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Was Facebook einem Wiener Studenten verspricht

07.02.2012 | 18:12 |  ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Sechs Stunden hat Jusstudent Max Schrems am Montag mit Vertretern von Facebook in Wien verhandelt. Das Netzwerk sieht sich als "großen Öltanker" und gibt zu, dass es Probleme beim Löschen von Daten hat.

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Wien. Eigentlich, sagt Max Schrems, finde er es „völlig absurd“, dass ein Student stellvertretend für alle Nutzer „mit einem Multi“ wie Facebook verhandeln muss. Wenn er so sein Ziel erreiche, dass man das Online-Netzwerk künftig sorgenfrei nutzen kann, spiele er aber gern noch eine Weile „den Posterboy“, sagt er und lächelt selbstbewusst. Am Montag verhandelte der 24-jährige Salzburger sechs Stunden lang mit dem Facebook-Europa-Manager Richard Allan und einer Vertreterin des Konzerns aus den USA über die 22 Datenschutzklagen.

„Wir haben unsere Standpunkte ausgetauscht und relativ viele neue Informationen bekommen“, resümiert Schrems einen Tag später vor Dutzenden Kamerateams und Fotografen das Treffen in einem Hotel am Wiener Flughafen. Er sei darin bestärkt worden, dass Facebook die Gesetze in vielen Fällen einfach „neu interpretiert“. Die Vertreter von Facebook hätten zugegeben, dass es bisher technische Probleme mit dem Löschen gegeben habe, weshalb in manchen Datensätzen von Facebook-Nutzern Fotos gefunden wurden, die der Nutzer längst gelöscht hat.

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Facebook versprach, die Systeme so zu ändern, dass „Löschen“ wirklich löschen bedeutet. Zugesagt wurde auch, dass die Kritik von Schrems' Initiative Europe-vs-Facebook in die neuen Datenschutzbestimmungen aufgenommen und transparent gemacht werde, welche Daten Facebook von Nutzern speichert. Schrems sagt: „Diese Firma ist höchstgradig unprofessionell. In deren Richtlinien stehen Dinge, die ihnen jeder erstsemestrige Student streichen würde.“ Die Facebook-Vertreter selbst hätten sich am Montag als „großen Öltanker“ bezeichnet, „der sich langsam in die richtige Richtung bewegt“. Man sei also erst langsam auf dem Weg, europäischen Gesetzen zu entsprechen.

Die Kritik der Wiener nahm Facebook, das nun an die Börse will, sehr ernst, so Schrems. Er werde sich aber nicht mit Versprechungen zufriedengeben, sondern hofft auf eine formelle Entscheidung der irischen Datenschutzbehörde und dass die EU in Zukunft eine aktivere Rolle übernimmt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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5 Kommentare
Gast: K.F.J. F.
08.02.2012 11:54
0 1

Facebook und Datenschutz

Wenn jemand ins Facebook freiwillig persönliche Daten stellt soll er das Wort "Datenschutz" sofort aus dem Wortschatz streichen. Es ist ja gerade so als ob dieser Jemand dem Bademeister beschuldigt beim schwimmen nass zu werden!

Generell wird es auch nie und nimmer einen Datenschutz geben. Daten kann man kaufen wie Wurstsemmeln, es ist nur eine Preisfrage.
Siehe Steuersünder-CD, KHG-Dokumente etc....

Nicht nur Sensationsjournalisten wissen darüber bescheid!

Vor allem der "Geiz ist gail"-Generation wird diesbezüglich zukünftig noch ein kräftiges Licht aufgehen...............


Gast: Ärgernix
08.02.2012 08:24
5 0

Cui honorem, honorem

Bitte 14000 Euro monatliches Gehalt für diesen jungen Mann. Er tut wofür wir unsere Politiker bezahlen!

Antworten Gast: shanny
09.02.2012 10:48
0 0

Re: Cui honorem, honorem

...ja, vielleicht kriegt er von "jemand" anderen noch viiiiiiel viiiiiiel mehr, damit er nix mehr tut...*ggg*

doubleg
07.02.2012 22:58
7 0

Wer glaubt, dass die auch nur ein Bit tatsächlich löschen, der ist naiv.

Es mag sein, dass die Daten nicht mehr auf den Facebook-Servern liegen, aber wer weiß wo die noch gesichert werden und wurden? Keiner kann es nachprüfen. Wer solchen Konzernen intimste und private Informationen anvertraut kann sowieso nicht ganz bei Trost sein. Dass die Großen über die sog. sozialen Netzwerke ihre User nach Strich und Faden bespitzeln um irgenwas Verkaufbares aus den Daten rauszukitzeln, muss jedem der ökonomisch denkt klar sein. Anders ist das alles doch gar kein Geschäft.

Antworten grinch
08.02.2012 08:15
1 0

Re: Wer glaubt, dass die auch nur ein Bit tatsächlich löschen, der ist naiv.

Es soll auch Leute geben die Geld wegwerfen.