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Anonymous stellt Daten tausender Künstler online

14.05.2012 | 14:18 |   (DiePresse.com)

Adressen und Telefonnummern von Künstlern, die bei wir-sind-die-urheber.de unterzeichnet haben, wurden im Internet veröffentlicht. Anonymous sieht darin keine Bedrohung der Personen und streitet einen Hackerangriff ab.

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Mit der Veröffentlichung persönlicher Daten haben unbekannte Täter sich gegen eine Unterschriftenaktion von Künstlern für eine Stärkung des Urheberrechts gewendet. Auf einer Internet-Plattform für die Veröffentlichung von Dokumenten wurden unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen und Telefonnummern der Unterzeichner veröffentlicht - unter ihnen prominente Schriftsteller wie Charlotte Roche und der Musiker Sven Regener, der die Debatte im März ausgelöst hatte. Die Täter sollen aus dem Umkreis der Anonymous-Bewegung kommen, die keine festen Strukturen kennt. Sie überschrieben die Veröffentlichung der Daten mit den Worten "fuck your copyright blah blah blah".

Anonymous: Daten normal recherchiert

Die Aktion von Anonymous stieß auch bei Kritikern des Künstleraufrufs auf Ablehnung. Frank Rieger vom Chaos Computer Club (CCC) schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter: "Das #Anonymous -Label wurde auch schon mal für sinnvollere und zielführende Aktionen benutzt. Künstler bedrohen ist wirklich dumm." Allerdings könne sich jeder Dummkopf als Teil von Anonymous bezeichnen. Über @AnonNewsDE, einem der Gruppe zugeordneten deutschen Twitter-Konto kam der Versuch einer Beruhigung: "Warum fühlt man sich nun bedroht, wenn man eh im Telefonbuch steht oder seine Adresse im Impressum seiner Homepage hat?" Auch seien die Informationen nicht durch einen Angriff auf die Website Wir-Sind-Die-Urheber.de beschafft worden, sondern über normale Recherchemethoden.

6000 Unterzeichner für Urheberrechts-Aktion

Der öffentliche Aufruf "Wir sind die Urheber! Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums" wurde bisher von mehr als 6000 Personen unterzeichnet. Diese bezeichnen das Urheberrecht als "historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit" und als "materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen". Sie wenden sich indirekt gegen Initiativen aus mehreren Parteien, das Urheberrecht an die veränderten Bedingungen im Netz anzupassen. Internet-Nutzer reagierten mit einer Gegenerklärung "Wir sind die Bürger" und riefen zur gemeinsamen Suche nach Lösungen auf.

(Ag.)

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13 Kommentare
Gast: Führungskraft
16.05.2012 14:52
0 0

Ich werd nicht mehr

"weil sie von denen, die ihre Arbeit konsumieren, um ihren Lohn betrogen werden. "

Welche Arbeit? Die zwei bis drei Stunden, die in die Komposotion eines Songs gesteckt werden?
Ich würde auch gerne für die Ausübung meiner Hobbys bezahlt werden. Wir sind aber in einer Marktwirtschaft, nicht im Schlaraffenland.

Urheberrecht heisst erfolgsabhängige Bezahlung

Künstler, die sich fürs Urheberrecht einsetzen, kämpfen dafür, dass Sie entsprechend ihrer Leistung und ihrer Erfolge bezahlt werden!
Sie wollen eben nicht Staatskünstler sein, wollen eben nicht von Subventionen und Flatrates abhängig sein, weil sie von denen, die ihre Arbeit konsumieren, um ihren Lohn betrogen werden.

Gast: Führungskraft
15.05.2012 18:16
1 1

No Money for nothing

Kein Mitleid für die selbsternannten Künstler. Es ist einfach unverschämt, sich eine Stunde mit der Gitarre vor das Mikrofon zu stellen und dafür ein lebenslanges gesichertes Einkommen zu verlangen. In meinem Betrieb arbeiten unsere Mitarbeiter für acht bis zehn Euro die Stunde, erledigen ihre Aufgaben gewissenhaft und jammern nicht rum. Vielleicht sollten sich diese "Künstler" an denen mal ein Beispiel nehmen.

Gast: Gute Aktion!
14.05.2012 21:32
2 0

Und ein Danke an die Veröffentlichung!

Der Großteil jener die Unerschreiben wußte nicht um was es wirklich geht, und ein kleiner harter Kern will um jeden Preis den heutigen Status beibehalten, und die vielen Kleinen die Versuchen nebenbei nach der Arbeit noch sich mit Kunst zu beschäftigen, oder so mit auch und krach damit leben können, haben schon längst erkannt das die Verwertungsgesellschaften das weitgrößere Problem sind als Raubkopien im Netz.

In Deutschland muß ein Künstler GEMA Gebühren zahlen wenn er seine Musik, selbst komponiert, selbst die Texte geschrieben, auf CD pressen lassen will, stellt er diese Musik frei ins Netz dann muß er der GEMA beweisen, das keine auch nur am Rande betroffenen Künstler bei der Gema sind, gleiches gilt für Veranstaltungen, etc.

Von allem anderen abgesehen wurde auch der Versuch unterwandert, mehr Gerechtigkeit in den Abrechnungen zu bringen, 5% der Künstler bekommen 95% der Einnahmen, der Rest geht bestenfalls leer aus, und ein nicht unerheblicher Teil darf heute für seine eigen Kunst bereits zahlen, will er diese einem breiteren Publikum präsentieren, so nicht, ihr Kulturkapitalisten!

Antworten Gast: jomei!
14.05.2012 23:04
2 1

Re: Und ein Danke an die Veröffentlichung!

Sie haben keine Ahnung. Selbstverständlich muss ein Musiker nicht Mitglied der Gema sein, wenn er seine Musik veröffentlichen will. Dann muss er sich halt selbst um seine Rechte kümmern, wenn er das denn will. Faseln Sie doch nicht von Gerechtigkeit, geht es Ihnen doch nur darum, dass sie weiterhin Musik und Pornos klauen wollen.

Gast: Free
14.05.2012 16:55
3 1

Wird langsam eng am Futtertrog der Staatskünstler.

:)

Gast: Bandwurm
14.05.2012 16:05
3 1

Bandwurm

Unser digitales Zeitalter leidet am Bandwurm der sogenannten Urheber. In Wahrheit ist es ein Haufen von Gesellschaftsparasiten, die einen Teil des Kuchens haben wollen, den wirkliche Künstler in die Kassen der AKM spülen.
Wen von den 6000 kennen Sie? Eine Handvoll vielleicht. Die anderen nennen sich Künstler, machen unwichtiges Zeug und kassieren dafür ab. Sollen doch auftreten und Eintritt verlangen, dann wird man sehen, was ihre Werke der Gesellschaft wirklich wert sind. Die Band U2 verdient ihr Geld (Rekordergebnis!) inzwischen wieder mit der Tournee und nicht mit Tantiemen für einmal im Studio stehen. So soll es sein!
Verständlich, daß es den Parasiten dann unangenehm ist, wenn sie genannt werden - obwohl: sie haben ihren Namen ja selbst auf die Unterschriftenliste gesetzt.

Am Samstag in der Mariahilferstraße

bin ich in eine Protestveranstaltung von Anonymus geraten. Habe mich interessiert gezeigt und einige der maskierten Teilnehmer gefragt, was denn die konkreten Ziele dieser Vereinigung sind. Niemand war in der Lage mir eine vernünftige Antwort zu geben. Als ich anmerkte, dass es vielleicht besser ankommt beim Verteilen der Broschüren die Bierflasche abzustellen, forderte man mich auf zu gehen und munkelte, ich sei vermutlich ein Spion von Scientology.

Gast: L.W.
14.05.2012 15:06
3 5

Mit jeder weiteren Aktion ...

... entlarven sich diese Figuren mehr und mehr als das, was sie wirklich sind.

Verbrecher, die sich auf Kosten der (Künstler-)Allgemeinheit bereichern, indem sie sich weigern, für das Konsumieren der Werke der Schaffenden auch nur den geringsten Beitrag zu leisten.

Stattdessen stellen sie die Künstler an den Pranger, nicht bedenkend, was da passieren kann.

Es rennen genug Wahnsinige (Stalker z.B.) herum, die nun die Adressen der Künstler auf dem Silbertablett serviert bekommen.

Wirklich eine grandiose Leistung...

Intelligent ist anders.

Re: Mit jeder weiteren Aktion ...

Erstens: Bitte lesen, die Daten waren auch so frei zugänglich, also für fanatische Wahnsinnige durchaus auch herausfindbar.

Zweitens: Diese Aktion von Anonymous war dumm, keine Frage, aber hätten Sie sich mit früheren Aktionen auseinandergesetzt dann wüssten Sie, dass Anonymous und co. bisher eigentlich NIE gegen Künstler selber gewettert hat, sondern vielmehr die Verwertungsgesellschaften (z.B. GEMA) als Geldgeier an den Pranger stellen wollte.

Und nein, für die Verwertungsgesellschaften heutzutage gibt es keine Entschuldigung, diese sind einfach außerstande ein aktuelles Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen.

Antworten Antworten Gast: woswasi2012
14.05.2012 15:36
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Re: Re: Mit jeder weiteren Aktion ...

Schön, freut mich, dass die Daten auch so frei zugänglich wären.
Allerdings glaub ich das diesen Anonymous Leuten nicht. Ist stark zu bezweifeln, ob sich da ein paar dieser Halblustigen hingesetzt haben und 6000 "Künstler" in diversen Telefonbüchern aufgestöbert haben

Re: Re: Re: Mit jeder weiteren Aktion ...

Dank Facebook, Google, whois (bitte selber nachschauen was das kann) und co. geht das heutzutage schneller als Sie glauben ;)

"Ich glaube diesen Anonymous Leuten nicht".. Aha, schön dass Sie DIESE also alle in einen Topf werfen, bitte erkundigen Sie sich doch nocheinmal was genau Anonymous ist.

Re: Re: Re: Re: Mit jeder weiteren Aktion ...

Wo die Adressen herkommen, ist doch nicht der Punkt - diese Informationen sind ja keine Staatsgeheimnisse.
Die Aussage ist allerdings klar - eine Warnung in bester Mafia-Manier: "Wir wissen, wer Ihr seid, wir wissen wo Ihr wohnt, der Kampf wird nicht auf das Netz beschränkt bleiben!"
Und das ist gemeingefährlich.