Strengere Regeln für Mobilfunkbetreiber

21.02.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Ab Mai dürfen die monatlichen Kosten für mobilen Datenverkehr 60 Euro nicht mehr übersteigen. Auch bei Gebühren und Einspruchsfristen gibt es für Mobilfunkkunden positive Änderungen.

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Wien/Weber. Das neue Jahr bringt für heimische Mobilfunkkunden einige erfreuliche Änderungen. Wie berichtet, dürfen die Kosten für mobilen Datenverkehr ab Mai die Grenze von 60 Euro nicht mehr überschreiten. Dafür sorgt eine neue Verordnung, die am Dienstag von der Telekom-Regulierungsbehörde RTR vorgestellt wurde.

Demnach müssen die Mobilfunkbetreiber künftig eine Warn-SMS versenden, sobald der Kunde mobile Daten im Ausmaß von 30 Euro verbraucht hat. Bei 60 Euro gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder wird der Internetzugang gesperrt und erst nach Zustimmung des Kunden wieder freigeschaltet, oder die Übertragungsgeschwindigkeit wird auf ein Mindestmaß reduziert. „Wichtig ist, dass ohne die Zustimmung des Kunden nichts mehr geht“, erklärte RTR-Chef Georg Serentschy.

Die Grenzen gelten bei verbrauchsabhängigen Tarifen ebenso wie bei solchen, bei denen nach Ausnutzung eines Datenpakets für jedes Megabyte bezahlt werden muss. Wer auf alle Sperren und Warnungen verzichten will, muss dafür seinen Mobilfunkbetreiber kontaktieren. Der Verzicht muss jedes Jahr erneuert werden und muss ebenso wie die Wiedereinrichtung der Sperre kostenlos sein.

Bei mobilen Daten gab es zuletzt einen großen Boom (siehe Grafik), aber auch die meisten Probleme. Im Vorjahr hatten 43 Prozent aller Streitschlichtungsverfahren der RTR damit zu tun. Auch der Anstieg der Verfahren gegenüber 2010 sei hauptsächlich auf Datendienste zurückzuführen, hieß es. Der Streitwert habe sich im Schnitt auf 650 Euro belaufen.

 

Papierrechnungen kostenlos

Seit gestern müssen die Mobilfunkbetreiber auch noch andere Regeln beachten:

• Ändern sie Gebühren oder Verträge, müssen sie ihre Kunden darüber schriftlich informieren.

• Die Laufzeit von neuen Verträgen darf nicht länger als 24 Monate sein. Dies gilt nicht für Vertragsverlängerungen.

• Kunden haben ab sofort drei Monate Zeit, um gegen zu hohe Rechnungen vorzugehen. Bisher lag dieser Zeitraum meist bei einem Monat.

• Papierrechnungen sind ab sofort kostenlos. Die Gebühren dafür waren in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Ärger. Der Verein für Konsumenteninformation streitet sich deswegen mit Mobilfunkbetreibern vor Gericht.

Neue Daten der RTR zeigen außerdem, dass die Preise für Mobilfunk im dritten Quartal des vergangenen Jahres – aktuellere Zahlen gibt es nicht – überproportional stark gestiegen sind. Von Juli bis September verteuerte sich mobiles Breitband um 3,6 Prozent, Mobilfunkgespräche verteuerten sich um 2,7 Prozent. Der Verbraucherpreisindex stieg im selben Zeitraum nur um 0,1 Prozent.

Grafik: Die Presse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2012)

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9 Kommentare

telekom

wir sind bei Weitem das billigste Mobilnetz-Land in Europa, doch wollen alle alles gratis. Wenn man surfen will - was ja am Handy sowieso Blödsinn ist - muss man halt dafür zahlen. Im Supermarkt kriegt man auch nichts gratis, oder ? Da wird telefoniert und gesurft, bis der Arzt kommt und dann klagt man die Rechnung ein, vorher aufpassen geht nicht ?
Die meisten Verträge beinhalten schon 1 GB Internet Volumen....ich habe das noch nie ausgereizt, muss man denn unterwegs dauernd im Netz herumgurken. Wenn man in die U-Bahn schaut, sieht man 60% der Leute mit dem Handy spielen und dann wundern sie sich, dass eine Überziehung des Volumens Geld kostet. DÄmlich !

Gast: Laus
22.02.2012 00:03
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Auch wenn regulierung nicht zielführend ist.

Netzbetreiber sehen das Internet als Konkurenz, also muss verhindert werden das Internettelefonie am handy sich lohnen würde.
Aber letztenendes ist es nur eine Frage der Zeit bis auch hier die erkenntnis eintritt das man besser nur zugang zum netz bietet und eine fixe Gebühr verrechnet.

Antworten Gast: Tutenchamun
22.02.2012 07:39
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Re: Auch wenn regulierung nicht zielführend ist.

Internettelefonie am Handy gibt es ja längst.
Auch Flatrate Datendienste.
Sie werden aber zunehmend teurer werden. Auch die Geräte werden teurer werden.

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Na endlich tut die RTR mal was

sind wohl aus dem politischen Dornröschenschlaf aufgewacht oder steht ihnen der Sumpf bis zum Hals.

Was haben die eigentlich die letzten paar Jahre gemacht.

Antworten Gast: Cato4711
22.02.2012 11:23
1 0

Re: Na endlich tut die RTR mal was

..nicht die RTN, sondern die EU.

Das ist eine EU Regelung, die die RTR nur umsetzt.

Ach, ja alles Schlechte kommt von der EU....

Statt strengeren Regeln kommen immer strangere regeln raus.


Gast: gasti
21.02.2012 20:43
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kann man die gebühren für die papierrechnung rückwirkend darauf einklagen??

das wäre interessant

Antworten Gast: Tutenchamun
21.02.2012 21:37
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Re: kann man die gebühren für die papierrechnung rückwirkend darauf einklagen??

Kann man nicht.

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Vertragslaufzeiten ...

... von 24 Monaten sind eine Frechheit.

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