downloads, durch lizenz- und copyrightverletzungen jahr für jahr 'gestohlen' werden.
dass dieses geld gezwungenermaßen jene zahlen, die ein produkt regulär erwerben. zusätzlich!
usw.

ich finde, das wäre schon die aufgabe einer zeitung mit wirtschaftskompetenz, wenn bemerkbar ist, dass die leser gewisse grundlagen nicht mitbekommen haben.

0 2

"Bekämpfung von Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen "


ländern die wenig haben, kann auch nicht viel geklaut werden.
die argumentation mit 'freiheit des internet' ist eher lächerlich.

doch das internet per se muss ohnehin 'reguliert' werden: es steht aktuell dort, wo der straßenverkehr vor ca 100 jahren stand. zu dieser zeit war ebenfalls keine stvo vorhanden bzw nötig.
doch heute wäre der straßenverkehr ohne stvo undenkbar.


Alpha17
08.02.2012 05:08
0 0

Die Österreicher kriechen wie immer!


Gast: acta
07.02.2012 18:24
3 0

Lobbyismus der Sonderklasse

Man schafft ein Gesetz, dass von Lobbyisten unter Ausschluss der Öffentlichkeit entworfen wird...
...übernimmt dieses ohne wenn und aber...
...und wenn jemand nachfragt, wie es dazu kommen konnte, erklärt man sich einfach für nicht zuständig.

Und wer bleibt auf der Strecke - die Demokratie und die Bürger.
- aber das war ja noch nie ein Problem für die österreichischen Politiker

Antworten Manu_Marc
07.02.2012 20:25
0 0

Re: Lobbyismus der Sonderklasse

......man übernimmt dieses ohne wenn und aber nachdem die Lobbyisten die richtige Summe überwiesen haben.......

Gast: yoshi1
07.02.2012 17:04
6 0

Ich wundere mich schon lange

warum das in Österreichischen Medien kaum wahrzunehmen ist?!

Antworten Gast: kein_gast
08.02.2012 13:48
0 0

weil es ein peinliches gekauftes Gesetz ist

da will sich niemand exponieren...

Antworten josephXY
07.02.2012 19:01
0 0

Re: Ich wundere mich schon lange

das kann damit zu tun haben dass die
verschiedenen Medien selber zu den
Lobbyisten gehören. Das wurde zumindest
in den USA bekannt wo vor kurzem, wie
wohl bekannt, SOPA, wegen massivem
Prostest gestoppt wurde.
U.a. war daran auch Hollywood beteiligt
dass sich in einer selbst verschuldeten
Krise befindet und sich, wie andere auch, Vorteile und Recht zu Unrecht verschaffen wollte.
http://www.blicklog.com/2011/04/05/medienrummel-und-medialer-tratsch-ein-kleiner-rckblick-auf-die-medienkrise/

SIMO
07.02.2012 16:10
7 0

Erinnerungsvermögen


Es sind wohl die Menschen aus dem ehemaligen Sowjetblock, dem System jeglichen Denk- und Handlungsverbotes ausserhalb der herrschenden Klasse, der Zensur, der Konzentrations- und Arbeitslager, der Psychiatrierung Unliebsamer, welchen noch in der Erinnerung geblieben ist, welcher Wert Freiheit der Gedanken, der Rede und des Handelns bedeutet.

Die Nazidiktatur ist wohl schon zu lange her, dass unsere Politherrscher gedanklich verbinden, was aus derselben Klamottenkiste der politisch-ideologischen Unterdrückung kommt - nämlich der Wille, alle Menschen zu kontrollieren und ihr Handlungsfeld einzuschränken.

Danke Polen, danke Tschechien! Vielleicht macht Ihr auch den Unsrigen die Augen auf, wohin die Diktatur der Brüssel-Union führt.

Gast: gast:1
07.02.2012 15:50
4 0

und unsere?

Jede Wette dass unsere "Polit-Elite" wiedermal nur brav gebuckelt und Bitte-Danke gesagt hat.

Antworten fireone
07.02.2012 19:55
0 0

Re: und unsere?

Natürlich, was denn sonst?

luftikus
07.02.2012 14:42
6 1

Bürger vs. Industrie

"SPÖ, BZÖ, Grüne und der EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser haben sich kritisch zum Pakt geäußert."

In anderen Worten, ÖVP und FPÖ sind dafür?

Antworten fireone
07.02.2012 19:55
1 1

Re: Bürger vs. Industrie

Kritisch geäußert, aber nichts dagegen unternommen.

Antworten TicTacToe
07.02.2012 17:02
2 8

Re: Bürger vs. Industrie

das glaube ich irgendwie nicht, gerade die spö und die grünen müssen ja hell auf begeistert sein von diesem handelsabkommen. immerhin stehen gerade diese linken parteien für eine zensur und einschränkung der meinugsfreiheit !

das internet heutzutage ist denen sowieso ein "dorn im auge".
die spö will die medien kontrollieren (siehe orf) und tun sich naturgemäss mit dem internet ein wenig schwer, und die grünen halten sowieso nur ihre meinung für die einzig richtige, eine andere meinung wird da nicht akzeptiert.

Antworten Antworten Manu_Marc
07.02.2012 19:04
3 0

Re: Re: Bürger vs. Industrie

Seid wann sind die Grünen bitte für Zensur. Die Günen waren von Anfang an gegen ACTA.
Ich erinnere sie daran, dass Orbán, ein rechter Nationalist, die Person ist, die in Europa Zensur am stärksten vorantreibt.
Die SPÖ ist meiner Meinung nach keine linke Partei mehr, da sie genau wie die VP nur mehr die Großindustrie vertritt.
International gesehen sind die Linken im Internet stärker vertreten und integriert als rechte Gruppen.
Außerdem halten ALLE Parteien ihre Meinung für die richtige, oder haben sie schon einmal von einem Mitglied der ÖVP gehört, das die Forderungen der KPÖ unterstützt?

Antworten Antworten luftikus
07.02.2012 18:55
2 0

Re: Re: Bürger vs. Industrie

Was soll daran verwerflich sein, seine Meinung für richtig zu halten, dass tun doch alle Parteien.

Viel mehr verwerflich ist es, die eigene Meinung unter den Teppich zu kehren, wenn diese nicht im Sinne der Wähler/Bürger ist.

Die FPÖ zeigt damit wie irreführend ihre "freiheitliche" Bezeichnung ist und wessen Lied sie abseits von Zuwanderungsfragen singt.
Die ÖVP schwächt mit ACTA die Innovationskraft unserer Wirtschaft, deren Kompetenz sie für sich behauptet.


Gast: Dösenpower
07.02.2012 14:15
6 1

Pfeife

Alle tanzen nach der Pfeife der Supermacht. sind wir froh, dass bei den neuen EU-Mitgliedern ein paar kritische Geister sind. Herr Faymann - dösen sie weiter - und wen der big brother sie aufweckt - dann unterschreiben sie.

chaot_68
07.02.2012 12:39
17 0

GEGEN ACTA - Protesttag am Samstag, 11.2.2012 ...

"Auf die Straße gegen ACTA" - unter diesem Motto sind am Samstag, 11.2.2012 weltweit Proteste gegen die endgültige Umsetzung von ACTA geplant!

Hier ein Link mit einer Übersicht der zur Zeit in Österreich geplanten Aktivitäten:

http://www.stopp-acta.at/proteste/

Antworten Strache_T
08.02.2012 00:06
0 0

Re: GEGEN ACTA - Protesttag am Samstag, 11.2.2012 ...

Wieso wurden meine Postings mit selben Link viorgestern 2x nicht durchgelassen? Und heute meine entrüstung darüber?

chaot_68
07.02.2012 12:36
13 0

AUCH DIE SLOWAKEI ...

Polen, Tschechien, die Slowakei ...

Es macht schon betroffen, dass es zur Zeit ausschließlich die Regierungen der ehemaligen "Ostblock"-Staaten sind, die nun doch noch die Ratifizierung von ACTA auf Eis legen und somit versuchen, diese - noch gar nicht in vollem Umfang erfassbare - Gefahr abzuwenden ...

Antworten Gast: unzensiert
07.02.2012 14:59
7 0

Ist nicht schwer zu erklären

Die können sich noch gut an die Diktatur erinnern und wollen nicht die nächste haben.

Gast: Franz321
07.02.2012 11:16
9 0

Haha

Zuerst mal unterschreiben und dann analysieren. Bei aller liebe bei so einem wichtigen Gesetz ist das doch mehr als fahrlässig?!

Gast: Frustriert?
07.02.2012 10:50
1 0

Die Kritiker zeigen denen welche dieses durchsetzten wollen wie sie es zu verkaufen haben.


Allso sozusagen ist dieses dann ein Eigentor der Gegener.

KKT3
07.02.2012 09:52
15 2

Österreich muss sich ein Beispiel an Tschechien nehmen

Während in Österreich alles teurer wird (Post, Gas, Wasser, Strom, Miete, Lebensmittel, etc. pp.) und die Politik sich lediglich mit den größten Geldeinbringern beschäftigt, werden in Tschechien sinnvolle Gesetze beschlossen und auf die Bevölkerung gehört... wieso meinen wir noch einmal das wir Fortschrittlicher sind!?

Antworten Gast: der biedere
08.02.2012 11:50
0 0

Re: Österreich muss sich ein Beispiel an Tschechien nehmen

Sie haben offensichtlich keinerlei Ahnung von Tschechien. Ich sehe täglich tschechisches TV und lese tschechische Zeitungen. Die Menschen sind total unzufrieden und die Armut steigt gewaltig! Sogar Rufe nach dem "seligen" Kommunismus werden laut! Das Gesundheitssystem ist pleite, die Landwirtschft kathastrophal, ......

 
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