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Europas Aufstand gegen ein Internet mit Sperrzonen

12.02.2012 | 18:32 |   (Die Presse)

Junge demonstrieren gegen das strittige Acta-Abkommen und für ein freies Netz. In Österreich waren mehrere tausend Gegner auf der Straße. Die Chance, dass das ungeliebte Abkommen bald umgesetzt wird, ist gering.

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Wien/Auer. Zigtausend Menschen in ganz Europa protestierten am Wochenende gegen Acta, den umstrittenen Pakt zum Schutz der Urheberrechte im Internet. In Österreich waren mehrere tausend Gegner auf der Straße – wohl auch, um zu feiern. Denn die Chance, dass das ungeliebte Abkommen bald umgesetzt wird, ist denkbar gering.

Zwar haben 22 EU-Länder (auch Österreich) den mit den USA und Japan über Jahre im Geheimen ausgehandelten Vertrag kürzlich unterzeichnet. Doch die Ersten rudern schon zurück. Deutschland, Estland, Niederlande, Zypern und Slowakei wollen gar nicht erst unterschreiben. Die Politiker fürchten, hier allzu eilig einen Pakt abgesegnet zu haben, der bei vielen Jungen auf große Ablehnung stößt.

Kurz gesagt sieht der Gesetzesentwurf vor, dass etwa Internetprovider die Daten ihrer Nutzer freigeben müssen, wenn die Produzenten gern wüssten, wer sich ihren jüngsten Film runtergeladen hat.

 

Für Filme und Freiheit

Die Kritiker sorgen sich aber keineswegs nur um lieb gewonnene – aber illegale – Filme und Lieder aus dem Netz. Sie fürchten vielmehr, dass der Schutz des Urheberrechts nur der Vorwand ist, unter dem letztlich Zensur im zumindest hierzulande bis dato freien Internet Einzug halten könnte.

Denn im Vertrag steht auch, dass jeder, der einem Internetnutzer zur Urheberrechtsverletzung verhilft, also etwa die Verbindung ins Netz bereitstellt, Strafen fürchten muss. Will der Internetanbieter auf Nummer sicher gehen, bleibt ihm wenig übrig, als Teile des Netzes zur generellen Sperrzone zu erklären oder die digitalen Aktivitäten seiner Nutzer zu zensieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2012)

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7 Kommentare
Gast: Lloreter
18.02.2012 23:31
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Was ist denn ACTA

Meiner Meinung nach hat sich jetzt das erstemal die Politik geoutet, nämlich damit, das sie von einigen mächtigen Lobbyisten bestimmt wird. Ich mag selber keine Raubkopierer, aber diese würden die Musik/Filme auch nicht kaufen, wenn es sie im Netz nicht mehr gäbe. ACTA ziehlt einfach nur auf die totale Kontrolle ab. Ich dachte das wäre seit 1945 vorbei.

Gast: A.K.
16.02.2012 12:54
0 0

alles andere als logisch

Den Konzernen geht es eigentlich nicht darum wer vom wem was runterladet, sondern viel mehr um Marktforschung und Tendenzen, was ihnen sehr viel Geld gekostet hat und nun um sonst Informationen beziehen könnten von Providern.

Das ist so als würde ihr Nachbar das Recht besitzen Ihren Kontostand abzufragen und zu sehen wohin ihr Geld fliest und von wo es kommt damit er beim nächsten tratschen mit den rest von der Nachbarschaft ein neues Thema auf dem Tisch legen kann!

Oder damit er entscheidet ob er sie grüßen sollte oder nicht, den sie benutzen nicht die gleichen Produkte wie er. usw.

Die Protwste gegen ACTA haben Links und Rechts geeinigt.

Das ist gut so.

Gast: musikhoerer
13.02.2012 08:08
3 0

Katastrophe

Nachdem sich die Medienindustrie jahr(zehnt)e lang geweigert hat sich dem Phänomen Internet (und dessen Möglichkeiten!) anzupassen und entsprechende Verkaufskanäle zu etablieren, bekämpft sie jetzt Illegalität mit Illegalität.

Ich für meinen Teil sehe nicht ein, warum ich für verlinkte Seiten, die Urheberrechte verletzen, zur Rechenschaft gezogen werden soll. Dafür ist schon der Websiteeigentümer verantwortlich.

Unglaublich -

anscheinend interessiert es hier im Form noch niemand, wenn das Internet zensiert wird!

Interessiert

Na wenigstens war ich auf der Demo, am Samstag in Linz. Trotz der Kaelte sind ueberraschend viele dort gewesen und zum Hauptplatz marschiert.

genau umgekehrt,

es zeigt wie Zivilcourage endet wenn Zensur, Überwachung und Bespitzelung drohen. Auf einmal wirds ganz stumm und still, weil ja niemand mehr auffallen will!