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Facebook hat "technische Probleme" beim Löschen

07.02.2012 | 12:57 |   (DiePresse.com)

Der Jus-Student Max Schrems hat Facebook bei irischen Behörden angezeigt und fordert mehr Datenschutz. Am Montag gab es ein Treffen in Wien.

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Vertreter von Facebook aus den USA und Irland verhandelten am Montag sechs Stunden lang mit dem Jus-Studenten Max Schrems in Wien. Das Treffen war eine Reaktion auf eine Beschwerde, die Schrems im Rahmen der Initiative "Europe versus Facebook" gegen das Social Network bei der irischen Datenschutzbehörde einbrachte. Die Behörde hatte angeordnet, dass Facebook versuchen solle zunächst eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Der Student im neunten Semester Jus stößt sich vor allem daran, dass vom Nutzer gelöschte Daten von Facebook weiterhin gespeichert werden. Das betrifft etwa auch Fotos. Facebook erklärt diesen Umstand bei dem Gespräch mit Schrems mit technischen Problemen.

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Nur zehn Prozent der Forderungen umgesetzt

In einem Hotel nahe des Flughafens Wien Schwechat hat das Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Man sei zu keiner Einigung gekommen, die Meinungen gingen einfach zu stark auseinander, erzählte Max Schrems in einem Ö3-Interview. Deshalb soll die irische Datenschutzbehörde entscheiden. Diese hatte bereits einen 150 Seiten umfassenden Bericht verfasst und von Facebook entsprechende Anpassungen gefordert. Schrems sieht jedoch erst zehn Prozent seiner Forderungen umgesetzt. Mittlerweile ist auch die EU-Kommission auf die Beschwerde des Wiener Studenten aufmerksam geworden und zitierte das Anliegen bei einer Präsentation zu der neuen EU-Datenschutzverordnung. Auch darin geht es unter anderem um das "Vergessen im Internet". Die Umsetzung der Verordnung könnte jedoch noch einige Jahre dauern.

>> EU-Datenschutz: Das bringt die neue Verordnung

 

Schweigen ist Zustimmung

"Facebook interpretiert die europäischen Gesetze neu", kritisierte der Jus-Student am Tag nach dem Treffen auf einer Pressekonferenz. Außerdem sei das Internetunternehmen "höchstgradig unprofessionell, was den Datenschutz angeht". Daher sei bei dem Gespräch "viel darüber gestritten" worden, was beispielsweise eine Zustimmung bedeute. Laut Datenschutzgesetz müsse eine Zustimmung spezifisch, informiert und eindeutig erfolgen, erklärte Schrems. Jedoch interpretiere Facebook die Bestimmung weiterhin so, dass eine Zustimmung besteht, solange der Nutzer nicht Nein sagt.

 

Datenschutz braucht noch zehn bis 20 Jahre 

Generell glaubt Schrems, dass Europa beim Datenschutz erst am Anfang ist. Es werde noch zehn bis 20 Jahre dauern bis die Gesetze nicht mehr nur am Papier existieren, sagte er im Ö3-Interview am Dienstagmorgen. Die Behörden in Europa seien zudem einfach zu klein.

Technische Probleme beim Löschen

Grundsätzlich seien die Gespräche mit Facebook aber gut gelaufen und das Unternehmen hätte viele Informationen geliefert, die Schrems zuvor vermisst hätte. Auch Facebook gab zu, sich erst auf dem Weg zu befinden, den europäischen Gesetzen zu entsprechen, heißt es in der Presseaussendung (Pdf) der Studenten-Initiative. Facebook hätte zudem massive technische Probleme beim Löschen von Daten. Immerhin habe das Unternehmen versprochen, daran zu arbeiten, dass gelöschte Daten tatsächlich nicht mehr gespeichert bleiben. Einige Informationen, wie eine Liste aller von Facebook gespeicherten Datenkategorien über einen Nutzer, würden noch nachgeliefert, heißt es in der Aussendung. Jetzt liegt die endgültige Entscheidung in der Hand der irischen Datenschutzbehörde, da der europäische Firmensitz von Facebook in Irland liegt.

 

(Red. )

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37 Kommentare
 
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Gast: Sabine***
07.02.2012 19:58
1 0

tja selber schuld

selber schuld Herr Schrems,

hätten sie vor ihrer Registrierung bei FB mal die AG´s gelesen, hätten sie selbst nicht immer auf "Teilen" geklickt, wär der ganze stapel papier nicht zusammengekommen, macht doch jeder freiwillig, warum also die aufregung wenn ich selbst für mein verantwortungsloses Veröffentlichen gegenüber meiner Daten, verantwortlich bin....

eumlinger
07.02.2012 16:32
1 0

Mumpiz

Obwohl ich mich verabschiedet habe vom FB, ich bin immer noch drin.
Auf Email warum hab ich keine Antwort bekommen.
Ist 1 Jahr her das ich es gelöscht habe.

der graf
07.02.2012 14:58
6 0

Aber FaceBook ist doch echt so toll und wunderbar

In den Medien gibts fast keine Kritik, zumindest in USA nicht. Wen wundert es, damit kann die US Regierung wunderbar (und ganz ohne Richterbeschluss) kinderleicht die eigenen sowie halb Europa ausspionieren. Es hat schon seinen Grund das der Zuckerberg bei den Obamas öfters eingeladen wird.

Antworten fefe
07.02.2012 21:56
1 0

Re: Aber FaceBook ist doch echt so toll und wunderbar

Das ist ganz offensichtlich so. Ansonsten würde es nicht so eine breite Unterstützung geben.

Gast: GastA
07.02.2012 14:26
2 1

Der österreichische Gesundheitsminister

und Facebook sind sich einig:
"eine Zustimmung besteht, solange der Nutzer nicht Nein sagt"
Auch ELGA vergießt nie ...

Antworten fefe
07.02.2012 21:47
0 0

Re: Der österreichische Gesundheitsminister

Zwischen einer staatlichen Einrichtung und einer privaten Firma gibt es noch feine Unterschiede.

Antworten Gast: andi007
07.02.2012 16:29
0 0

Re: Der österreichische Gesundheitsminister

ELGA soll auch nie vergessen, sonst macht ELGA auch keinen Sinn!!! Der Zugang von ELGA soll allerdings massiv beschränkt sein (eben nur Kränkenhäuser, niedergelassene Ärzte, etc..) und dies muss auch sichergestellt werden!

9 0

Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Eine blödere Ausrede hätten sie nicht finden können. Aber leider ist es mittlerweile überall so, dass man technische Probleme vorschiebt, wenn man etwas nicht machen will.

0 0

Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Ich habe einmal in einem Unternehmen gearbeitet, dessen Software tatsächlich nichts löschen konnte da sonst die Integrität der kompletten Datenmenge nicht mehr garantiert werden konnte.

Um das zu umgehen wurde Versionierung eingeführt, damit ein Projekt wenigstens von vorne begonnen werden konnte. Allerdings blieben die Abhängigkeiten zu alten Projekten im System weiterhin bestehen.

Aber Facebooks-Datenmenge ist bestimmt nicht so komplex und dementsprechend, gilt wohl Pech gehabt. Wenn man so einen Schwafu zusammenhackt, muss man das auch ausbaden.

Antworten Antworten fefe
07.02.2012 21:41
0 0

Re: Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Das muss ja ein Softwarehaus mit Programmierern mit "besonderer Begabung" (so bezeichnet man das heute politisch korrekt) gewesen sein, das diese Software erstellt hat.

Da müssen anständige Bugs in der Software gewesen sein, das ist selbstverständlich nicht normal. Die haben das aber offenbar erfolgreich als Feature verkauft.

0 0

Re: Re: Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Normal ist das nicht, mit den Bugs hat das aber auch nichts zu tun.

Das war ein furchtbarer Designfehler im Datenmodell der dazu geführt hat und keine Programmierfehler. Die hätte man ja ausbessern können ohne den Datenbestand umzuwerfen ...

PS: Gibt es auch Hardware/Software wo es sehr wohl erwünscht ist, nichts löschen zu können.

Antworten Antworten Antworten Antworten fefe
08.02.2012 00:25
0 0

Re: Re: Re: Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Wenn das Löschen funktioniert, aber dann die Integrität der sonstigen Daten gefährdet ist, ist es schon ein Programmierfehler. Ein Designmerkmal ist es, wenn man garnnicht löschen kann.

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Davon rede ich ja. Man kann nicht löschen, sondern nur versionieren.

O-Ton: "dessen Software tatsächlich nichts löschen konnte "

0 0

Re: Re: Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

"It's not a bug - it's a feature" ;)

Antworten der graf
07.02.2012 16:11
0 1

Re: Ja klar! Technische Probleme sind schuld!

Selten so gelacht...

find / -name \*.XXX -exec rm {} \;

...und weg ist der dreck.

Gast: N.Klug
07.02.2012 13:41
8 0

Die Erklärung von FB ist ein schlechter Scherz

Kurz zur Erklärung FB speichert seine Daten in einer Datenbank.
Jeder User hat hierin einen Bereich der vereinfacht gesagt wie eine Excel Tabelle aussieht.
Diese "Tabelle" kann in Millisekunden mittels eines Befehls gelöscht werden. Selbstverständlich ist dies eine stark vereinfachte Darstellung der Softwarearchitektur.

Lange Rede kurzer Sinn:
Wenn man auf Daten zugreifen kann, hat man auch die Möglichkeit sie zu löschen.
Wenn kein Zugriff möglich ist würde man FB nicht oder nur rudimentär nutzen können.
Aus monetärer Sicht für Facebook unsinnig, also gibt man solche Ausflüchte an.


Gast: sniper75
07.02.2012 13:33
4 1

AGB lesen

Das kommt davon, wenn man die AGB nicht liest.
Hinterher braucht niemand jammern.

Antworten Gast: don579
07.02.2012 14:42
3 2

Re: AGB lesen

AGB können bestehendes Recht nicht ändern

1 3

Re: Re: AGB lesen

Und bestehendes Recht ist natürlich "richtig".

Antworten Antworten Antworten fefe
07.02.2012 21:43
1 0

Re: Re: Re: AGB lesen

Jedenfalls ist es gültig und kann nicht durch AGBs ausgehebelt werden.

Gast: Wir hier
07.02.2012 13:27
5 2

Go, go Max

Go Max, go. Durchhalten und nicht locker lassen! Weiter so! Bravo! Echt erstaunlich, wie der ihnen auf die Pelle rückt. Echt toll!

Gast: unbekannter
07.02.2012 12:54
4 0

Sauerei

Deinen Account bei Facebook kannst du überhaupt nicht löschen.Du bist mit einem Klick wieder drin, ohne Anmeldung!!!!!!!!!Amerikanische Bagage

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Re: Sauerei

Dann wären sie halt nicht beigetreten. Die "amerikanische Bagage" könnte im Augenblick sicher besser ohne die "Super Europäer" leben...

Antworten Gast: albern
07.02.2012 13:55
2 1

Re: Sauerei

stimmt nicht ganz. es wird zwischen deaktivieren und löschen unterschieden. somit kann man den offiziell account komplett löschen. danach gibt es, wenn ich mich recht entsinne, eine zwei wochen frist; wenn man sich innerhalb dieser einlogged, dann ist der account wieder aktiv, ansonsten wird er gelöscht.
sichtbar gelöscht für andere user jedenfalls. die daten werden jedoch für immer auf deren server gespeichert bleiben.
für die offizielle account löschung einfach die lieblings-suchmaschine verwenden

Antworten fefe
07.02.2012 13:20
5 0

Re: Sauerei

Es ist auch erstaunlich, was die Programmierer bei Facebook sonst alles schaffen, sie aber "technische Probleme" beim einfachen Löschen von Datensätzen und Dateien haben. Das glauben denen auch nur die Deppen in der EU.

Gast: t7t
07.02.2012 11:23
22 0

Es ist gut, dass es Menschen wie Herrn Schrems gibt.

Traurig ist daran nur, dass es eines engagierten Studenten bedarf, um die zuständigen Behörden wachzurütteln.
Herr Schrems macht die Arbeit von Beamten, die dafür bezahlt werden, aber aus Mangel an Initiative genau nichts tun.
Schrems zwingt sie dazu.
Schad, dass es nicht mehr von seiner Sorte gibt.

 
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