Während Google Maps eine Stadt nach der anderen zu seinem Verkehrsinformations-System hinzufügt, müssen Kunden der Wiener Linien weiterhin drauf warten. Mehr als eine Millionen Haltestellten weltweit sind für Google Maps verfügbar, wie das Unternehmen in einem Blogeintrag mitteilt. Während etwa in Brüssel und Budapest Touristen sich per Smartphone einfach darüber informieren können, mit welcher U-Bahn oder welchem Bus sie dort von A nach B kommen (inklusive Fahrplänen), gibt es für deren Pendants in Wien nur den "Transit layer", eine simple Darstellung der U-Bahn-Linien.
Sicherheitsbedenken
Seit Jahren vertrösten die Wiener Linien Stammkunden und Touristen, wenn es um die Integration der Fahrplandaten in Google Maps geht. Wiener-Linien-Aufsichtsratsvorsitzender Eduard Winter behauptete im Chat bei DiePresse.com, man sorge sich um die Sicherheit der Daten. "Wir wollen vermeiden, dass unsere Echtzeitdaten ungefiltert abrufbar werden, da es dann durchaus möglich sein kann, sich auf unserem Server einzuloggen. Da haben wir die Befürchtung, dass hier möglicherweise kriminelle Energie frei werden könnte - zum Schaden unserer Fahrgäste", sagte Winter auf eine entsprechende Frage im Chat.
Früher hatten die Wiener Linien, wie der WebStandard berichtet, angegeben, es gebe mehrere rechtliche und technische Probleme zu lösen. Es hätte aber Gespräche gegeben. Das war vor mehr als einem Jahr. Schon 2010 hatte das Unternehmen behauptet, man arbeite an einer Lösung. Bisher allerdings scheint diese nicht in Sicht zu sein.
Moskau ja, Deutschland nein
Wien ist aber in guter Gesellschaft, wie Googles Daten zeigen. Auch Nutzer des öffentlichen Verkehrs in Deutschland werden lediglich mit dem "Transit Layer" abgespeist. In vielen französischen Städten bietet sich ein ähnliches Bild. Neu verfügbar sind London und Athen. Auch Schweden und Spanien sind ziemlich gut abgedeckt. Italien ist mit mehreren Städten vertreten, allerdings fehlt Rom. Auch Moskau ist mit Metro, Bussen und Straßenbahn in Google Maps verfügbar.
(db)
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