Google ermöglicht es Rechteinhabern, illegal verfügbare Angebote aus den Ergebnissen der Suchmaschine zu entfernen. Der Webkonzern veröffentlicht dazu einen eigenen Transparenzbericht, der automatisch aktualisiert wird. Darin lässt sich auch nachsehen, wer seit Start der Beschwerdefunktion die meisten URLs im Web blockieren hat lassen. Dabei zeigt sich, dass der Softwareriese Microsoft besonders eifrig ist. Mehr als 3,7 Millionen Webadressen beanstandete das Unternehmen bei Google. Dahinter folgen die Unterhaltungs- und Pornoindustrie.
Beschwerden in einem Jahr versechzehnfacht
Die Daten zeigen auch deutlich, dass die Anzahl extrem zugelegt hat. Von Mai bis Juli haben sich die Beschwerden wegen Urheberrechtsverletzungen bei Google mehr als verdoppelt. Von Ende Juli 2011 (66.220 Beschwerden) bis Ende Juli 2012 (1.060.831 Beschwerden) hat sich die Zahl sogar versechzehnfacht. Microsoft sorgte in den 30 Tagen bis zum 12. August 2012 für 437.000 Beschwerden. Das sind zehn Prozent aller in diesem Zeitraum eingebrachten Anfragen fast 12 Prozent aller Beschwerden, die das Unternehmen je bei Google deponiert hat. Bei den Vertretern der US-Musikindustrie RIAA sind es sogar mehr als 51 Prozent aller historischen Beschwerden. 
Musik und Pornos weit vorne
Microsoft ist das größte Einzelunternehmen, das bei Google für Entfernungen aus der Suchmaschine gesorgt hat. Zählt man aber alle Vertreter der Musikindustrie in den Top 10 für die letzten 30 Tage zusammen, übertrumpfen sie den Softwareriesen aber deutlich. Knapp 27 Prozent der Beschwerden stammen von der Musikindustrie. Sie ist auch mit vier Rechteinhabern den der "Bestenliste" für den Zeitraum bis 12. August vertreten. Dahinter folgen die Pornoproduzenten (Froytal, RK NetMedia und BangBros) mit insgesamt 17 Prozent.
filestube.com ist Spitzenreiter
Bei den beanstandeten Domains kristallisiert sich die Suchmaschine filestube.com als Hauptziel der Rechteverwerter heraus. Mehr als 876.000 URLs, die auf das Portal verweisen, wurden seit Start von Googles Beschwerdedienst beanstandet. Davon allein in letzter Zeit mehr als 300.000 Stück. Gewissermaßen auf dem Vormarsch ist das Bittorrent-Protal isohunt.com, das insgesamt auf mehr als 246.000 Beschwerden kommt, davon in den letzten 30 Tagen allein rund 115.000. Das sind 47 Prozent der Gesamtbeschwerden. Ein besonderer Dorn im Auge dürfte der Musikindustrie derzeit auch das Portal downloads.nl sein, das besonders von britischen Rechteverwertern attackiert wird.
(Quelle aller Daten: Google Transparency Report, Stand: 13. August 2012)
(db)


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