StudiVZ kapituliert vor Facebook

Der deutsche Holtzbrinck-Verlag hat keine Ideen mehr für die Netzwerke StudiVZ und MeinVZ. Lediglich für SchülerVZ gibt es eine klare Strategie. Die VZ-Gruppe leidet unter einem Massenexodus der aktiven Nutzer.

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(c) Daniel Breuss

Wien/Auer. Der langjährige Facebook-Konkurrent StudiVZ ist offenbar Geschichte. Der Eigentümer, die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck, will die gesamte VZ-Gruppe, darunter fallen neben StudiVZ auch SchülerVZ und MeinVZ, komplett umbauen.

Lediglich für SchülerVZ gibt es eine klare Strategie. Das Netzwerk wird künftig Idpool heißen und soll Schritt für Schritt in eine Lernplattform umgewandelt werden. Damit nimmt das Unternehmen gezielt Kinder unter 13 Jahren ins Visier, die bisher offiziell beim übermächtigen Konkurrenten Facebook noch nicht Mitglied sein dürfen.

Massenexodus bei StudiVZ

Für die Pioniere der VZ-Gruppe, StudiVZ und MeinVZ, würden lediglich „Optionen geprüft“, zitiert das Branchenmagazin „Kontakter“ die Unternehmenschefin Stefanie Waehlert. Bis dahin sollen die beiden digitalen Netzwerke weiterlaufen wie bisher. Immerhin schrieb die VZ-Gruppe im Vorjahr noch Gewinne. Dennoch mussten 25 der 70 VZ-Mitarbeiter erst kürzlich gehen.

Seit dem Aufkommen von Facebook leidet die VZ-Gruppe unter einem regelrechten Massenexodus der aktiven Nutzer. Jüngste Schätzungen gehen von vier bis fünf Millionen verbliebenen Mitgliedern aus. Facebook kommt unterdessen allein in Deutschland auf weit über zwanzig Millionen Nutzer.

Der Holtzbrinck-Verlag hatte StudiVZ im Jahr 2007 für kolportierte 85 Millionen Euro gekauft. Eine mögliche Übernahme durch Facebook hatte der Konzern ausgeschlagen.

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