Blog bläst zur Foto-Hetzjagd auf Facebook-Chef

12.06.2012 | 13:15 |   (DiePresse.com)

20 Dollar will Gizmodo für jedes private Foto von Zuckerberg bezahlen. Der Facebook-Gründer glaube schließlich nicht an Privatsphäre.

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Der US-Blog Gizmodo will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zeigen, wie sich ein Leben ohne Privatsphäre anfühlt. Während des Sommers bezahlt der Technik-Nachrichten-Dienst für jeden Schnappschuss von Zuckerberg 20 Dollar. "Für jemanden, der nicht an Privatsphäre glaubt, ist Mark Zuckerberg furchtbar zurückhaltend", schreibt Redakteur Mat Honan in der Ankündigung der Aktion. Ende April twitterte Nick Bilton von der New York Times, dass ihm ein Facebook-Mitarbeiter lachend gesagt hätte, Zuckerberg glaube nicht an Privatsphäre. 

Nur private Bilder

Gizmodo hält es für ungerecht, dass Facebook seine Nutzer dabei unterstütze, möglichst viel von ihrem Privatleben preis zu geben, während der Gründer des Dienstes mit Infos geizt. Selbst seine Hochzeit habe er versucht vor Freunden zu verbergen. Tatsächlich ging sein Hochzeitsfoto noch am selben Wochenende um die Welt. Wie dem auch sei, Gizmodo will nun eingesendete Fotos von Zuckerberg veröffentlichen. Die Bilder müssen aktuell sein, also aus diesem Sommer stammen und sollen in einem unerwarteten Moment aufgenommen worden sein. Fotos von angekündigten Auftritten gelten nicht, steht in der Aufforderung. Zudem warnt Gizmodo alle gewillten Teilnehmer davor, durch eine allzu energische Foto-Jagd Gesetze zu brechen. 

Ein erstes Foto und Kritik

Tatsächlich gibt es auch bereits erste Einsendungen. So hat Gizmodo unter dem Titel "Summer of Zuck" bereits ein Urlaubs-Foto von Zuckerberg und seiner Ehefrau in Rom veröffentlicht. Bei anderen Blogs stößt die Aktion auf wenig Verständnis. "Wie jeder von uns hat auch 'Zuck' das Recht sein privates Leben von Facebook fern zu halten", schreibt TechCrunch. Gizmodo habe bereits seinen Ruf ruiniert, als sie damals für einen gefundenen iPhone-4-Prototypen Geld bezahlten. Einladungen zu Apple-Events gab es wohl danach keine mehr. 

Facebook-Privatsphäre: Zehn Tipps für ein sicheres Gefühl

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(Red. )

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11 Kommentare
Gast: Proton
13.06.2012 08:52
0 0

Es kommt darauf an wie man FB verwendet.

Also ich finde Facebook super. Zwar stelle ich weder persönliche Daten, oder gar Fotos online, aber man erfährt immer wieder interessante Dinge über Freunde und Menschen, die man kaum kennt. - Dafür wurde es doch erfunden. Oder?

Antworten Gast: erlebnis
13.06.2012 09:42
0 0

Re: Es kommt darauf an wie man FB verwendet.

wenn du sonst noch gar nix erlebt hast und keine realen freunde hast, ist es schön, sich in einer virtuellen welt selber anlügen zu können.

Antworten Antworten Gast: Proton
13.06.2012 10:45
0 0

Re: Re: Es kommt darauf an wie man FB verwendet.

Oh-jeh ich habe vergessen das Wort "Freunde" in meinem Beitrag unter Anführungszeichen zu setzen. - Denn mit echten Freunden kommuniziere ich nicht in diesem "Soialen Netzwerk" (dafür gibt es Telefone, eMails und dieses veraltete "sich treffen" im "Draußen"). Auf FB halte ich mir eher "Feinde" (was eine übertriebene Bezeichnung ist) und Menschen von denen ich etwas brauche, nahe und "warm". Ich verwende es eben dazu wozu es gedacht ist. - Zum Sammeln von Daten/Informationen.

Gast: Antipode
12.06.2012 16:53
2 1

wozu, wozu, wozu?

Ob Sonne, Regen, Nebel und Gewitter
es geht gut ohne VZ, Facebook oder Twitter
wir koennen doch unsern Kram fuer uns behalten
Muessen nicht Alles in der Oeffentlichkeit verwalten
Blogen ist Silber, schweigen ist Gold
auspaudern als "Peepshow" laengst ueberholt

Re: wozu, wozu, wozu?

Fail.

Erkannt?

Antworten Antworten Gast: Antipode
12.06.2012 22:16
1 0

Re: Re: wozu, wozu, wozu?

wozu... ist ein Leitmotiev aus Heinrich Boells "Billard um Halbzehn" und stellt den Machtmissbrauch der Starken (Bueffel) gegenueber den sanften (Laemmern) in Frage, mach ihn deutlich. Es sind immer die Laemmer die bezahlen - auch bei den Machtkaempfen im Internet: sich in der Oeffentlichkeit exponieren macht verletzlich... und natuerlich halten sich Bueffel wie Zuckerberg zurueck
Erkannt?

Re: Re: Re: wozu, wozu, wozu?

"wir koennen doch unsern Kram fuer uns behalten"

Ihre Absicht war mir wohlbekannt.

Plaudernd das Schweigen zur Tugend erheben, kann es etwas Paradoxeres geben?

;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Antipode
13.06.2012 06:03
1 0

Re: Re: Re: Re: wozu, wozu, wozu?

JA;)
dunkel wars's der Mond schien helle
Schnee lag auf der gruenen Flur
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen sassen stehend Leute

schweigend ins Gespraech vertieft

als ein tot geschossener Hase
auf dem Sandberg Schlittschuh lief...

aber das ist natuerlich auch nicht neu,

Was ich denke ist, dass im 3ten Reich das einzige Wort - naemlich ein falscher Name wie z.B. "Lewi" - zum Todesurteil wurde. Wenn sich die Zeiten einmal wieder aendern - und niemand kann garantieren dass das nicht passiert - dann sind diese Netzwerke unendlich grosse Datenbanken die mit Sicherheit meistbietend verkauft werden.
Es hat nichts mit Tugend zu tun nicht teilzunehmen, es hat mit Klugheit zu tun.

Facebook ist albern und dumm

wirklich "cool" ist man, wenn man nicht bei Facebook dabei ist.

Re: Facebook ist albern und dumm

...sondern bei Google ?

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