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ACTA: EU-Kommissar will umstrittenes Abkommen retten

21.06.2012 | 08:42 |   (DiePresse.com)

ACTA-Gegner fürchten, das Abkommen könnte zu Überwachung und Zensur im Internet führen. Das EU-Parlament soll entscheiden.

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Die EU-Kommission will das Europäische Parlament von einem Nein zu dem umstrittenen internationalen Urheberrechts-Abkommen Acta abbringen. Handelskommissar Karel De Gucht forderte am Mittwoch im Handelsausschuss des Parlaments in Brüssel, eine für Donnerstag angesetzte Abstimmung dazu zu verschieben. Die Abgeordneten wollen entscheiden, ob sie dem Plenum der europäischen Volksvertretung eine baldige Entscheidung empfehlen sollen. Nach massiven europaweiten Protesten im Frühjahr gegen Acta sind viele Abgeordnete entschlossen, den Pakt abzulehnen. Dann müsste er mit den internationalen Unterzeichnerstaaten neu verhandelt werden.

Angst vor der Internetsperre

Selten hatte ein internationaler Vertrag der EU in Europa soviel Protest hervorgerufen. Im Februar waren Zehntausende Bürgerrechtler und Internet-Aktivisten dagegen in mehreren Ländern auf die Straße gegangen. Das Urheberrechtsabkommen zielt darauf ab, die hohen europäischen Standards zum Schutz der Hersteller vor Produktpiraterie und Markenfälschungen global durchzusetzen. Doch es enthält auch ein Kapitel zu Urheberrechten im Internet, das die Zugangsanbieter zur Kooperation mit Rechteinhabern verpflichtet. Nach Befürchtung der Kritiker könnte dies zu der nach europäischem Recht bisher noch nicht möglichen Regelung führen, dass Nutzern bei mehrmaligen Verstößen gegen Schutzrechte - und seien es Bagatellen - der Internetzugang gesperrt wird. Das Herunterladen von Filmen und Musik oder der private Austausch von Dateien könnte kriminalisiert werden. Im Internet drohten Überwachung und Zensur, argumentieren die Acta-Gegner.

"Acta ist kein Angriff"

De Gucht sagte, es sei nichts zu befürchten. "Acta ist kein Angriff auf unsere Freiheiten, es ist die Verteidigung unserer Lebensgrundlage." Die Unternehmen bräuchten gerade in Zeiten der Krise wie jetzt den Schutz des Urheberrechts, um sich im Wettbewerb durchzusetzen. Die Kommission hatte im Februar in Reaktion auf die massive Kritik den Europäischen Gerichtshof angerufen. Die Luxemburger Richter sollen klären, ob Acta den europäischen Grundrechten und dem Recht auf geistiges Eigentum widerspreche. Nach Ansicht De Guchts wird der EuGH aber zu dem Ergebnis kommen, dass dies nicht der Fall ist. Schließlich werde mit Acta das bestehende EU-Recht nicht verletzt. Mit einem Spruch des Gerichts ist erst in ein bis zwei Jahren zu rechnen. Solange sollen die Abgeordneten nach Meinung des Kommissars ihre Entscheidung auf Eis legen.

Doch die Sorge von Bürgerrechtlern und Internet-Aktivisten ist, dass sich durch Acta restriktive Regelungen in der Zukunft Bahn brechen. De Gucht hielt den Bedenken entgegen, die strittigen Fragen könnten in der anstehenden Revision der Urheberrechts-Richtlinie geklärt werden, die im Herbst auf den Tisch kommen soll.

 

(Ag. )

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17 Kommentare
Gast: Hastalavista
11.07.2012 10:18
0 0

ACTA durch die Hintertür wiederbelebt?

Kommt ACTA jetzt via CETA (Canada-EU Trade Agreement) durch die Hintertür?

http://www.michaelgeist.ca/content/view/6580/135/

Gast: GJ
24.06.2012 11:40
1 0

Ein Dinosaurier kommt selten allein

"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."

Na wer hat das nochmals Gesagt? OH ein Amerikaner? Was der war sogar Präsident?!
Benjamin Franklin war sein Name.

Ich habe nichts gegen Urheberrechte, aber wenn kein Verdacht gegen einen besteht, dann will Ich das mein PC und meine Haustüre geschlossen bleiben.

Verdachtsunabhängige Hausdurchsuchungen, soweit kommts noch.

"Ueber die Toten nichts Schlechtes."

Aber noch wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die Toten nicht dem Grabe entsteigen und herumwandeln!


Und Widerstand hilft doch

nur weil immer gesagt wird "könn' ma eh nix machen".

Aber hätte es nicht so starke Stimmen dagegen gegeben, vielen Dank dabei auch an die Medien, dann wäre Acta wohl schon längst Gesetz.

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Dafür kommt bald PACTA... DACTA... CACTA... BACTA... SACTA...


mittlerweile kommt der

Medienbetreib in den USA, von aus sehr viel
in Sachen Acta betrieben wurde, noch viel
umfassender in die Krise.
Allein wegen dem Schwinden an Sehern und
Lesern wird jede Menge überflüssig, schlicht
hinfällig.
Die Krise der Medien ist bekanntlich
selbstverschuldet.
http://www.businessinsider.com/tv-business-collapse-2012-6

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Re: mittlerweile kommt der

Der Knackpunkt ist halt, dass niemand mehr Content produzieren wird, wenn niemand dafür zahlen will.

Die Blogger, die ja ursprünglich so vielversprechend waren tun zumeist - es gibt nur wenige Ausnahmen - nichts anderes als Berichte der konventioellen Meiden aufgreifen und kommentieren. Außer wenn es sich um sozusagen Internet-interne Agenden handelt, die aber die meisten auch nicht interessieren.

Die meisten Webmedien - wie auch hier - wären ohne das Printmedium resp. den TV-Sender nicht machbar.

Letztlich tut ja Google auch nichts anderes als den Content aggregieren für ihre News. Die machen ja selbst nicht viel.

D.h. man wird eine Zeit lang vielleicht Vieles an Content noch kostenlos nutzen können, aber irgendwann wird nichts Neues mehr produziert werden.

Damit jemand etwas kopieren kann muss es erst vorher jemanden gegeben haben, der das produziert hat. Und das ist immer noch genauso viel Arbeit wie vor ein paar Jahrzehnten. Lediglich die Verteilung ist einfacher und billiger.

Wenn sich Leute Fernsehsendungen im Web als Stream oder Videoclip anschauen gibt es das auch nur, weil das quasi ein Abfallprodukt der regulären Produktion eines Fernsehsenders ist.

Re: Re: mittlerweile kommt der

als ob in den letzten Jahren "Content" produziert wurde...

Re: Re: Re: mittlerweile kommt der

... produziert worden wäre ...

oder?

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Re: Re: mittlerweile kommt der

ich stimme dir da vollkommen zu und komm noch mit einem weiteren Argument.
wenn Menschen aus Krisengebieten posten, sind sie Reporter. sie nutzen ein schnelles Medium, damit sie andere teilhaben lassen können. das ist gut. eine Zeitung eine News-Sendung ist aber eine SAMMLUNG dieser Berichte und Meinungen. ich geb gern Kohle für diese Dienstleistung aus,Maß mir eine Organisation von Menschen, denen ich vertraue, mit meine Infos zusammenstellt.
klar gelingt es denen leicht, mich zu manipulieren, aber das kann der Reporter auch, denn ich hab's ja nicht selbst miterlebt.
somit bezahle ich beim Kauf einer Zeitung fürs zusammentragen und prüfen des Content, für die reise des Reporters,.....
was ist daran falsch?
wenn wir glauben, dass der Zugriff auf die verteilten Infos der Blogger gratis ist soll mir mal erklären, wie die Infos dann dann kostenlos übers Internet zu mir gelangen sollen :-)

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Re: Re: Re: mittlerweile kommt der

Das etwas perverse am Internet ist, dass daran nur jene verdienen, die Content speichern, transportieren oder ordnen.

Jene, die den Content produzieren verdienen praktisch nichts daran.

Niemand würde wohl kostenlos Autos bauen, damit die Spediteure was zu tun haben und sich die Leute über Autos freuen, für die sie nur die Lager- und Transportkosten bezahlen müssen.

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Re: Re: mittlerweile kommt der

ich stimme dir da vollkommen zu und komm noch mit einem weiteren Argument.
wenn Menschen aus Krisengebieten posten, sind sie Reporter. sie nutzen ein schnelles Medium, damit sie andere teilhaben lassen können. das ist gut. eine Zeitung eine News-Sendung ist aber eine SAMMLUNG dieser Berichte und Meinungen. ich geb gern Kohle für diese Dienstleistung aus,Maß mir eine Organisation von Menschen, denen ich vertraue, mit meine Infos zusammenstellt.
klar gelingt es denen leicht, mich zu manipulieren, aber das kann der Reporter auch, denn ich hab's ja nicht selbst miterlebt.
somit bezahle ich beim Kauf einer Zeitung fürs zusammentragen und prüfen des Content, für die reise des Reporters,.....
was ist daran falsch?
wenn wir glauben, dass der Zugriff auf die verteilten Infos der Blogger gratis ist soll mir mal erklären, wie die Infos dann dann kostenlos übers Internet zu mir gelangen sollen :-)

Re: Re: mittlerweile kommt der

Ja, im Prinzip sind wir alle digitale Mistkuebelstierler. Ausser wenn wir die Presse lesen, denn die gehoert ja der Partei.

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Re: Re: Re: mittlerweile kommt der

So viel ich weiß gehört die Presse in der Hauptsache der Kirche und keiner Partei.

Re: Re: Re: mittlerweile kommt der

wurde ja nicht mit Steuergeld gekauft wie gewisse andere Medien vom "Bundeskasperl"

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Geld bestimmt die Politik

Korruption und Bestechung sollten mit 50 Jahren Haft geahndet werden, auch für Eu Komissare ! Die Politik ist zur Zeit in Europa nicht mehr für die Bürger da sondern nur mehr für Konsortien und Millionären

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Re: Geld bestimmt die Politik

man sollte vor der eigenen Haustüre (AT) kehren.

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