21.05.2013 14:12 Merkliste 0

Mark Zuckerbergs Kapuzenpulli irritiert die Wall Street

10.05.2012 | 11:22 |   (DiePresse.com)

Ein Analyst findet die Kleidung des Facebook-Chefs "unreif". Die Tech-Branche reagiert mit Spott: Zuckerberg könnte als nordischer Gott verkleidet sein und trotzdem Investoren anlocken.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg hat sich doch tatsächlich erlaubt, nur in seinem altbekannten Kapuzenpulli bei einem Treffen mit Investoren aufzutauchen. Obwohl das Kleidungsstück ein Markenzeichen des Firmenchefs ist, sei es ein "Zeichen der Unreife", wettert Wall-Street-Analyst Michael Pachter im Gespräch mit Bloomberg. Das würde Investoren zeigen, dass er den geplanten Börsengang seines Social Networks nicht ernst nehmen würde. Zuckerberg sollte ihnen lieber "den Respekt zeigen, den sie verdienen". Immerhin würde er von ihnen Geld verlangen. Der 27-Jährige sei vielleicht als Produktmanager besser aufgehoben als für den Chefposten.

Kleidungs-Kritik "Wahnsinn"

Die Onlinewelt reagierte durchwegs mit Häme auf diese Einschätzung. The Next Web schreibt gleich im Titel, der Analyst würde "in seinem Anzug dumm klingen". Im restlichen Beitrag wird das Bloomberg-Interview regelrecht zerpflückt, um dessen "Wahnsinn" zu zeigen. Wäre Zuckerberg im Anzug aufgetaucht, wäre das viel eher ein Warnsignal gewesen. Die Lockerheit Zuckerbergs hätte Facebook erst zu dem gemacht, was es ist, heißt es in dem Beitrag. Noch dazu sei der Analyst Pachter einer der ersten gewesen, die Facebook als Empfehlung gewertet und hoch bewertet hätten.

Banken wollen dabei sein

Cnet-Autor Jim Kerstetter schlägt in dieselbe Kerbe. "Sehen wir es ein: Er könnte sich als Thor verkleiden, den sagenumwobenen Hammer Mjolnir bei Präsentationen schwingen und [die Investoren] würden immer noch beim Börsengang des Unternehmen dabei sein wollen", schreibt er in einem Kommentar. Zuckerberg hätte mit Facebook aus dem Nichts ein Milliardenunternehmen geschaffen und die Banken würden nur ein Stück des Kuchens haben wollen, heißt es darin. Kerstetter stellt die 3500 Jobs, die Facebook geschaffen hat, den fast 460.000 Arbeitsplätzen, die die Finanzindustrie in den letzten vier Jahren abgebaut hat, gegenüber.

Mit 96 Milliarden Dollar bewertet

Mark Zuckerberg kann es sich vermutlich leisten, einen legeren Umgang mit den Wall-Street-Größen zu betreiben. Facebook rechnet damit, bei seinem Börsengang rund 12 Milliarden US-Dollar an Kapital aufzutreiben. Das würde zu einer Bewertung von fast 96 Milliarden Dollar führen - weit mehr als Google oder Amazon bei ihren Börsengängen erhalten haben. Mit mehr als 900 Millionen Mitgliedern ist Facebook das umfassendste Social Network und daher auch Zentrum zahlreicher Werbe- und PR-Bemührungen.

(db)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

26 Kommentare
 
12

Das wird ein Fest werden wenn diese Blase in 2-3 Jahren komplett explodiert

Wenn die Investoren mit den Anteilen erst richtig an Bord sind wird es auch nach einiger Zeit vorbei sein mit dem "alles ist gratis".

Diese Leute wollen natürlich auch eine Rendite und das wird nicht nur mit Werbung und mit bei paar "sales" von diesen Spielen zu erledigen sein.

Wenn man sich durchliest mit wieviel dieses Unternehmen bewertet ist,wieviel die Investoren bereit sind zu zahlen und,das ist der springende Punkt,wie sich dieses Unternehmen bis jetzt finanziert nämlich fast ausschließlich über Werbung kann man sich vorstellen was es da für einen "Bang" macht wenn User abspringen.

Gerade die junge Internetgemeinschaft welche für sich beansprucht,dass alles aus dem Netz gratis sein musst lässt Facebook sofort fallen wenn es nicht mehr nach ihren "Gratis Ansprüchen" ist.

Ein neues Netzwerk welches wieder komplett gratis ist ist von irgendwelchen Silicon Valley Nerds schneller aus dem Boden gestampft als die Analysten Charts lesen können.
Mit Leichtigkeit denn jetzt weiß man absolut wie es geht und was die User unbedingt wollen.

Das beste Bsp. dazu war das deutsche Portal StudiVZ.
Dieses hat geboomt aber kurz in der Entwicklung geschlafen und wurde mehr oder weniger von Facebook zermalmt.

Die Userzahlen sind jetzt schon im letzten Quartal zurückgegangen.
Wenn man sich ansieht wieviele Leute dort schon registriert sind dann fragt man sich was die Investoren hier noch heraus holen wollen,es kann nur mehr bergab gehen.

Max. 2-3 Jahre das war's dann.

Gast: Dr. Korman-Sadikovic
10.05.2012 19:05
0 0

Respekt!

Etwas ungewohnt, aber dennoch subversiv. Auch wenn man dieses Outfit nicht schätzt, Biss hat es zweifelsfrei ;-)

Gast: b754
10.05.2012 18:38
0 0

er ist auch unreif also wozu die aufregung


Ich denke auch...

...dass man für die Führung eines Unternehmens zumindest eine Krawatte tragen sollte.
Geschäftliche Entscheidungen treffe ich grundsätzlich nur im Anzug. Ist tatsächlich viel reifer. Sieht man an all den so erfolgreichen Finanzinstituten, die von Rentnern am Tropf erhalten werden müssen.

Ohne Anzug/Hemd/Krawatte braucht mich auch niemand "ernst" nehmen. Pullover ist meine Spassvogerl-Verkleidung.

Gast: unterzuckerung
10.05.2012 14:57
0 3

Anzug? Das ist doch kapitalistisch! haha

er ist fast schon ein alter web2.0-hase - aber ein neuling an der börse. als solcher hat er regeln - mehr als alle anderen - zu achten. er hat sich dort seinen respekt noch nicht erarbeitet.

0 0

Neidisch?

Ob Apple oder Facebook. Ständig diese Basher!!!
Das kann doch nur Neid sein...

3 0

Zuckerbergs Lockerheit

hat Facebook ganz bestimmt geprägt. Vor allem was den lockeren Umgang mit Benutzerdaten und das entspannte Verhältnis zu Datenschutzrichtlinien betrifft.

Re: Zuckerbergs Lockerheit

Der lockere Umgang mit Benutzerdaten ist ein guter Grund (zumindest ist´s für mich einer), keinen FB-Account zu haben.
Was den Börsengang betrifft, mag das auch schon umgekehrt sein. Die Userdaten sind der eigentliche Wert des Unternehmens.

Mit seiner nicht vorhandenen Krawatte hat aber beides nichts zu tun.

2 0

empty suits

Ja, gerade ich Reich der empty suits ist so ein Verhalten nicht erwünscht. Ist doch bei den meisten dieser Herren und Damen an der Wall Street der Anzug/das Kostüm das einzige Teil mit Qualität......

Gast: superquant
10.05.2012 12:54
14 0

Lächerlich

Ich mein was will der supertolle Analyst, der Typ ist doch einfach lächerlich entweder ist FB ein gutes Investment oder nicht aber ob Mark jetzt einen Pulli einen Gucci oder einen Hugo Boss Anzug trägt ist ja wirklich egal. Ist der Analyst neidig, dass er im Anzug zur Arbeit muss und nicht gemütlicheres Gewand anziehen kann.

Gast: Zuckerlberg
10.05.2012 12:36
3 0

Die Lockerheit Zuckerbergs hätte Facebook erst zu dem gemacht, was es ist

.. und wie vielen war genau das wichtig, sich in Herden beim Fratzenregister anzumelden?

Gast: Lachziege St.Rache
10.05.2012 12:27
3 0

Kapuzenpulli

Wow
jetzt bin ich aber ordentlich irritiert

Wen interessiert die Marionette Zuckerberg ?

10 0

war...

... steve jobs auch schlecht gekleidet, der mit pulover und abgelatschten turnschuhen neue produkte präsentiert hat...? markenzeichen sind markenzeichen...

2 0

Re: war...

Man will wohl primär wieder eine Meldung über den Facebook-Börsegang bringen. Absurdes Theater. Bill Gates hatte auch nur immer Pullover an und beide hatten lange Haare (damals ganz schlimm...).

Antworten Antworten Gast: schlechtgutpub
10.05.2012 15:00
0 0

Re: Re: war...

ja - das wohl am ehesten. schlechte publicity ist auch publicity...

der Wolf im Schafspelz

900 mio Mitarbeiter oder auch Friendfinder , die alle heiß drauf sind ihr Blechgelaber in den Dienst eines dibiosen Unternehmens zu stellen
der kleine Mark reibt sich schon mal die Hände

Antworten Gast: Ditter Zwerg von Hinten
10.05.2012 13:48
0 2

Re: der Wolf im Schafspelz

Ehm, Sie stellen doch auch Ihr "Blechgelaber" in den Dienst der Presse.

Gast: IC
10.05.2012 11:46
3 2

Werte

Welche realen Werte werden durch dieses soziale Netzwerk geschaffen?

Antworten Gast: reale Werte
10.05.2012 13:20
0 1

Re: Werte

welche realen Werte werden generell durch eine Dienstleistung geschaffen??

Antworten Antworten Gast: IC
10.05.2012 13:42
3 0

Nach einer Dienstleistung

kann ich mich wenigstens einer Leistung erfreuen. Wenn mir z.B. die Haare geschnitten wurden.

0 0

Re: Nach einer Dienstleistung

einige der 900 mio. user werden sich wohl an der leistung erfreuen...

1 0

Re: Werte

Im Grunde schafft ja außer einem Bauern niemand einen realen Wert. Also nichts, wofür es unter Garantie jemanden gibt, der das haben will.

Der Erfolg von Facebook kann in einem Monat vorbei sein. Er kann sich aber innerhalb des nächsten Jahres verdoppeln.

Derzeit bemüht man sich, das so darzustellen, als wäre noch großes Potential zum Wachstum gegenüber dem angepeilten Ausgabekurs vorhanden. Beispielsweise wenn Zuckerberg einen Anzug trägt oder - in einem anderen Artikel - Werbung über Smartphones verbessert wird.

Ich halte das für eine Seifenblase, aber es kann auch ein großes Geschäft werden. Was ein realer Wert ist entscheidet der Konsument resp. der Markt. Momentan ist Facebook attraktiv für die Werbung. Und momentan hat angeblich jeder zweite mit Zugang zum Internet einen Facebook-Account.

Antworten Antworten Gast: IC
10.05.2012 13:44
1 0

Das Problem

ist, wenn eine Blase platzt und es crashed, welche Werte danach übrig bleiben:
Eine virtuelle Seifenoper mit dem Zweck, sich durch eine verstellte Scheindarstellung gegen den unaufhaltbaren Zug der Vergesslichkeit zu stemmen.

3 0

Re: Werte

Welche realen Werte werden durch telefonieren und SMS geschaffen? Welche realen Werte werden durch Kirchenbeiträge geschaffen

Antworten Antworten Gast: IC
10.05.2012 13:39
2 0

Spekulationsblasen

Bin mir nicht sicher, ob die röm.-kath. Kirche eine Spekulationsblase auslösen wird?

Gast: Duden
10.05.2012 11:45
2 0

Putzig

Mich irritiert offengestanden eher die fantasievolle Rechtschreibung der Presse - Kapuze hat nicht wirklich etwas mit putzig zu tun, aber vielleicht nimmt das schon die Rechtschreibreform aus dem Jahr 2042 vorweg??

 
12