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Kino.to: Prozess gegen den Chef hat begonnen

09.05.2012 | 08:50 |   (DiePresse.com)

Mit dem illegalen Filmportal Kino.to machte ein Leipziger Millionen. Fünf Urteile wurden in dem Fall bereits gesprochen.

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Fünf Urteile sind im Fall des illegalen Filmportals Kino.to bereits gesprochen worden. Ab Dienstag steht nun auch der Gründer und Chef des Film-Streaming-Angebots vor Gericht. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Leipziger die massenhafte Verletzung des Urheberrechts vor. Er soll am meisten von Kino.to profitiert und über Werbe-Anzeigen Millionen kassiert haben. Für den Prozess vor dem Landgericht Leipzig sind vier Verhandlungstage anberaumt worden.

Der gelernte Bodenleger hatte Kino.to 2008 gegründet. Bereits verurteilte Mitstreiter sagten aus, der Mann habe schnell begriffen, dass mit dem Streamen von Filmen ordentlich Geld zu scheffeln sei. Es gab offenbar genug Werbekunden, die Interesse hatten, in diesem Umfeld Anzeigen zu schalten. Kino.to sei sehr schnell gewachsen. Bis zu vier Millionen Nutzer täglich riefen die Webseite auf. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft waren rund 135.000 illegal kopierte Filme, Serien und Dokumentationen über das Portal zu erreichen.

Alle Angeklagten geständig

Wie Kino.to funktionierte, ist durch die bisherigen Prozesse vor dem Amts- und Landgericht Leipzig gut dokumentiert. Alle Angeklagten vom Webdesigner bis zum Chef-Programmierer legten Geständnisse ab - mit dem Tenor: Man habe gedacht, Kino.to bewege sich in einer Grauzone. Einige kamen auch mit dem Robin-Hood-Argument: Kino sei teuer, das könne sich kein Hartz-IV-Empfänger leisten. Deswegen habe man kostenlos Filme zugänglich machen wollen. Nur: Ums Urheberrecht kümmerten sich die Kino.to-Macher nicht.

Nächstenliebe-Argument unglaubwürdig

Die Justiz geht davon aus, dass die Kino.to-Drahtzieher keineswegs aus Nächstenliebe handelten. Amtsrichter Mathias Winderlich stellte in einem der ersten Prozesse klar: "Es ging rein darum, Geld zu machen." Besonders für den Gründer des Portals soll sich das ausgezahlt haben. Nach der Zerschlagung von Kino.to stellten die Ermittler bei ihm Luxuskarossen sicher. Zeitweilig lebte er nach Darstellung seiner Mitstreiter in Spanien.

Der 39-Jährige sitzt seit seiner Verhaftung im Sommer vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Nach Angaben des Landgerichts hat er sich in seinen Vernehmungen bei der Staatsanwaltschaft geäußert - und zwar nicht nur in ein paar dürren Worten, sondern umfangreich.

(Ag. )

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11 Kommentare
3 1

Held

ja es war falsch
ja es verstößt evtl gegen das Gesetz
aber ich finds echt gut das er's gemacht hat er hat viel mehr Menschen geholfen als geschadet
aber ja war ihm glaub ich e klar das er das nicht sein ganzes leben machen kann ^^
aber ich find man kam ihm nur danken ^^

Antworten Gast: Grummelbart2
09.05.2012 14:36
1 3

Re: Held

Ah ja, er hat sich also am geistigen Eigentum anderer bereichert - und das ist jetzt super?

Ihrer Auffassung nach ist es also okay, wenn ich gegen das Gesetz verstoße, solange "mehr Leute profitieren als geschädigt werden"? Na, dann steig ich gleich mal in diverse Häuser ein und verschenke das Zeugs an meine Verwandten - denen ist dann geholfen.

Und tatsächlich wurden alle geschädigt - nicht nur die Hersteller, auch die Mitarbeiter am Film, die Drehbuchschreiber, die Schauspieler, die Tontechniker - und zu guter Letzt auch die Leute an den kinokassen, denen die Leistung ehrliches Geld wert war.

Antworten Antworten Gast: gast:1
11.05.2012 07:33
1 0

Re: Re: Held

bzgl. des Beispiels mit "in Häuser einsteigen und Diebesgut verschenken":

letztlich ist das das was die Literatur, Kino und TV als Robin Hood sehr wohl glorifizieren.

Ob nun div. Rache-Filme a la Kill-Bill, old Boy usw. oder quasi jede US-Polizei Serie wo die Cops notfalls ohne rechtliche Grundlage handeln (und das auch wissen und dennoch tun..).
Oder die Serie Leverage (?) usw. usw. : das "Rächen" und "wir sorgen selbst für gerechten Ausgleich" usw. sind nix anderes als DAS was du verurteilst mit "in Häuser einsteigen und Diebesgut verschenken...".

Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft viele Leute nicht (mehr?) daran glauben, dass es eine Gerechtigkeit "im System" gibt...

Re: Re: Held

Genau, es haben seit der Gründung von Kino.to MGM, WARNER BROS und wie sie alle heissen zusperren müssen. Die Bonzen dahinter fahren alle nur noch Dacia und wohnen in keinen Villen mehr.

Die Verluste, von denen gesprochen wird sind fiktiv, weil sich die User von kino.to den Film sowieso nie im Kino angeschaut hätten.
Viele schauen sich auch Filme auf solchen Seiten an und gehen danach ins Kino.
Und hört auf eine Vervielfältigung mit Raub oder Diebstahl zu vergleichen. Weil bei Raub hats der dems vorher gehört hat nicht mehr.

Gast: gast:1
09.05.2012 11:14
7 0

man könnt glauben...

es geht hier um einen Schwerverbrecher..

hab unlängst gelesen, dass einer ein Kind totgefahren hat und dafür 5 Monate bedingt bekommen hat.

die "Freunderln" und Genossen verursachen zig-zig-Millionenschaden an Steuergeld - und sind immer noch frei..

Und ein professioneller Raubkopierer ist jetzt der neue Super-Schurke über den ich mich empören soll?

1 0

Re: man könnt glauben...

Na ja, der hierbei entstandene Schaden geht ja auch in die Millionen.

Dass ein Menschenleben offenbar irrelevant ist vor dem Gesetz ist immer wieder erschreckend.

Antworten Antworten Gast: gast:1
11.05.2012 07:26
1 0

Re: Re: man könnt glauben...

"der Schaden geht in die Millionen"?

Tut er nicht. Es wird nur vermutet, dass der Schaden so groß ist, weil man einfach davon ausgeht, dass die Downloader sonst den Film gekauft hätten.

Aber: Hätten sie das wirklich?

Wie viele haben bloß das Zeugs runtergeladen weils gratis war aber nicht, weil sie wirklich wirklich diesen Film sehen wollten?

Immer wieder gibts Werbe-Aktionen, dass ein Programm 1 Tag lang legal gratis zu haben ist. Ich lads dann mitunter runter - auch wenn ich das Zeugs momentan eigentlich garnicht brauche...

Ich behaupte, der Anteil derer die ohne Kino.to die Inhalte legal erworben hätten, ist SEHR gering = der Schaden sehr klein.

Es geht hier also nicht um einen beweisbaren und reellen Schaden sondern nur um einen VERMUTETEN Schaden.

Wenn man nun thematisch einen Schritt zurück tritt: ein weiterer Fall wo nicht die Fakten sondern Vermutungen juristisch verwertet werden... bedenklich.

8 0

hmmmm

was ist mit kinox.to :)?

Re: hmmmm

movie2k.com .....? oO

2 0

Re: hmmmm

Filesharing wird man eben nie verhindern können ;-)

5 0

Re: hmmmm

pssst!^^

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