Facebook greift bei anstößigen Bildern und Inhalten hart durch. Zahlreiche Fälle zeigen, dass ohne Diskussion gelöscht wird, was nicht den Richtlinien des Netzwerks entspricht. Betroffene Nutzer sind meist völlig überrascht, da diese Richtlinien nicht öffentlich sind und nur selten eine Erklärung folgt. In einem besonders drastischem Fall hat zum Beispiel ein französischer Nutzer ein bekanntes Gemälde aus dem 19. Jahrhundert hochgeladen. Da darauf eine nackte Frau zu sehen war, wurde das Bild gelöscht und kurzerhand auch der Account des Nutzers gesperrt. Dem Nachrichtendienst Gawker sind nun jene vertraulichen Richtlinien zugefallen, nach denen die Moderatoren von Facebook handeln.
Keine harten Drogen, kein Sex
Demnach darf zum Schutz Minderjähriger nichts gezeigt werden, das in irgendeiner Form mit Sex oder der Darstellung von Geschlechtsorganen zu tun hat. Darunter fallen auch Brüste, selbst dann, wenn Mütter beim Stillen zu sehen sind. Seit Jahren protestieren Mütter gegen die Löschung solcher Fotos. Erlaubt ist hingegen etwa die Darstellung von Marihuana, wenngleich härtere Drogen verboten sind. Erlaubt sind auch Verletzungen, offene Wunden und Blut - verboten hingegen Verstümmelungen und verbrannte Leichen. Gewalt gegen Tiere ist verboten, außer es handelt sich um Jagdszenen oder Darstellungen aus der Lebensmittelverarbeitung. Facebook-Gründer und Chef Mark Zuckerberg hat 2011 bekannt gegeben, nur noch Fleisch zu essen, das er selbst erlegt hat.
Magerer Moderatoren-Lohn
Die Richtlinien wurden Gawker von einem ehemaligen Mitarbeiter des Facebook-Dienstleisters oDesk zugespielt. Er will damit gegen die niedrigen Löhne protestieren, die Mitarbeiter in Dritte-Welt-Ländern erhalten. Der junge Marokkaner gibt an, selbst einen Basislohn von einem Euro pro Stunde erhalten zu haben.
(Red. )
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