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Facebook ändert weltweit Datenschutz-Richtlinie

12.05.2012 | 14:23 |   (DiePresse.com)

Nutzer sollen über die Verwendung ihrer Daten mitentscheiden können. Kritiker sehen aber einen Rückschritt und warnen vor den Änderungen. Sie haben Gegenvorschläge veröffentlicht.

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Facebook-Nutzer können in den kommenden Tagen über die Nutzung ihrer Daten mitentscheiden. Das weltgrößte Online-Netzwerk will seine Datenschutz-Richtlinie erneuern und stellte die Vorlage für eine neue Version zur Diskussion ins Netz. Eine wesentliche Neuerung ist, dass einige Informationen länger als bisher gespeichert werden könnten. Eine Wiener Studentengruppe, welche einen Rechtsstreit gegen Facebook wegen dessen ihrer Ansicht nach unausgegorenen Datenschutzes angestrengt hat, sah die Änderung zuerst als Teilerfolg, sieht die Neuerungen inzwischen aber als "Schritt zurück" an.

>>> Das vollständige Dokument samt Änderungen

"Wir werden Daten so lange einbehalten, wie dies erforderlich ist, um den Nutzern und anderen Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Diese umfassendere Verpflichtung gilt für alle Daten, die wir über Dich sammeln und erhalten, einschließlich Informationen von Werbetreibenden", hieß es in einer Erklärung von Facebook. Unter anderem Daten, die Facebook von Werbepartnern oder Spiele-Anbietern bekommt, können damit in einigen Fällen länger als die bisherigen 180 Tage aufbewahrt werden.

Weit weg von Grundsätzen des Datenschutzes

Die Wiener Facebook-Kritiker behaupten, Facebook würde durch die Änderungen versuchen, beanstandete Fehler zu legalisieren. "Besonders erschreckend ist, dass Facebook nun sagt, dass es 'Controller' von allen unserer Daten ist. Dieser kleine Satz heißt, dass alle Nutzer Datenschutzrechtlich enteignet werden, da nur noch Facebook entscheidet was mit unseren Daten passiert", wird auf europe-v-facebook.org behauptet. Neu ist tatsächlich ein Absatz auf Seite 14 des Dokument, in dem Facebook Irland als "the data controller responsible for your personal information" bezeichnet wird. Der Satz ließe sich auch so interpretieren, dass Facebook Irland die Verantwortung für die Abwicklung der Daten innehat. Sonst kommt das Wort "Controller" nirgends vor.

Max Schrems, Sprecher der Gruppe, bezeichnete Facebook als "weit weg von den Grundsätzen des Datenschutzes". Die Kritiker haben nun unter our-policy.org eine Art Pflichtenheft erstellt, das Facebook ihrer Ansicht nach erfüllen sollte. Die Gruppe hofft auf 7000 Erwähnung davon bei Facebooks Datenschutz-Vorschlagsseite, damit das Unternehmen die unter our-policy.org aufgezählten Punkte behandelt. Bis zum 18. Mai können Facebook-Nutzer auf dieser Seite ihre Meinung zu den Änderungen abgeben.

Frist zur Änderung ignoriert

Hintergrund für die Änderungen seien Auflagen der irischen Datenschutzbehörde, die in einem ersten Bericht vom 21. Dezember 2012 Facebook zu massiven Verbesserungen der Datenschutzrichtlinie aufgerufen hätte. Diese Verbesserungen hätten laut dem Bericht schon mit 31. März 2012 erfolgen sollen, Facebook hatte diese Frist aber bisher ignoriert. Der Bericht basiert auf 22 Anzeigen, welche von "europe-v-facebook.org" in Irland eingebracht wurden.

Zur neuen Richtlinie wird von Facebook erstmals sehr ausführlich dargestellt, welche Informationen Facebook über sogenannte Cookies bekommt - kleine Dateien, die Websites im Browser ablegen, um Nutzer wiederzuerkennen. Über die Verwendung von Cookies durch Facebook hatte es immer wieder zum Teil heftige Diskussionen mit Datenschützern gegeben.

Auch nach Löschung im System

In dem 14-seitigen Dokument wurden die alten und neuen Passagen zumindest auf Englisch zusammengeführt. Facebook bekräftigt, dass Werbepartner Informationen von Nutzern nach wie vor nur anonymisiert erhalten.

>>> Hintergrund: Die größten Privatsphäre-Baustellen bei Facebook

Zugleich werden die Mitglieder nun ausdrücklich darauf hingewiesen, dass einige Informationen auch im System bleiben können, wenn sie ihr Facebook-Konto löschen - wie etwa Nachrichten, die sie ihren Freunden geschickt haben.

Außerdem warnt Facebook, dass andere Nutzer Kopien von ihnen zugänglichen Daten wie etwa Bildern anfertigen können, über die man dann keine Kontrolle mehr habe. "Sie sollten deswegen Informationen nur mit Leuten teilen, denen Sie vertrauen", betont Facebook jetzt in der Richtlinie.

Facebook-Privatsphäre: Zehn Tipps für ein sicheres Gefühl

Alle 10 Bilder der Galerie »

(Ag./db)

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13 Kommentare
Gast: einBeobachter
15.05.2012 10:09
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FakeAccounts

Eigentlich ist mir FB völlig egal, aber wen's stört, der kann ja ganze Serien von Fake-Accounts anlegen. Irgendwann verkutzen die von FB sich sowieso an den Datenmengen. Sie haben ja jetzt schon Probleme mit den "unechten" Daten, die ihnen natürlich niemand abkaufen will. So habe ich just for fun meine Hunde angemeldet und auf die Eingabe: "Hundeschule" sofort -zig Freundschaftsvorschläge bekommen - alle von Hunden (lol). Wer weiß, welcher Zoo sich bereits auf FB tummelt. Sicher nicht im Sinne des Erfinders. Ich werde jedenfalls die nächste Maus, die ich im Garten sehe, sofort anmelden. Wenn ich Zeit habe, kommen die Tauben, Spatzen, die Hausrotschwänzchen, Bachstelzen, Grasfrösche etc d'ran. Die sollen doch auch alle international vernetzt sein, oder ?

Nicht auf Facebook anmelden.

Problem gelöst.

Antworten Gast: R3alist
13.05.2012 11:08
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Re: Nicht auf Facebook anmelden.

LOL Glauben Sie das wirklich?

1. Ist es quasi unmöglich nicht von Facebook registriert zu werden. Da reicht schon das Besuchen von Webseiten mit Like-Button, wie zB auf diepresse.com

2. Wer einmal absichtlich ein Profil angelegt hat und jetzt zur späten Einsicht kommt, hat keine Chance das rückgängig zu machen.

Re: Nicht auf Facebook anmelden.

Nein, eben nicht.

Es werden auch Leute getracked die auf Websites surfen die Like-Buttons enthalten ohne angemeldet zu werden.

Es werden auch Leute getracked deren Freunde auf FB sind und die FB Zugriff auf deren Emails gewähren um Freunde einzuladen.

Re: Nicht auf Facebook anmelden.

die wahrscheinlich sicherste Methode.

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Re: Nicht auf Facebook anmelden.

Besser hier anonym posten als das es die ganze Welt weiß! Feigling!

Re: Re: Nicht auf Facebook anmelden.

An mir ist nicht so wichtig, daß es die ganze Welt wissen müßte. Und ich wage die Vermutung: an Ihnen auch nicht.

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Re: Re: Re: Nicht auf Facebook anmelden.

Ich benutze Facebook!
Man muss nur wissen wie!
Ich finde es praktisch, da ich sämtliche mir wichtigen News-Seiten "gelikt" habe. So habe ich immer alles im Überblick. Ich beschwere mich auch nicht über FB, ich weiß damit umzugehen! Ich benutze auch Google und nenne Apple-Produkte mein Eigen. Also all das "böse" Zeugs!!!! :-)

Re: Re: Nicht auf Facebook anmelden.

Besser wäre es mit seinen persönlichen Daten einfach nur pfleglicher umzugehen.

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Re: Nicht auf Facebook anmelden.

Vor allem ist das das selbe Problem wie mit dem Musik-Download: Wenn mir die Bedingungen nicht passen, dann nutze ich das doch einfach nicht. Ich verstehe nicht, was da so schwierig ist. Wenn ich von einem Restaurant höre, dass dort pausenlos Leuten vom Essen schlecht wird, gehe ich doch nicht extra hin um mich auch beschweren zu können.

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Nicht Artikel kommentieren, die einen selber nicht betreffen.

Erspart Betroffenen Zeit und Nerven, sich mit Leuten wie Ihnen auseinander setzen zu müssen.

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Re: Nicht Artikel kommentieren, die einen selber nicht betreffen.

Es sollte wohl ein Tipp an die Betroffenen sein. Aufs Einfachste kommt man oft nicht.

Antworten Antworten Gast: deinliebergott
12.05.2012 16:04
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Re: ... Zeit und Nerven, sich mit Leuten wie Ihnen auseinander setzen zu müssen.

da hats wohl jemand besonders nötig. ;-)